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Landkreis Dillingen: Der Landkreis Dillingen und die Finanzen: Lieber kürzen als verschieben

Landkreis Dillingen

Der Landkreis Dillingen und die Finanzen: Lieber kürzen als verschieben

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    Der Fiskus nimmt für das Steuerjahr 2020 1,6 Milliarden Euro durch das Kurzarbeitergeld ein.
    Der Fiskus nimmt für das Steuerjahr 2020 1,6 Milliarden Euro durch das Kurzarbeitergeld ein. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa

    Einen ausgeglichenen Haushaltsentwurf stellte Landrat Leo Schrell am Dienstagnachmittag dem Kreisausschuss vor. Die Deckungslücke war zuvor erfolgreich geschmolzen: Ende Januar betrug diese noch vier Millionen Euro, Ende Februar noch 1,85 Millionen Euro.

    CSU-Kreisrat Christoph Mettel erkundigte sich in der Sitzung, wo die vier Millionen eingespart wurden. Landrat Leo Schrell erklärte, ihm sei vor allem wichtig, dass die geplanten Investitionen durchgeführt werden können. Es wird mit einem Überschuss des Rechnungsjahres 2020 zwischen 1,3 und 1,4 Millionen Euro gerechnet.

    Der Betrag wird der Allgemeinen Rücklage zugeführt und zum Ausgleich des Haushaltes 2021 wieder entnommen. Ansonsten habe man sich für Kürzungen bei Gebäudeunterhalt und Personalkosten entschieden. Man sei querbeet verschiedene Positionen im Verwaltungshaushalt durchgegangen wie bei einem Rasenschnitt, „in der Hoffnung, dass wir damit zurechtkommen“. Der Haushalt hat ein Gesamtvolumen von 138 Millionen Euro. Der Gesamtbetrag für Kreditaufnahmen für Investitionen und Investitionsfördermaßnahmen liegt bei 1,4 Millionen Euro.

    Trotz Corona-Pandemie geht es weiter

    Kreisrat Jürgen Hartshauser von der SPD befürwortete es, dass trotz der Corona-Pandemie an den Investitionen festgehalten wird. Und erkundigte sich, ob bei der Sanierung des Lauinger Albertus-Gymnasiums etwas vorangeht. Vor allem bei den Räumen für Naturwissenschaften. „Das läuft alles. Wir sind in der Endabstimmung“, erklärte der Landrat dazu. Einstimmig empfahl der Ausschuss dem Kreistag die Zustimmung zur Haushaltssatzung.

    Auch der Finanzplanung für die Jahre 2020 bis 2024 stimmte das Gremium zu. Man könne grob absehen, was 2022 passiert, der Rest sei, vor allem wegen der Pandemie, eher Kaffeesatzleserei, meinte der Landrat.

    150.000 Euro Zuschuss für die Pläne der Caritas

    Größeren Raum nahm der nächste Tagesordnungspunkt ein. Wie berichtet, baut der Caritasverband in Dillingen für 4,2 Millionen Euro ein Begegnungszentrum. Die Stadt Dillingen hat dem Verband schon einen Zuschuss in Höhe von 150.000 Euro zugesichert. Und der Landkreis tut es ihm gleich. Angesichts der Tatsache, dass die Caritas im Landkreis 40 hauptamtliche und 360 ehrenamtliche Mitarbeiter beschäftigt, unterstütze man vor allem die Ehrenamtlichen. Ein Hauptanliegen der Caritas mit dem Neubau ist es, Räume für die Tafel zu schaffen; das bedeutet für 230 Helfer und rund 800 Tafelkunden. „Unser Beitrag ist auch ein Dankeschön an die ganze Arbeit“, schloss Schrell.

    CSU: "Mutiger Schritt"

    Als „mutigen Schritt“ bezeichnete CSU-Kreisrat Johann Popp das Vorhaben der Caritas. Er geht davon aus, dass dann Synergien genutzt werden können. FW-Kreisrat Bernd Nicklaser meinte, der Caritasverband sei die zentrale Anlaufstelle für das soziale Miteinander. Es gehe um eine nachhaltige Investition, die auch die Freien Wähler unterstützen. Gerade die Corona-Pandemie zeige, wie gefährdet der soziale Frieden ist, sagte Grünen-Kreisrätin Heidi Terpoorten. „Mir ist jeder Cent an der Stelle lieber als für den Straßenbau.“ Weil man die Arbeit aller Caritasmitarbeiter zu schätzen wisse, habe man mit voller Überzeugung 150.000 Euro gegeben, sagte Dillingens Oberbürgermeister Frank Kunz. „Wenn es die Caritas nicht gäbe, müsste man sie erfinden.“

    Eine Unterstützung des Verbandes hielt auch Erich Herreiner (Bürgerliste) für „äußerst wünschenswert“, zumal angesichts dessen, dass die soziale Schere während der Corona-Krise immer weiter auseinandergehe. Geschlossen stimmte der Ausschuss dem Zuschuss zu. Darüber freute sich nicht zuletzt der Geschäftsführer des Caritasverbands Stephan Borggreve, der an der Sitzung teilgenommen hatte.

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