Haunsheim Stehend applaudierten nahezu 350 Besucher in der Dreifaltigkeitskirche am Schluss eines überragenden Weihnachtskonzertes und erbaten zwei Zugaben. Am Abend des 4. Advents hatte die Liedertafel mit einem außergewöhnlichen Programm beeindruckt. Heidrun Krech-Hemminger hatte als Leiterin des Chores und eines kleinen Orchesters ein untrügliches Gespür für artgerechte Werkauswahl und musikalische Wirkungen.
Sie stellte die Auftritte unter das christliche Heilsgeschehen, so wie es Pfarrer Axel Schmidt in seinen Betrachtungen thematisierte: adventliche Verheißung und weihnachtliche Botschaft. Wie es dem Kirchenraum geziemt, leiteten Orgelklänge die Begrüßung durch Elke Rieß und das geistliche Wort ein. Alexander Winkler präsentierte stilsicher ein Präludium von M.Brosig, während Norbert Bender vom J.S.Bach-Schüler Joh.Chr.Kittel den Choral „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ klar strukturierte. Bender war einer der instrumentalen Fixpunkte des Konzertes. Mit Heidrun Krech-Hemminger entfaltete er in schöner Altblockflötenpartnerschaft die Kantate „Machet die Tore weit“ von Ch.L.Boxberg. Durch sein Querflötenspiel bereicherte Bender außerdem die Klangpalette in Begleit- oder Solofunktion. Zu den weiteren Protagonisten zählten Iris Lutzmann (Violine und Gesang) und Andreas Käßmeyer am Cembalo. Sein gewichtiges Basso-Continuo-Verständnis grundierte den orchestralen Anteil, von Wolfgang Schneider und Franz Heim am Kontrabass trefflich unterstützt.
Neben Hildegard Schweigardt (Viola) gehörten Cornelia Rauch-Ernst und Johanna Schiffelholz (Violinen) zum kleinen Streichorchester, dem erstmals Isabell Sperer als Konzertmeisterin vorstand. In der Bachkantate „Jesus bleibet meine Freude“ zeigte sie sich als einfühlsame, technisch versierte Violinistin.
Die Orchestertanzsuite mit solistischer Querflöte aus dem zweiten Teil der „Feuerwerksmusik“ von G.Fr.Händel erlebten die Zuhörer als ausdrucksvolles Beispiel barocker Freude und Kontrapunktik. Festlichen Trompetenglanz verbreiteten Christian Egger und Uwe Kaipf in den Gotteslob-Liedern des Chores, vor allem aber auch als Solisten im B-Dur-Konzert von Antonio Vivaldi. Die schnellen Sätze prägte hervorragendes, tonschönes Zusammenspiel in präziser rhythmischer Geschlossenheit.
Perfekt einstudiert
Als wertvolle Gesangssolistin stattete Iris Lutzmann die Kantaten von J.S.Bach, Boxberg und V.Rathgeber mit erlesener stilistischer Schönheit und den „Engel“ aus dem „Elias“ von Felix Mendelssohn Bartholdy in samtener Grazie aus. Großartig einstudiert präsentierte sich der 40 Personen umfassende gemischte Chor. Er machte etwa mit der Bach-Kantate BWV 147 jedem renommierten Kirchenchor Ehre. Die Liedertafel imponierte mit tragendem Gesamtklang, feiner Differenzierung in den einzelnen Stimmen, sicheren Einsätzen und wurde den althergebrachten Tonsätzen genauso gerecht wie den romantischen und modernen.
So blieben nachhaltig im Gedächtnis der Magnificat-Kanon, das „Ich steh an deiner Krippe hier“ oder „We sing Feliz Navidad“ (vom Jugendkammerchor dargeboten) und „O holy night“ von A.Adam. In den festlichen Schlussjubel mit Pauken (Uli Weber) und Trompeten vereinigten sich die Besucher und sangen begeistert das „Tochter Zion“ mit.