Eine Mark – das Beitrittsgeld für die „Zimmerstutzen Schützengesellschaft Bissingen“ sei zur Gründung im Jahr 1896 der Gegenwert von fünf Maß Bier gewesen, schreiben die Schützen in ihrer Chronik. Mit Ausrufezeichen hinter dem Bier. Wer also sagt, es sei alles teurer geworden, der kann sich über den Jahresbeitrag bei den Bissinger Schützen nicht beschweren. 35 Euro werden aktuell für Erwachsene fällig. Auf dem Oktoberfest bekommt man dafür nicht einmal drei ganze Maß Bier. Günstiger als auf der Wiesn wird es freilich auf dem Schützenfest zugehen, das der Bissinger Schützenverein zum 130. Gründungsjubiläum ausrichtet. Das ist geplant.
1896 waren es nur zwölf junge Männer, die sich zum Verein zusammenschlossen. Das Schützenwesen bildete sich, so kann man in der Vereinschronik nachlesen, schon im Mittelalter heraus. Was heute Spaß ist, war damals ernst. Es ging um den Schutz von Menschen und Gütern. Später dann, in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges, habe die Bevölkerung zur Selbstverteidigung Schutzgruppen gebildet. Auch in Bissingen gab es im 17. Jahrhundert eine Bürgerwehr, die im „Schießhaus“ nahe dem Hofgarten übte. Die Bürgerwehren waren wohl Vorläufer der Schützengilden und -vereine.
Patenverein aus Tirol reist nach Bissingen an: Das ist am 20. und 21. Juni geplant
Diese wandelten sich mit der Zeit zu Traditionsvereinen, die bei Festen und Feiern ihre Auftritte hatten. Die Bissinger Schützen organisierten zahlreiche Veranstaltungen. Das Sternschießen, Strohschießen und allerlei andere Wettbewerbe, Faschingsbälle und Weihnachtsfeiern. Auch, um die Vereinskasse aufzubessern. Zwischen 1933 und 1959 „ruhte“ das Vereinsleben. In der Nachkriegszeit folgte die „Wiedergründung“ in Buggenhofen, heißt es in der Chronik.
Der aktuelle Vorsitzende Johannes Heider sagt, dass der Verein inzwischen rund 190 Mitglieder zählt. Nicht alle lebten im Kesseltal, manche seien auch weggezogen, dem Verein aber treu geblieben. Zum Gründungsfest erwarte man zwischen 800 und 1000 Gäste. Dafür sei man fleißig am Organisieren. Patenverein sind die Speckbacher Schützen aus Tirol. Die werden am Samstag, 20. Juni, um 14 Uhr gebührend empfangen. Dann geht es weiter zum Schirmherrn und Bürgermeister Stephan Herreiner. Um 16.30 Uhr folgt dann der Bieranstich, um 17.30 Uhr der Sternmarsch mit Böllerschießen. Ab 20 Uhr wird mit den Dorfstadl-Musikanten der bayerische Abend zelebriert. Am Sonntag geht es mit einem Gottesdienst weiter. Auch der Staatsminister Fabian Mehring (FW) wird erwartet. Abends treten die Kabarettisten „Hillus Herzdropfa“ auf.
Info: Das gesamte Festprogramm, Infos zu Tischreservierungen und Kabarett-Karten gibt es über www.schuetzenverein-kesseltal-bissingen.de/
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