Lutzingen Die Neuordnung der pastoralen Raumplanung ist ein Thema, das bei vielen Kirchgängern Hoffnungen, aber auch Ängste und Besorgnisse auslöst – auch in Lutzingen. Als sichtbares Zeichen, dass die Kirche vor Ort noch existiert, wurde die Aktion „Volle Kirche“ in Lutzingen ins Leben gerufen, weil befürchtet wird, dass leere Kirchenbänke eine mögliche Zukunft sind.
Keine andere Möglichkeit
Die Gläubigen möchten, dass die Kirche vor Ort bleibt und auch vor Ort erlebbar bleibt, so eine Pressemitteilung. So sind viele der Mitglieder bereits älter und haben keine Möglichkeit, zu den Orten, in denen dann der zentrale Gottesdienst gefeiert werden soll, zu gelangen.
Sie sehen die Gefahr, dass wenn vor Ort keine oder nur noch sehr wenige Messen gefeiert werden, der kirchliche Nachwuchs abhandenkommt. Es werden wesentlich weniger Kinder als bisher die Gottesdienste besuchen. Damit wird es weniger Ministranten geben. Die Jugendlichen werden nur noch kommen, wenn etwas Besonderes geboten wird. Familien mit kleinen Kindern werden sich nur noch selten auf den Weg zur Messe begeben, da der Aufwand wesentlich höher ist, wenn man Kinder autoreisefertig machen muss, als wenn man „nur den Kinderwagen zur Kirche schiebt“, heißt es in der Pressemitteilung weiter.
Schon viele Unterschriften
Es wird mit einer Vielzahl von Kirchenaustritten in den nächsten Jahren gerechnet, wenn die beschriebene Strukturreform kommt. Das bedeutet aber, dass der Diözese Kirchensteuern fehlen, die benötigt werden, um Personal zu bezahlen. Mittelfristig wird befürchtet, dass der Unterhalt der Gotteshäuser nicht mehr möglich sein wird. Deshalb haben die Lutzinger die Aktion ins Leben gerufen. Die Gläubigen waren an zwei Gottesdiensten im März aufgerufen, durch ihre zahlreiche Gegenwart zu zeigen, dass die Kirche im Dorf weiterleben will. Beide Tage waren ein Erfolg – die Kirche war bis auf wenige Plätze besetzt. Mit gemeinsamen Liedern und dem Vaterunser endeten die Aktionen. Parallel gab es die Gelegenheit, auf Unterschriftenlisten die Zustimmung zu signalisieren. Über 120 Menschen haben bereits unterzeichnet. Die Ergebnisse werden zusammen mit einer Unterschriftenliste dem bischöflichen Ordinariat übergeben. (pm)