Das ist das Motto für den diesjährigen Wagen der Faschingsfreunde Mödingen
Das kostet es auf dem Wagen der faschingsfreunde Mödingen mitzufahren
Faschingsfreunde Mödingen: „Wir haben den geilsten Wagen“
Nach monatelanger Geheimhaltung durften die Prinzenpaare im Landkreis Dillingen am 11.11. endlich ihr Gesicht zeigen und auf den Hofbällen schließlich erstmalig ihre Gewänder und Tänze zur Schau stellen. Etwas später in der Saison wartet eine weitere Faschingstradition: die Präsentation der Faschingswägen. Für einige Vereine ist ihr Gefährt seit Jahren eine Konstante, andere haben es sich zur Aufgabe gemacht, jede Saison einen neuen Wagen zu kreieren. So etwa die Faschingsfreunde Mödingen. Bereits seit Oktober feilen sie an ihrem neuen Projekt.
In einer Halle auf dem Landhof Kling in Mödingen ruhte der Faschingswagen die vergangenen dreieinhalb Monate, während an ihm gefeilt und gebaut wurde – 1300 Stunden lang, wie Vorsitzender Anthony Bunk berichtet. Seit knapp zwei Wochen ist das neue Gefährt fertig und eine mit Karohemd und Latzhose bekleidete Schaufensterpuppe thront an seiner Spitze. Die Figur trägt einen Werkzeugkasten in der Hand und einen Bauhelm auf dem Kopf. Links und rechts von ihr stehen zwei Pylonen, hinter ihr ragen eine Walze und die Spitze eines Krans hervor. Unter ihr rattert der Motor des Traktors, der den mit Backsteinen verzierten Wagen zieht. Fast 19 Meter lang ist der gesamte Zug. Der Bulldog schiebt anstelle einer Schaufel den Titel des Projekts vor sich her: „Bob der Baumeister“ steht auf dem selbst gemalten Schild geschrieben – das diesjährige Wagenmotto der Mödinger.
Im Rennen waren viele Ideen, denn „jeder darf Vorschläge bringen“, sagt Nikolai Joas, der wie auch Bunk bei der Wagenkonstruktion geholfen hat. Unter den vier Favoriten sei dann abgestimmt worden. Wer mitbaut, darf mitentscheiden, lautet die Devise. Das sind bei den Mödingern etwa 15 Männer und Frauen, die immer im Wechsel am Wagen aktiv sind. Wie auch bei den Prinzenpaaren ist während der Vorbereitungen Geheimhaltung angesagt. Erst vor zwei Wochen wurde das Gefährt offiziell und öffentlich präsentiert. Jetzt hat es bereits seine Auftaktveranstaltung hinter sich: den Faschingsumzug in Donauwörth.
Wer einen Umzug auf dem Wagen der Faschingsfreunde Mödingen verbringen möchte, zahlt 50 Euro – oder entscheidet sich gleich für die Pauschale von 300 Euro, um bei allen sieben geplanten Umzügen dabei zu sein. Ein teurer Spaß, der aber lediglich die Kosten des Vereins decken soll, erklärt Julian Kraus. Zwischen 5000 und 6000 Euro schätzt er die Kosten für den Wagen. Dabei sind die Zuschüsse der Sponsoren bereits abgezogen. „Ohne die würd‘s schwierig werden“, sagt Kraus. Mit Essen, Getränken, Anlage und allen weiteren Extras sind die Faschingsfreunde nach eigenen Angaben sogar bei 15.000 bis 20.000 Euro.
Damit es nicht teurer wird, versuchen die Vereinsmitglieder möglichst viele Bauteile aus der vergangenen Saison wiederzuverwenden und lediglich umzugestalten. Seit drei Jahren gibt es im Inneren des Wagens ein „Kabuff“ mit Heizofen und einer Art Küchenzeile. Dort können sich bequem fünf bis zehn Leute aufhalten – Vereinsmitglied Philipp Kling erinnert sich sogar an einen Moment mit 17 Leuten in dem kleinen Raum. „Dann ist's aber voll.“ Oben auf dem Wagen haben nach Schätzungen von Kling maximal 40 bis 50 Leute Platz. Falls in einer Saison so viele Leute dabei sind, dass die Einnahmen die Ausgaben des Vereins übersteigen, werde etwa in Licht und Technik investiert.
Philipp Kling, Julian Kraus, Nikolai Joas und Anthony Bunk sind alle berufstätig. An ihrem Faschingswagen haben sie nach Feierabend und an den Wochenenden gebastelt. Die viele Arbeit stecken sie gerne in das Projekt – „aus Spaß eigentlich“, sagt Kling. Mit seinem „eigentlich“ erntet er lautes Gelächter von seinen Vereinskollegen. „Eigentlich“, wiederholt Kling nochmal grinsend, „aber wir haben trotzdem den geilsten Wagen“. Erneutes Lachen. Mit ihrem „Bob der Baumeister“-Gefährt sind die vier Männer im Alter zwischen 21 und 26 Jahren besonders zufrieden – es zählt sogar zu ihren Favoriten aus den vergangenen Jahren, wie sie sagen.
Mit Freunden und Freundinnen zusammen den neuen Wagen zu bauen, darauf freuen sich genauso sehr, wie ihr Projekt endlich präsentieren zu können. Zu ihren Highlights zählen jedes Jahr der Dillinger Nachtumzug, die Umzüge in Höchstädt und Dischingen – und je länger sie darüber nachdenken, kommen sie zu dem Fazit: „Eigentlich sind alle gut“ – und brechen erneut in Gelächter aus. Die Stimmung zwischen den vier Vereinskollegen ist das, was ihnen insgesamt so am Fasching gefällt: „Die Gemeinschaft“, sagt Anthony Bunk. „Es ist einfach a geiler Haufn“, ergänzt Julian Kraus.
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