Es ist eine Nachricht, die im Kreistag Gemurmel auslöst: Am Freitag verkündet die Geschäftsführerin der Kreiskliniken, Elke Frank, eine Neuigkeit, die viele überraschen dürfte. Dr. Frank Auerbach kehrt als Chefarzt an die Kreiskliniken Dillingen-Wertingen (KHDW) zurück. Der renommierte Unfallchirurg war eines der „Opfer“ der Sparmaßnahmen geworden. Im vergangenen Jahr mussten die Kliniken durch ein Insolvenzverfahren. Rund 190 Mitarbeiter verloren ihre Stelle. Auerbachs Entlassung hatte weitreichende Folgen. Die Klinikleitung hofft nun, diese durch die Wiedereinstellung auszubügeln.
Frank stellte sich am Freitag auf Wunsch von Kreisrat Georg Winter (CSU) nochmal dem neu gewählten Kreistag vor. Ein aktuelles Thema in der Klinik ist die Besetzung wichtiger Chef-Stellen. „Die Notaufnahme haben wir in den letzten Jahren nicht ganz adäquat besetzt“, sagt Frank. Doch die Personalsuche laufe aktuell „sehr gut“.
Klinikchefin Frank hinterfragt Trennung von Auerbach
Auch eine wichtige Personalie: die Stelle des Chefarztes in der Unfall- und orthopädischen Chirurgie. An Auerbachs Stelle hatte die ehemalige Klinikleiterin Sonja Greschner den Allgemein- und Viszeralchirurg Prof. Dr. Rainer Isenmann verpflichtet. Der Arzt ging noch in der Probezeit.
Geschäftsführerin Frank, die sich dem Kreistag selbst als Freundin der offenen Worte vorstellt, spricht über die Entscheidung, Auerbach zu entlassen, Klartext: „Ich habe nicht ganz verstanden, warum man in der Insolvenz die Trennung forciert hat.“ Sie habe inzwischen „zwei sehr angenehme Gespräche“ mit Auerbach geführt. Der hatte nach der Entlassung auch ein Verfahren gegen die Klinik vor dem Arbeitsgericht angestrengt.
Auerbach plant Rückkehr nach Gesprächen mit der Klinikchefin
Offiziell war Auerbach trotz der Kündigung als Klinikarzt noch im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) als Ärztlicher Leiter angestellt, fehlte dort allerdings dem Vernehmen nach seit einiger Zeit. Das wiederum brachte das MVZ in Bedrängnis. Im April hatte Frank dem Krankenhausausschuss berichtet, dass auch dieses Landkreis-Unternehmen knapp vor der Insolvenz gestanden habe. Die sei zwar nochmal abgewendet, dennoch fehlte mit Auerbach eine Schlüsselfigur.
Sie habe die Mitarbeiter in der Unfallchirurgie „ganz frech“ gefragt, wie sie es finden würden, wenn Auerbach zurückkäme, berichtet Frank in der Sitzung. Die Rückmeldungen: Positiv. Auerbach sei auch bereit, den Rechtsstreit zu beenden und zum Juli wieder zurückzukommen, so Frank. Nach weiteren Abstimmungen mit dem Landrat und im Aufsichtsrat ist dieser Coup nun offenbar in trockenen Tüchern. Auerbach ist unter anderem Facharzt für Chirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie mit Zusatzqualifikation „Spezielle Unfallchirurgie“ und „Rettungsmedizin“.
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