Pünktlich für das Afrika-Festival hat sich das Wetter auf den Sommermodus eingestellt. Für das feucht-tropische Ambiente hinter dem Areal von Blumen Eber kam das sehr gelegen. Zwischen hochstehenden Gewächsen, Lagerfeuer und den hölzernen Räumlichkeiten gelang es den Veranstaltern, ein Gefühl zu vermitteln, als befinde man sich in einer simbabwischen Exklave. Das Land im Süden Afrikas habe einen größeren Einfluss auf Birkenried, erklärt Pressesprecher Metin Kont.
Tansanische Band hat wegen Ebola-Ausbruch in Uganda kein Visum bekommen
Rund 700 Gäste trudelten laut Kulturgewächshaus-Vorsitzendem Till Kurz bereits am Freitag über das Gelände. Sie schienen sich wohlzufühlen: Wenn sich die Gäste nicht fröhlich unterhielten, wurde entweder getanzt oder gelacht. Die fruchtigen Cocktails der Kulturbar und das frisch gezapfte Bier der Günzburger Radbrauerei mögen dazu beigetragen haben.
„Petrus spielt uns in die Hände“, freut sich Kurz. Bei diesen Temperaturen rechnet er mit bis zu 5000 Gästen, die im Verlauf des Wochenendes den Weg in den Gundelfinger Westen aufnehmen. Am Samstag regelt die Freiwillige Feuerwehr Peterswörth den Verkehr, weil so viele Autos kommen. Neben einem Markt gibt es rund 50 Programmpunkte für Jung und Alt. Ein wichtiger davon ist kurzfristig weggefallen. Eine Band aus Tansania durfte nicht nach Deutschland fliegen, weil sie kein Visum bekam, erklärt Kurz. Grund dafür sei der Ebola-Ausbruch im benachbarten Uganda gewesen. „Das habe ich am Donnerstagabend erfahren. Die Nacht habe ich dann damit verbracht, einen Ersatz zu finden, und den habe ich gefunden.“
Bekannter Gastronom freut sich: „Alle Jahre wieder Afrika-Festival“
Unter den kulinarischen Anbietern gibt es einen, der sich auf dem Afrika-Festival zu einer Art Institution entwickelt hat: Max Bousso, „der saarländische Senegalese“, wie er sich selbst nennt. Bousso serviert bis spätabends Mafé (ein Gericht mit Reis, Erdnussbutter, Gemüse oder Rindfleisch) oder Yassa (ein Hähnchengericht). „Hauptsach gut gess, heißt das auf Saarländisch“, erklärt der Gastronom lachend und steckt damit die Gäste vor dem Stand an. „Alle Jahre wieder Afrika-Festival Birkenried. Das ist immer das Highlight an Pfingsten.“ Was er hier schätzt, sei die Vielfältigkeit. Es gebe ein großes Spektrum aus den Communitys (Gemeinschaften) und er freue sich, dass tagsüber so viele Kinder zu sehen seien.
Am Lagerfeuer vor der Kulturbar hat sich unterdessen eine Freundesgruppe aus Biberach und Umgebung niedergelassen. Mit einem umgebauten Feuerwehrauto fuhren sie hierher, um vier Nächte zu bleiben. „Wir sind letztes Jahr auf das Festival gestoßen und wollten auf jeden Fall nochmal kommen“, erklärt einer der Camper.
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