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Konzert: Zwei Chöre unter einer Leitung

Konzert

Zwei Chöre unter einer Leitung

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    Traten gemeinsam in der Synagoge in Binswangen auf: BonaVoce und Chorios bei zwei Gemeinschaftsliedern vereint, ganz rechts Chorleiter Michael Fick.
    Traten gemeinsam in der Synagoge in Binswangen auf: BonaVoce und Chorios bei zwei Gemeinschaftsliedern vereint, ganz rechts Chorleiter Michael Fick. Foto: Gernot Walter

    Den akustisch vorzüglichen Raum der Synagoge nutzte Dirigent Michael Finck zu einem Konzert mit dem Konzertchor des St. Bonaventura Gymnasiums Dillingen und dem Kammerchor der städtischen Musikschule Gundelfingen. Den Zuhörern wurde sowohl sängerische Kurzweil als auch hochkarätiges Singen geboten. Der Anlass war das zehnjährige Bestehen von BonaVoce.

    Michael Finck hat eine Sängergemeinschaft geschaffen, die auf gleich bleibendem Niveau agiert, trotz des altersbedingten Ausscheidens vieler seiner Zöglinge. Er kann dies verkraften, weil ihm aus der Unterstufe des Gymnasiums immer wieder neuer geschulter Nachwuchs zugeführt wird. Die wertvolle Chorarbeit konnte beim Konzert mit anspruchsvoller Literatur erlebt werden. Michael Finck misstraut dem oberflächlichen Musikzeitgeist, er setzt auf beispielgebende substantielle Chorsätze. Für seine über 50 Jugendlichen hat er diesmal den Chorschatz des Oberallgäuer Komponisten Wolfram Buchenberg gehoben und dessen animierende Bearbeitungen in den Mittelpunkt gestellt. Mit dem französischen Volkslied „La laine des moutons“ gab es einen erfrischenden Volltreffer.

    Wirkungsvolle Begleitung am Seiler-Flügel

    Hier umspielte Nadine Schiffelholz mit der Querflöte eine anregende Melodie, gestützt von der wirkungsvollen Begleitung am Seiler-Flügel durch Deborah Finck. Sie gab auch den Liedern vom Herbst, dem Kuckuck, einem Zauberspruch gestalterisches Profil. Ungleich mehr gefordert war sie in den „Animal Crackers“ von Eric Whitacre. Die übersetzten Texte trugen einzelne Schüler vor, während der Chor die charakteristischen Zuordnungen begeisternd erklingen ließ. Im „Pflichtstück“, dem „Gloria“ aus einer Palestrina-Messe, zeigte BonaVoce stimmliche Präsenz.

    A-Cappella-Gesang in staunenswerter Qualität offerierte Chorios. Die 15 weiblichen und elf männlichen Chormitglieder bestachen durch makellose Artikulation, saubere Intonation, homogene Piani, flexible Phrasierung und wenn geboten raumgreifendes, sattes Forte. Kein Wunder, dass das Ensemble am Vortag beim Chorwettbewerb in Kempten einen 1. Platz erzielte. Michael Finck lotete die Schönheiten des unbegleiteten Singens in aller Klarheit, Transparenz und Klangreinheit aus.

    In den Madrigalen von John Bennet, Joh. Kuhnau, den Volksliedsätzen (Wolfram Buchenberg, Joh. Brahms, dem modernen „Gloria“ von A. Kirschner, dem „Hosanna“ von Th. Weelkes und Gunther Erdmanns „Tanz mit nicht mit meiner Jungfer Käthen“) strahlte die Chorgemeinschaft Musizierfreude aus, die den hohen Anforderungen an Werktreue wie selbstverständlich gerecht wurde.

    In allen sechsstimmigen Beiträgen hatte jede Gruppe ob strahlender Sopran, samtener Alt, akzentuierende Tenöre oder schlanke Bässe ihren eigenen, in sich homogenen und vielfach schattierten Klang. Großer Applaus, der mit „The Lord bless you und keep you“ belohnt wurde.

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