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Höchstädt

29.11.2020

Karpfen sollen in Höchstädt die schädliche Karolina-Haarnixe bekämpfen

Fischzüchterin Isabelle Vollmann-Schipper zeigt die Tiere, die im Höchstädter Weiher eingesetzt wurden.
Foto: Dominik Bunk

Plus Karpfen sollen in Höchstädt die millionenfach vorkommende Pflanze im „Halber-Mond“-Weiher zurückdrängen. Sonst droht eine radikalere Lösung.

Ein langer Schlauch verbindet die Tanks auf dem Anhänger der Fischzucht Vollmann-Schipper aus Mindelheim mit dem Weiher „Halber Mond“ an der Donaubrücke bei Höchstädt. 220 Gras- und Schuppenkarpfen werden hier bei tristem Novemberwetter am Samstag eingesetzt, um einer eigentlich beliebten Aquarienpflanze, der Karolina-Haarnixe, auch „Cabomba“ genannt, Herr zu werden.

Die Wasseroberfläche des Höchstädter Sees wächst zu

In den Höchstädter Gewässern sorgt die Wasserpflanze mit ihren filigranen, länglichen Blättern dafür, dass die Wasseroberfläche zuwächst und kein Licht mehr in die unteren Lagen kommt. Damit verdrängt die Cabomba heimische Arten.

Über einen unachtsamen Aquarianer habe die Pflanze wohl ihren Weg in diesen oder einen der umliegenden Weiher gefunden, sagen die Experten. Nun sollen die eingesetzten Fische die millionenfach in den Weihern vorkommende invasive Pflanze zu sich nehmen und auf natürliche Art zurückdrängen.

Isabelle Vollmann-Schipper, Leiterin der gleichnamigen Fischzucht, erklärt, dass die Karpfen erst einmal nichts fressen würden, da sie nun Winterruhe halten würden. „Im Frühjahr geht es dann los“, informiert sie. Die niedrigen Temperaturen seien kein Problem für das Einsetzen der Tiere. Auch bei Eis auf dem Wasser habe sie Gras- und Schuppenkarpfen bereits erfolgreich umgesetzt. Nun würden sich die Fische direkt auf dem Bodengrund in Kuhlen zusammenrotten.

Projektmanager Johannes Prifling, Karl Menzel und die Vorsitzende des Höchstädter Fischervereins 1954, Claudia Rösler, vor dem Anhänger mit Karpfen, die der „Cabomba“ im Höchstädter Weiher Herr werden sollen.

Ob es klappt, ist noch nicht sicher

Die Vorsitzende des Höchstädter Fischervereins 1954, Claudia Rösler, teilt mit, dass bei dem Pilotprojekt nicht sicher gesagt werden könne, ob es am Ende auch Erfolg hat. Ihrer Einschätzung nach sei eine klare Aussage erst in rund zwei Jahren möglich. Projektmanager Johannes Prifling vom Donautal-Aktiv-Team Natur und Landschaft erklärt, dass das Projekt 2018 mit einem Auftrag des Landesamts für Umwelt begonnen hat. „Ziel ist es, die invasive Pflanze zu bekämpfen“, erläutert Prifling. Die Karpfen seien dabei eine biologisch schonende und zudem verhältnismäßig kostengünstige Möglichkeit. Das Vorgehen habe bereits in einem vergleichbaren Gewässer funktioniert, jedoch würden die Pflanzen auch dort im Sommer wieder stärker auftreten. In diesem Fall soll im Höchstädter Weiher weiterer Besatz hinzugefügt werden.

Auch das Ausbaggern könnte eine Lösung sein

Falls das überhaupt nicht funktionieren sollte, werde über Möglichkeiten wie das Ausbaggern nachgedacht werden. Karl Menzel vom Fischerverein 1954 sagt allerdings voraus, dass auch damit vermutlich nicht alle Wurzeln aus dem Gewässer entfernt werden könnten. „Der Weiher ist bestimmt schon seit 30 Jahren so zugewachsen“, informiert der seit rund 50 Jahren im Verein fischende Menzel. Ihn würden vor allem die darin wachsenden Seerosen stören. Es werde sich zeigen, ob die Karpfen sich auch noch um diese kümmern.

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