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Feldkreuze: Broschüre entdeckt über 100 Denkmale in Wertingen neu

Feldkreuze und Bildstöcke

Historische Spurensuche: So bringt eine Broschüre die Vergangenheit Wertingens ans Licht

Wertingens Stadtarchivar Dr. Johannes Mordstein, Verena und Winfried Heppner präsentieren die Broschüre „Feldkreuze und Bildstöcke in Wertingen und Umgebung“.
Wertingens Stadtarchivar Dr. Johannes Mordstein, Verena und Winfried Heppner präsentieren die Broschüre „Feldkreuze und Bildstöcke in Wertingen und Umgebung“. Foto: Daniel Weigl

Sie stehen an allen Ecken in der Region. Manche sind aus Holz, manche aus Stein, manche aus Metall, manche glänzen, manche haben die besten Tage schon hinter sich: Feldkreuze. Sie sind ein kulturelles Erbe unserer Heimat und jeder ist schon mal an einem vorbeigelaufen oder geradelt. Doch oft werden die Flurkreuze als selbstverständlich betrachtet oder gar nicht erst wahrgenommen. Doch jedes Feldkreuz auf unseren Fluren erzählt eine Geschichte. Verena Heppner und ihr Mann Winfried haben sich auf Spurensuche gemacht und insgesamt 104 Flurkreuze und Bildstöcke im Gebiet der Stadt Wertingen ausfindig gemacht und 21 davon in einer Broschüre illustriert.

Viele Feldkreuze verschwanden oder wurden umgestaltet

Feldkreuze und Bildstöcke prägen seit Jahrhunderten Wertingen und sein Umland. Bereits im ersten Stadtplan von circa 1750, dem sogenannten Kolleffel-Plan, sind drei Kreuze beim Wertinger Friedhof eingetragen. Angesichts der großen kulturhistorischen Bedeutung dieser Flurdenkmale dokumentierte der ehemalige Stadtarchivar Jürgen Fiedler Ende der 1990er-Jahren in Schrift und Bild alle Feldkreuze in Wertingen und den Ortsteilen. In den vergangenen über 25 Jahren sind etliche Feldkreuze verschwunden oder veränderten durch Restaurierungen ihr Aussehen. Auch gibt es einige neue, bislang nicht inventarisierte Kleindenkmäler.

Aus diesem Grund machte sich Verena Heppner als ehrenamtliche Mitarbeiterin des Stadtarchivs Wertingen mit viel Leidenschaft auf den Weg, eine aktuelle Bestandsaufnahme zu erstellen. Angesichts des Reichtums der Feldkreuz-Landschaft hatte das Team des Stadtarchivs die Idee, eine Auswahl der Feldkreuze in einem kleinen Büchlein der Öffentlichkeit zu präsentieren. Und die Nachfrage ist riesig. Etwa 270 Stück sind bereits verkauft. „Damit hätten wir nicht gerechnet, aber es ist ein Werk, das die Seele der Menschen anspricht und durch Ästhetik statt purer Wissenschaft besticht“, so Verena Heppner.

Die Idee eines Kalenders kam schnell an die Grenzen

Eigentlich war die Idee, einen Kalender zu gestalten, aber bei nur zwölf Motiven wäre man zu eingeschränkt gewesen, sagt sie. Mit dem Fahrrad, nur anhand der alten Karte von Jürgen Fiedler, machte sie sich von Roggden bis Hohenreichen auf die Suche nach Feldkreuzen und Bildstöcken. 14 waren gar nicht mehr vorhanden, bei manchen musste sie sich durch Acker und Gestrüpp kämpfen und manche wiesen erst bei genauerer Betrachtung eine besondere Geschichte auf.

21 unterschiedliche Feldkreuze und Bildstöcke werden in der Broschüre dargestellt.
21 unterschiedliche Feldkreuze und Bildstöcke werden in der Broschüre dargestellt. Foto: Verena Heppner

So wie ein Steinkreuz an der Staatsstraße bei Frauenstetten, das hier bereits seit 1921 steht. Dessen Nachfolger aus Holz fiel einem Unfall zum Opfer, und so wurde die beschädigte Christusfigur an der Rückseite angebracht. „Das habe ich erst beim Fotografieren festgestellt“, so Heppner, die sich bei der Bildgestaltung große Mühe gab und liebevoll auf kleinste Details achtete. Ihr Mann Winfried war für die Bildbearbeitung und Druckvorlage zuständig. Solche engagierten ehrenamtlichen Helfer sind natürlich ein Glücksfall für Stadtarchivar Dr. Johannes Mordstein.

Broschüre macht die Vielfalt der Feldkreuze und Bildstöcke sichtbar

„Zunächst ging es um die reine Dokumentation, um das Gedächtnis der Stadt zu erweitern, aber mit der Broschüre zeigen wir, welch wichtiger Teil die Feldkreuze unserer Kulturlandschaft sind, und hoffen, dass die Menschen, die hier leben, diese in Zukunft bewusst als Ziel ansteuern“, so Mordstein. Durch die Broschüre wird sichtbar, wie vielfältig die Feldkreuze und Bildstöcke sind.

So gibt es etwa zwei mittelalterliche Sühnekreuze und Unfallkreuze, die die Erinnerung an Mordopfer beziehungsweise Unfalltote wachhalten. Andere erzählen von der Frömmigkeit ihrer Stifter oder stellen die Fluren unter den Schutz Gottes. Spannende Geschichten und Motive, denen Verena und Winfried Heppner sowie das Wertinger Stadtarchiv unter Mithilfe der Stadt den Bürgerinnen und Bürgern wieder Aufmerksamkeit schenken wollen.

Hier erhältlich

Das Buch „Feldkreuze und Bildstöcke in Wertingen und Umgebung“ kann in der Buchhandlung Gerblinger sowie im Bürgerbüro der Verwaltungsgemeinschaft Wertingen erworben werden.

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