Gundelfingen Wie geht es mit der Klärschlammentsorgung bei der Stadt Gundelfingen weiter? Vertreter von Verwaltung, Stadtrat und Bürgermeisterin Miriam Gruß haben sich dem Thema jetzt angenommen und am Mittwoch das Klärwerk Steinhäule in Neu-Ulm besucht, bei dem die Stadt seit rund zehn Jahren Kunde ist, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt.
Bei einer Führung bekamen sie ein Bild davon, was mit dem Abwasserschlamm nach der Anlieferung passiert. Dabei wird das Material zunächst entwässert und dann in einem der beiden Wirbelschichtöfen thermisch verwertet. Während des Prozesses werden problematische Verbindungen zerstört oder abgeschieden. Die Asche, die bei der Verbrennung entsteht, enthält wertvolle Nährstoffe (etwa Phosphorverbindungen), die als Rohstoff an die Düngemittelindustrie geliefert werden.
Hintergrund des Besuchs ist die Absicht der Betreiber, einen neuen Zweckverband zu gründen. Zum einen soll in die 40 Jahre alte Anlage investiert werden. Zum anderen gibt es Änderungen im Steuer- und Vergaberecht sowie der Klärschlammverordnung. Aus diesem Grund wurden im vergangenen Jahr sämtliche Vertragspartner abgefragt, ob Interesse besteht, dem neuen Zweckverband beizutreten. Ende Juli 2018 hat der Stadtrat schon eine entsprechende Absichtserklärung abgegeben. Bis Ende März sollen nun die Beitrittsverhandlungen abgeschlossen sein, danach wird das Gremium endgültig abstimmen. „Es war sehr interessant, und wir haben viele Eindrücke gewonnen, die für unsere Entscheidung im Stadtrat von Bedeutung sind. Die Klärschlammentsorgung ist ein wichtiges Thema, und wir sind auf einem guten Weg, die Entsorgung auf eine stabile Basis stellen zu können“, sagte Bürgermeisterin Gruß nach dem Besuch der Anlage.
Durch einen Beitritt wäre die langfristige Entsorgungssicherheit für die Stadt gewährleistet. Zudem entstünden durch die räumliche Nähe vergleichsweise geringe Transportkosten. Als Mitglied des Zweckverbandes könnte die Stadt schon jetzt die Werte für das sogenannte „Phosphornutzungsgebot“ (tritt ab 2029 in Kraft) einhalten. Schon bei der Sitzung im Juli wurde deutlich, dass es bei einer Nichtbeteiligung sehr schwer würde, Klärschlamm entsorgen zu lassen, heißt es in der Mitteilung. Im Falle einer Zusage würde der neue Zweckverband – mit Beteiligung der Stadt – Ende Mai auf den Weg gebracht, Anfang 2020 würde er dann seine Arbeit aufnehmen. Aktuell fallen in Gundelfingen etwa 1000 Tonnen Abwasserschlamm pro Jahr an. Die Entsorgungskosten werden auf circa 75000 Euro beziffert. (pm)