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Brustkrebs überwinden: Neue Sisterhood-Gruppe in Dillingen gegründet

Höchstädt/Dillingen

Treffen in Dillingen: Gemeinsam den Neuanfang nach Krebs schaffen

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    Nadine Förg hat die Sisterhood-Gruppe in Dillingen gegründet. Am 5. Mai findet das erste Treffen im Dillinger Colleg statt.
    Nadine Förg hat die Sisterhood-Gruppe in Dillingen gegründet. Am 5. Mai findet das erste Treffen im Dillinger Colleg statt. Foto: Simone Fritzmeier

    Einmal im Monat. Das hat sich Nadine Förg für dieses Jahr vorgenommen. Mindestens. Dann will sie ihren Rucksack packen, die Wanderstiefel anziehen und in die Berge fahren. Sich bewusst eine Auszeit nehmen. Ihr treuer Begleiter ist dabei Hund Balu – wenn der Weg nicht zu weit und der Berg nicht zu steil ist. „Ein Tag in den Bergen fühlt sich für mich wie eine Woche Urlaub an“, sagt die 34-Jährige und lächelt. Diese Auszeit, einmal im Monat, braucht sie und nimmt sie sich. Denn hinter der jungen Frau liegen schwere Zeiten. Zeiten, in denen ein Ausflug nicht möglich war.

    Nadine Förg hat im Juni 2024 die Diagnose Brustkrebs erhalten. Chemotherapie, ausfallende Haare und Abnahme der Brust sowie die Rekonstruktion – die Höchstädterin kämpfte um ihr Leben. Mit Erfolg. Zumindest gilt sie Stand heute als krebsfrei. „Was aber nicht heißt, dass ich geheilt bin. Das bin ich nicht“, sagt sie. Der Krebs hat seine Spuren hinterlassen. Körperlich und seelisch. „Das sehen die meisten Menschen nicht“, ergänzt sie.

    Positiven Umgang mit Krebserkrankung lernen

    Genau deshalb will sie ihre Erfahrungen weitergeben. Sie gründet die erste Sisterhood-Gruppe in Dillingen, die am Dienstag, 5. Mai, erstmals im Colleg zusammenkommt. „Der Fokus liegt nicht auf dem Kranksein. Es geht um Lebensmut, Austausch und den positiven Umgang mit Krebs“, sagt Förg. Frauen, die an Krebs erkrankt sind, und auch Angehörige sind willkommen. Dahinter steht die Organisation Lebensheldin, die Frauen nach ihrer Diagnose auffangen möchte. Nadine Förg hat diese positive Erfahrung selbst machen dürfen. Sie erzählt: „Das hat mir geholfen, und ich möchte einfach etwas zurückgeben.“ Noch während ihres Krankenhausaufenthaltes hat sie online die Mentorinnen-Ausbildung absolviert. Die Höchstädterin möchte das weitergeben, was sie selbst für sich gelernt hat. „Ich habe mich verändert. Der Krebs hat mich verändert. Das meine ich positiv.“

    Zu wissen, was man will oder nicht will. Sich zurücknehmen, wann immer es notwendig ist. Sein Leben nach den eigenen Bedürfnissen ausrichten. „Nein, ist ein ganzer Satz. Das weiß ich jetzt und ich fühle, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Mir geht es gut“, sagt Nadine Förg. Auf diesem, ihrem, Weg will sie Frauen, die ähnliche Erfahrungen machen mussten, mitnehmen. Sie begleiten. Bei den Sisterhood-Treffen, die ab sofort immer am ersten Dienstag im Monat um 18.30 Uhr im Dillinger Colleg stattfinden, gibt es daher jedes Mal ein Motto. Wie gehe ich mit Wut um? Oder mit Ängsten? Das sind etwa Themen, die Nadine Förg als Mentorin vorgibt.

    Treffen findet dienstags im Dillinger Colleg statt

    „Und natürlich geht es um den Austausch. Da dürfen auch Tränen fließen. Jeder geht anders mit einer Krebserkrankung um. Aber wir wollen gemeinsam das Beste daraus machen. Die Sisterhood-Gruppe ist ein geschützter Raum, alles ist möglich“, betont sie. Bis zu zwölf Frauen können zu den Treffen kommen. Der Verein Lebensheldin ist gemeinnützig, alle sind ehrenamtlich aktiv. „Ich freue mich sehr auf das erste Treffen, ich habe schon sechs Anmeldungen. Denn bislang gibt es solch eine Gruppe im Landkreis Dillingen einfach nicht“, so die Höchstädterin und: „Mir hat Lebensheldin geholfen. Es hat so viel bewirkt. Das wünsche ich mir für andere auch.“

    Der Verein „LebensHeldin!“

    „LebensHeldin!“ ist ein gemeinnütziger Verein, der remote wirkt und organisiert ist. Der Verein hat aktuell rund 800 Mitglieder. Die Mission: Frauen mit Brustkrebs und ihre Wegbegleiterinnen in ihrer Transformation und Persönlichkeitsentwicklung zu stärken. Online: www.lebensheldin.de.

    Die 34-Jährige strahlt über das ganze Gesicht, wenn sie davon erzählt. Eine Herzensaufgabe, die sie erfüllt und antreibt, wie sie sagt. „Ich höre oft, dass ich mich nicht immer mit diesem Thema auseinandersetzen soll. Aber ich habe eine gesunde Distanz gefunden, ich bekomme es hin, dass ich positiv mit der Krebserkrankung umgehe. Das ist mein Weg.“

    Und der ist längst nicht vorbei. Lymphdrainagen, Physiotherapie, Sporteinheiten – Nadine Förg gibt alles für ihre vollständige Genesung. „Es scheint vielleicht nach außen so, als wäre ich wieder topfit. Aber so ist es nicht.“ Die Höchstädterin erklärt es so: „Der Krebs hat wie ein Tsunami alles in meinem Kopf verwirbelt. Ich muss erst wieder sortieren.“ Das dauert. Aber das, so die junge Frau, könnten eben nur diejenigen verstehen, die dasselbe durchlebt haben. Deshalb sei ihr die Sisterhood-Gruppe in Dillingen so wichtig. Und ihre monatliche Auszeit in den Bergen. „Ganz wichtig“, sagt sie und lächelt.

    Anmeldung: Das Sisterhood-Treffen in Dillingen findet erstmals am Dienstag, 5. Mai, um 18.30 Uhr im Dillinger Colleg statt. Von da an jeden ersten Dienstag im Monat um 18.30 Uhr, gleicher Ort. Unter www.lebensheldin.de/sisterhoods/89407-dillingen kann man sich direkt bei Nadine Förg anmelden.

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