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20.06.2014

Von wegen privat: Seen sind für alle da

Seeufer darf in Bayern jeder betreten, das garantiere die Verfassung des Freistaates, sagt Christa Marx vom Landratsamt. Das gelte auch, wenn sich das Grundstück in Privatbesitz befinde.
Bild: Aumiller

Wo im Landkreis gebadet werden darf und wo nicht

Es ist heiß, mit Kind, Kegel und Badesachen lässt sich die Familie an einem herrlichen Seeufer irgendwo im Landkreis nieder. Der perfekte Sommertag kann beginnen. Doch dann taucht der Grundstücksbesitzer auf und versucht, die Erholungssuchenden zu vertreiben. Er will sich selbst ans Wasser legen und legt dabei keinen Wert auf Gesellschaft. Streng verweist er auf das Schild: „Privatgrundstück – betreten verboten.“

Unzählige Seen, Teiche, Weiher und Flussufer locken Sonnenanbeter und Wasserratten in der Region. Doch nur drei Seen im Landkreis Dillingen sind als offizielle EU-Badegewässer ausgewiesen – sie werden nach den Kriterien der Europäischen Union überwacht: der Auwaldsee, der Gartnersee und der Wünschsee. Ebenfalls einmal im Monat untersucht werden der Neuhofsee, der Wasserskisee, die Rossau-Seen (Weisingen), der Badesee bei Schwenningen, der Gemeindeweiher Sontheim und der Schnell-Weiher bei Binswangen. Doch darüber hinaus gibt es viele weitere Seen, deren genaue Anzahl nicht einmal das Landratsamt kennt. Die allermeisten sind entstanden, als Kies ausgebaggert wurde. Und viele Seen befinden sich in Privatbesitz, gehören Vereinen oder Gemeinden. Doch wo ist Baden überhaupt erlaubt?

Grundsätzlich, sagt Christa Marx, Leiterin der Abteilung Bau und Umwelt am Landratsamt Dillingen, ist die Sache klar: „Seeufer darf in Bayern jeder betreten, das garantiert die Verfassung des Freistaats.“ Dort stehe geschrieben, dass der freie Zugang zu Naturschönheiten und Gewässern jedem gestattet ist. Das gelte auch, wenn sich das Grundstück in Privatbesitz befindet. Nicht nur der freie Zugang zum Wasser ist gestattet, auch sein Handtuch darf der Badefreund am Ufer ausbreiten. Die Familie aus der eingangs geschilderten Szene müsste sich also keineswegs vertreiben lassen. Doch laut Marx gibt es einige Ausnahmen vom Recht auf freien Seezugang. Ein Beispiel: „Wenn ein Grundstücksbesitzer etwa am Ufer einen Wildschutzzaun anlegt, um die Bäume vor Verbiss zu schützen, dann darf er das.“ Überhaupt: Zäune seien zu beachten. Auch wenn nicht immer sicher sei, dass sie rechtmäßig errichtet worden sind – einfach drübersteigen ist verboten.

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Auch ein Landwirt, dessen ungemähte Wiese am See von Horden von Badegästen zertrampelt wird, muss dies nicht dulden. An Seen, an denen noch Kies abgebaut wird, können ebenfalls Verbote ausgesprochen werden. Denn aktive Bagger oder unter Wasser verlegte Stromkabel sind für Schwimmer lebensgefährlich, warnt Marx.

Zelten und Feuer machen muss Besitzer nicht dulden

Häufig werden allerdings auch die Erholungssuchenden selbst zur Gefahr – etwa für seltene Wasservögel, die gerade brüten. Aus Gründen des Natur- und Artenschutzes können Badeverbote ausgesprochen werden, so Marx: „Im Landkreis gilt das beispielsweise für den Schurr-See im Gundelfinger Moos.“ Hier gibt es eine Verordnung, dass dieser See vom Gemeingebrauch ausgenommen ist.

Nicht dulden müssen Grundstücksbesitzer übrigens, wenn an ihren Seen gezeltet oder ein Feuer entzündet wird.

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