Startseite
Icon Pfeil nach unten
Dillingen
Icon Pfeil nach unten
Zöschingen
Icon Pfeil nach unten

Wanderung: Alle im Eimer

Wanderung

Alle im Eimer

  • |
  • |
  • |
    Dieser kleine Bergmolch hat es gleich geschafft. Nur noch eine kleine Zwischenstation im Kübel und schon darf er wieder in seinen Heimattümpel.
    Dieser kleine Bergmolch hat es gleich geschafft. Nur noch eine kleine Zwischenstation im Kübel und schon darf er wieder in seinen Heimattümpel.

    Vorsichtig stapft Sonja Gerhold durch das nasse Gras. Stück für Stück untersucht sie den grünen, meterlangen Zaun entlang der Straße bei Zöschingen. Die Sonne scheint kräftig und es weht ein straffer Wind. Es ist Eile geboten. Molche, Kröten und Frösche brauchen Wasser.

    Alle paar Meter hat der Nabu Zöschingen Eimer in der Erde vergraben. Hier fallen die Amphibien hinein und werden morgens und abends von fleißigen Helfern gerettet und zum Wasser gebracht. „Wir sammeln die Molche und Frösche hier ein, damit sie nicht von den Autos überfahren werden“, erklärt Sonja Gerhold. Sie bückt sich und stochert mit einem Ast im matschigen Inhalt des Kübels herum.

    Die winzigen Molche und trägen Erdkröten bräuchten fast eine Stunde, bis sie die zweispurige Straße überquert haben. Keine Chance für die geschützten Tierchen. Jetzt im Frühjahr verlassen die Amphibien ihre Winterquartiere und wollen zu ihrem Geburtstümpeln zurück, um abzulaichen. Rund drei Monate dauert die Kröten- und Molchwanderung. In dieser Zeit betreuen die Helfer die Zäune.

    Sonja Gerhold hat Verstärkung vom Nabu-Vorsitzenden Zöschingen bekommen. Georg Holzheu kontrolliert die Eimer auf der gegenüberliegenden Straßenseite. „Wir müssen die Eimer auch umdrehen, manchmal sitzen die Tiere darunter, um nicht auszutrocknen“, erklären die beiden. Sonja Gerhold ist fündig geworden. Gleich drei dicke, schwarze Bergmolche liegen in dem Eimer. Einer bewegt sich nicht mehr. „Vielleicht berappelt er sich im Wasser wieder“, sagt sie.

    Heuer ist die Amphibienwanderung schleppend angelaufen. Viel weniger Frösche, Kröten und Molche als 2011 werden über die Straße getragen. Der strenge Winter und die frostigen Nächte locken die Tiere nur langsam aus ihren Quartieren. „Das sind aber noch natürliche Schwankungen. Vielleicht kommen in einer warmen, regnerischen Woche noch mal welche“, sagt Georg Holzheu.

    Mehr dazu lesen Sie in der Samstag-Ausgabe der Donau-Zeitung.

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein
    Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden