Für die Einkaufsstadt Dillingen ist es ein Mega-Projekt: der Umbau des einstigen Kaufhauses Paul. Und als Prokurist Thilo Rinkenburger jetzt im Dillinger Stadtrat die konkreteren Pläne vorstellte, gab es bei den Räten viel Zustimmung. „Der Magnet im Mittelpunkt Dillingens lebt auf“, sagte Oberbürgermeister Frank Kunz. Die Bezeichnung „Leuchtturmprojekt“ habe hier seine Berechtigung. Die Firma Rinkenburger Immobilien aus Dillingen sei mit „viel Herzblut“ am Werk.
Thilo Rinkenburger sorgte bei der Präsentation bei einigen Hörern für eine Überraschung. Denn im Kaufhaus Paul 2.0, so der Arbeitstitel für das Millionen-Projekt, wird in Teilen des Erdgeschosses sowie des ersten und zweiten Obergeschosses auch ein Hotel unterkommen. Ein Zwei- oder Drei-Sterne-Hotel soll es werden, mit einem „jungen, modernen Konzept“. Den Investor nannte Rinkenburger noch nicht, aber die Anzahl der Zimmer. Die soll bei 50 bis 60 liegen, erfuhr Hermann Balletshofer (Umland) auf seine Anfrage. Mitarbeiter auswärtiger Firmen, Reisende und Radtouristen soll das Hotel durch ein vernünftiges Preis-Leistungs-Verhältnis anlocken. Die Zimmer werden mit Klimaanlage und W-Lan ausgerüstet sein, informierte Rinkenburger. Nach Informationen unserer Zeitung handelt es sich bei dem Betreiber um eine kleinere Hotelkette. Ein luxuriöseres Hotel mit vier oder gar fünf Sternen einzurichten, sei nicht sinnvoll, erklärte Thilo Rinkenburger unserer Zeitung. Da seien in Dillingen nur wenige bereit, den Preis dafür zu bezahlen.
Der Prokurist stellte detailliert die Pläne vor, die sich in Teilen geändert haben. In einer Tiefgarage werden 48 Parkplätze eingerichtet. Im Erdgeschoss gibt es zwei Interessenten, die auf 1100 Quadratmetern Handel treiben wollen. Und auch Gastronomie soll im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss mit Blick auf den Bayerisch-Hof-Platz stattfinden, teilte Thilo Rinkenburger mit. Das Konzept sieht eine Kombination aus einer Bäckerei und einer Gastronomie mit deutscher Küche vor. Im rückwärtigen Teil des Gebäudes wird ein Innenhof ausgeschnitten, damit die Räume mehr Tageslicht bekommen. Im zweiten Obergeschoss sollen Büros und Praxisräume Platz finden. Und im dritten Obergeschoss und im Dachgeschoss werden viele Wohnungen entstehen. Diese seien für Kapitalanleger interessant, aber auch für die Eigennutzung, erläuterte Rinkenburger. Nach Informationen unserer Zeitung liegt der Quadratmeterpreis bei mindestens 3500 Euro. Bei den exklusiveren Wohnungen sind es dem Vernehmen nach mehr. Der Baustart sei abhängig von der Baugenehmigung, sagte Rinkenburger. Im Juli oder August will das Unternehmen mit dem Rückbau beginnen.
In der Debatte gab es überschwängliche Zustimmung. Josef Kreuzer (Umland) etwa sprach von einer Win-win-Situation. „Jeder ist froh, wenn an dieser Stelle etwas entsteht.“ Das ganze Areal werde dadurch aufgewertet. Peter Graf (CSU) sagte: „Das ist ein weiteres Juwel, das in der Dillinger Innenstadt entsteht.“ Und Günter Schwertberger (CSU) freute sich ebenso wie Walter Fuchsluger (SPD), dass einem „verwaisten Objekt neues Leben eingehaucht wird“.
Albrecht Witte (SPD) interessierte sich für die Außengestaltung samt Parkplatzfrage. 20 Stellplätze für Kunden werden im hinteren Bereich bei der Einfahrt zur Tiefgarage entstehen. Die Firma Rinkenburger hat die Anregung eines Nachbarn aufgenommen: Die Einfahrt zu den Parkplätzen wird jetzt über die Höllgasse erfolgen, die Ausfahrt über die Straße Auf der Leiten.
Leitender Verwaltungsdirektor Bernd Nicklaser erläuterte, dass die Stadträte ohne Bedenken das gemeindliche Einvernehmen zu dem Bauprojekt erteilen könnten. Bisher habe es im alten Kaufhaus Paul bei 4000 Quadratmeter Einzelhandelsfläche nur rund 15 Parkplätze gegeben. Künftig werden es 68 Parkplätze sein, informierte Nicklaser. Die zulässigen Immissionswerte würden ebenfalls eingehalten. Das Miteinander von Bauherrn und Nachbarschaft sei sehr kooperativ gewesen, sagte Nicklaser. Kinobetreiber Bernhard Mayr meldete sich zu Wort und prophezeite, dass es wegen der Belegung der Parkplätze keine Probleme geben werde. Die Dillinger Räte stimmten schließlich zu und erteilten einstimmig das gemeindliche Einvernehmen. Kunz wertete dies so: „Dieses Votum gibt Rückenwind.“ "Kommentar