Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat die Firma Gartner in Gundelfingen besucht und sich über den Kreuzbau für die Sagrada Família informiert. Zusammen mit Geschäftsführer Jürgen Wax und mehreren Gartner-Vertretern sah er sich am Freitagnachmittag das Gelände an. „Ich bin total beeindruckt“, erklärt Weimer unserer Redaktion, „weil hier in Gundelfingen ein sensationelles Großkreuz gebaut worden ist“. Der Bundespolitiker plant, zur Einweihung mit Papst Leo nach Barcelona zu fliegen. Erst spät habe er erfahren, dass das Kreuz aus einem deutschen Werk stammt.
Wie sein Pressesprecher ergänzt, habe er die Gelegenheit ergriffen und sei in den Landkreis Dillingen gereist. Aufgrund eines Termins in Nürnberg mit Ministerpräsident Markus Söder war Weimer am Vormittag ohnehin in Süddeutschland. Gartner sagte umgehend zu, als das Ministerium vorab für eine Besichtigung anfragte.
Montageleiter erklärt Minister Weimer: 12.095 Fließen hängen an am Sagrada-Kreuz
Vor Ort zeigt sich Weimer sehr beeindruckt. Zwischen gläsernen Ausstellungsstücken und Planskizzen im Showroom stellt der Kulturstaatsminister viele Fragen. So hängen exakt 12.095 Fliesen an dem rund 100 Tonnen schweren Kunstwerk, wie aus dem Gespräch mit den Design-, Fertigungs- und Montageleitern hervorgeht. Sie erklären zum Beispiel auch, dass die Treppe im Innern des Kreuzes im Nachhinein montiert wurde. Und wie einzelne Segmente teils auf 40 Bolzen passgenau gesetzt werden mussten. „In einem Versuch“, fügt der Montageleiter hinzu.
„Und habt Ihr ein eigenes Zeichen hinterlassen?“, fragt Weimer. Jürgen Wax bestätigt dies: Im Inneren gebe es eine kleine versteckte Tafel, an der die Namen der Planer angebracht seien. Auch außen gebe es eine Stelle mit kleinen Eingravierungen der mutigen Montagearbeiter. Gartner hat insgesamt sieben Jahre an dem 17 Meter hohen Kunstwerk gearbeitet.
Weimer: „Ich weiß, dass im Kreis Dillingen tüchtige und fleißige Menschen leben“
Natürlich kommt beim Besuch auch das „Ulmer Münster“ zur Sprache. Schließlich ist die Firma Gartner schuld, dass das Ulmer Münster seinen jahrhundertealten Titel als Kirche mit dem höchsten Turm der Welt verloren hat (er misst 161,53 Meter). „Deswegen muss Ulm nicht traurig sein, immerhin ist in der Nähe das Kreuz gebaut worden“, sagt Weimer gut gelaunt.
Weimer war lange als Publizist und Verleger bekannt, bevor ihn Bundeskanzler Friedrich Merz zum Kulturstaatsminister berief. Auf die Frage unserer Redaktion, ob er eine Verbindung zum Kreis Dillingen habe, sagt Weimer: „Ich wohne in Oberbayern, insofern bin ich nicht so weit weg. Aber ich weiß, dass hier außerordentlich tüchtige und fleißige Menschen leben.“ Es sei eine tolle Sache, dass sie der Welt „so etwas Großartiges wie dieses Kreuz schenken“.
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