Nach Brüssel reisen? Beim Europäischen Bürgerforum mitreden? Das könnte für jemanden aus Dillingen Realität werden. Der Grund: Dillingen wurde für die Teilnahme an diesem Gremium in Brüssel ausgelost. Renate Fritzsch, die das Auswahlverfahren in Dillingen koordiniert, hat Ende Mai in 150 Briefkästen entsprechende Einladungsschreiben verteilt. Nun können sich Interessierte registrieren lassen. Allerdings müssen sie sich jetzt beeilen.
Die Orte, in denen die Einladungsschreiben verteilt werden, wurden per Losverfahren ausgewählt. Renate Fritzsch hat viele Türen geklopft und die Briefe überreicht oder eingeworfen. Wer sich als Interessent meldet, hat die Chance, per Zufallsverfahren ausgewählt zu werden. Die Teilnehmenden entwickeln dann ab dem 18. September zusammen mit den anderen Forumsmitgliedern und mithilfe von Fachleuten konkrete Vorschläge zur Stärkung der demokratischen Widerstandsfähigkeit in der EU und ihren Gesellschaften. Sie haben somit die Chance, aktiv zur Politikgestaltung auf europäischer Ebene beizutragen. Reise-, Unterbringungs- und Verpflegungskosten werden in vollem Umfang von der Europäischen Kommission übernommen, und die Teilnehmer erhalten außerdem 80 Euro pro Tag für jeden vollen Arbeits- und Reisetag.
Bürgerforum vereint Teilnehmende aus allen EU-Mitgliedstaaten
Hintergrund: 150 Bürgerinnen und Bürger aus den 27 Mitgliedstaaten werden nach dem Zufallsprinzip ausgewählt, um eine Gruppe zu bilden, die die Vielfalt der EU-Bevölkerung widerspiegelt. Diese Teilnehmenden werden an drei Wochenenden, zweimal persönlich vor Ort und einmal online, zusammenarbeiten. Wer teilnehmen will, benötigt hierzu keine besonderen Kenntnisse der EU oder der EU-Politik. Wenn Bürger und Bürgerinnen nun ein entsprechendes Einladungsschreiben in ihrem Briefkasten gefunden haben, können sie sich für das Forum registrieren. Die Anmeldefrist endet am Sonntag, 7. Juni.
Europäische Kommission setzt auf partizipative Demokratie
Übrigens: In den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, dass in Bürgerforen Menschen aus verschiedenen Ländern und mit unterschiedlichem Hintergrund zusammen konstruktiv an der Ausarbeitung europäischer Gesetze und Strategien arbeiten können. Deshalb hat die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen betont, wie wichtig es ist, die Bürgerinnen und Bürger in den Mittelpunkt unserer Demokratie zu stellen und im Rahmen der Agenda der Europäischen Kommission eine starke Kultur der partizipativen Demokratie zu fördern. (AZ/elhö)
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