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Stadtrat
26.04.2017

Wie ist ein Stadtrat gut genug vorbereitet?

Die Stadt Höchstädt hat ein Organisationsgutachten erstellen lassen.
Foto: sb

Wolfgang Konle lobt und kritisiert – das stößt auf Abwehr

Es ist Wolfgang Konle ein Anliegen, dass er dieses Thema am Ende der öffentlichen Sitzung am Montag noch anspricht. Der SPD-Fraktionssprecher sagt: „Ich möchte Kritik und Lob aussprechen. Zum ersten Mal, seit ich im Stadtrat bin, haben wir richtige Sachinformationen und Beschlussvorlagen für die Sitzung erhalten. Ich finde einzig bedauerlich, dass wir dafür den Prüfungsverband brauchen.“ Er wünsche sich, dass künftig diese Unterlagen zudem im Vorfeld der Sitzungen im Amtsblatt veröffentlicht werden, „weil wir ja transparent sein wollen“. Er lobt die Verwaltung, dass die Unterlagen am Montag vorbildlich seien, und wirft seinen Stadtratskollegen gleichzeitig vor: „Ich möchte in Zukunft bitten, dass solche Anträge, die unsere Fraktion in der Vergangenheit zwei Mal schon gestellt hat, nicht mit politischem Kalkül entschieden werden.“ Und damit löst Wolfgang Konle bei seinen Kollegen Empörung aus. Allen voran bei Zweitem Bürgermeister Stephan Karg. Er sagt zu Konles Ausführungen: „Vorneweg möchte ich betonen, dass wir keine Prüfung oder Ähnliches hatten. Wir haben ein Organisationsgutachten für die Verwaltung anfertigen lassen. Darin wurde erwähnt, dass manche Abläufe anders sein könnten. Mehr nicht.“ Karg betont weiter, dass die Verwaltung vehement an der Umsetzung arbeite, aber eine komplette Organisation nicht von heute auf morgen umgestellt werden könne. „Wir arbeiten mit Hochdruck an einer Optimierung, aber ich weise deutlich zurück, dass wir eine Prüfung im Haus hatten. Unsere Verwaltung leistet hervorragende Arbeit und ich will auf keinen Fall, dass in der Öffentlichkeit ein anderer Eindruck entsteht“, so Karg.

Ludwig Kraus (CSU) ergreift nach Konles Ausführungen ebenfalls das Wort und sagt: „Ich lasse mir hier nicht nachsagen, dass wir Anträge nach politischem Kalkül niederschmettern. Außerdem haben für die anderen bislang die Vorbereitungen für eine Sitzung ja wohl gereicht.“ Kraus kritisiert außerdem, dass Konle bei der vergangenen Fraktionssitzung nicht anwesend war und keinen Vertreter geschickt hat. „Das gehört für mich auch zu einer ordentlichen Vorbereitung“, so Kraus. Hans Mensch (Freie Wähler) weist den Vorwurf des politischen Kalküls ebenfalls mit Nachdruck zurück und sagt: „Das sind Vorschläge, die wir umsetzen können. Unsere Verwaltung arbeitet herausragend. Dass man diese Sache nun unter Sonstiges in der Tagesordnung ansprechen muss, finde ich sehr schade. Es ist nichts falsch gelaufen, und solche Dinge könnte man auch im Fraktionstreff besprechen.“ Wolfgang Konle wehrt sich: „Ich finde es sehr positiv, dass wir diese Vorschläge annehmen wollen. Ich wollte nur noch mal in Erinnerung rufen, dass unsere Partei schon zwei Mal solch einen Antrag gestellt hat und zwei Mal habe ich nicht verstanden, warum es abgelehnt worden ist. Das sei mir verziehen.“

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