Ein lauer Maiabend, ein Himmel voller Sterne – und eine Turnhalle, die sich in ein Raumschiff verwandelte: Das 16. Kesseltaler Muttertagskonzert des Musikverein Bissingen am 9. Mai stand ganz im Zeichen des Sternenhimmels und nahm das Publikum mit auf eine stilvolle Reise zwischen Swing, Filmmusik und Pop. Die Stammkapelle unter der Leitung von Jochen Ruf und die Jugendkapelle MöBi JUnited unter der Leitung von Johanna Seiler gaben dem Thema nicht nur musikalisch einen glänzenden Rahmen: Mit fein abgestimmten Lichteffekten von Franz Rauh (Kesseltaler Eventtechnik KPA) wurden die in der Musik erzählten Szenen – etwa der vibrierende Countdown und der Raketenstart in „Apollo 11 – Mission to the Moon“ – atmosphärisch erlebbar, sodass manch ein Zuhörer unwillkürlich den Atem anhielt.
Gleich zu Beginn setzte die „Moonlight Serenade“ ein funkelndes Zeichen der Eleganz. Moderatorenstimme Karina Bartschat lud das Publikum ein, den Blick zu heben und den Kesseltaler Nachthimmel zu genießen: „Ich hab’s schon öfter getan und kann sagen, der Kesseltaler Sternenhimmel ist wirklich ‚himmlisch‘.“ Mit warmem Big-Band-Schimmer und einer feinen Solo-Klarinette entfaltete sich die romantische Stimmung, die den Abend wie ein silbriger Faden durchzog. Später sorgte „Space and Beyond – Melodien aus der Star-Wars-Saga“ für Gänsehaut, bevor das Sinatra-Medley das Publikum zwischen „Fly me to the Moon“ und „My Way“ charmant zur „Bodenstation“ zurückführte.
Ein besonderer Glanzpunkt des Abends waren die Ehrungen. Jugendleiterin Johanna Paulus würdigte die erste große Wegmarke dreier junger Musikerinnen und Musiker: Die D1-Prüfung legten Eva Sandmeier und Veronika Konrad erfolgreich ab, begleitet von jenen „feuchten Händen und klopfendem Herzen“, die zu jedem echten Meilenstein gehören. Ihre Botschaft an den Nachwuchs: „Genau das macht Musik aus: Man hat selbst Freude am Musizieren und schenkt gleichzeitig vielen anderen schöne Momente.“
Die Jugendkapelle bewies an diesem Abend etwa, zwischen Wolkenbildern und energiegeladenen Steigerungen, dass der musikalische Nachwuchs nicht nur Töne, sondern auch Geschichten in den Raum malen kann. Und wenn Sinatra am Ende mit „My Way“ leise in die Nacht winkte, dann schwang darin auch ein Gruß an jene mit, die den Weg des Vereins geprägt haben – und an jene, die ihn nun fortschreiben.
Markus Korn dankt ausgeschiedenen Vorstandsmitgliedern
Theo Keller, Vizepräsident des Präsidiums des Allgäu-Schwäbischen Musikbundes, zeichnete langjähriges Engagement aus: Tabea Eigenthaler (20 Jahre aktives Musizieren), Kristin Korn (25 Jahre), Anette Paulus (50 Jahre) auf und vor der Bühne. Nicht nur als Musikantin, sondern auch als Dirigentin und Mitglied in der Bezirksvorstandschaft des ASM machte sie sich um das Brauchtum der Musik verdient. Für ihren Einsatz als Funktionärinnen wurden zudem Marlene Durner (15 Jahre, Jugendleitung und 2. Vorsitzende) und Charlotte Miller (15 Jahre, Schriftführerin) ausgezeichnet. Heiko Bartschat erhielt die Ehrung für 30 Jahre Vorstandschaftsarbeit. Er war maßgeblich an der Gründung des Musikverein Kesseltal Bissingen beteiligt und begleitete den Verein nun 27 Jahre als Vorsitzender.
Denn dieses Muttertagskonzert war zugleich das Erste für das neue Führungsteam. Erster Vorsitzender Markus Korn überreichte im Anschluss an die Ehrungen an die ausscheidenden Vorstandsmitglieder Heiko Bartschat, Marlene Durner und Charlotte Miller Präsente.
So blieb nach langem Applaus ein Gefühl, das man von Sternennächten kennt: Man geht ein wenig stiller hinaus, aber mit funkelnden Augen. (AZ)
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