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Landkreis Dillingen: An der Wertinger Klinik entsteht ein Zentrum für Altersmedizin

Landkreis Dillingen

An der Wertinger Klinik entsteht ein Zentrum für Altersmedizin

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    Bereits jetzt werden Patienten und Patientinnen in der Geriatrie der Wertinger Kreisklinik versorgt. Am 1. November sollen nun die Frührehabilitationen starten.
    Bereits jetzt werden Patienten und Patientinnen in der Geriatrie der Wertinger Kreisklinik versorgt. Am 1. November sollen nun die Frührehabilitationen starten. Foto: Berthold Veh (Archivbild)

    Die Kreiskliniken Dillingen-Wertingen gGmbH und die Bezirkskliniken Schwaben haben einen Kooperationsvertrag geschlossen. Ziel ist, die Versorgung von älteren Patientinnen und Patienten im Landkreis Dillingen und darüber hinaus zu verbessern. Die Kreisklinik Wertingen richtet sich, wie berichtet, neu aus und legt einen Schwerpunkt unter anderem auf die geriatrische Versorgung. Chefärztin Dr. Martina Brielmaier leitet die neue Abteilung. Die Bezirkskliniken, so die Vereinbarung, übernehmen die psychologischen und neuropsychologischen Leistungen, die im Krankenhaus im stationären Bereich der Akutgeriatrie benötigt werden.

    Geschäftsführerin Sonja Greschner begrüßt die Kooperation, die sie jetzt mit dem Vorstandsvorsitzenden der Bezirkskliniken, Stefan Brunhuber, geschlossen hat. „Die Bezirkskliniken sind ein essenzieller Partner, um in Wertingen eine Geriatrie zu etablieren. Ihr Bezirkskrankenhaus Günzburg hat die Expertise, wovon wir profitieren." Durch die enge Vernetzung werde medizinische Qualität auf hochwertigem Niveau speziell für ältere Menschen gesichert. "Das ist ein Baustein für unsere Vision eines Zentrums für Altersmedizin am Standort Kreisklinik Wertingen“, sagt Greschner.

    Die Lebensqualität der Betroffenen soll verbessert werden

    Auf der Station für Akutgeriatrie soll ein auf altersbedingte Krankheitsbilder zugeschnittenes Therapieprogramm angeboten werden, heißt es in der Pressemitteilung der Kreiskliniken. Ziel sei zum einen die akutmedizinische Behandlung, um die bestmögliche Genesung der Patienten zu gewährleisten. Zum anderen sollen die Selbstständigkeit der Betroffenen und deren Lebensqualität verbessert und ihre Pflegebedürftigkeit minimiert werden. „Dazu ist eine gute interdisziplinäre, aber ebenso häuserübergreifende Zusammenarbeit notwendig“, sagt die Geschäftsführerin. In der Praxis bedeutet dies: Sollte jemand beispielsweise nach einem Sturz wegen eines Oberschenkelhalsbruchs in die Klinik gebracht werden, gehe es erst einmal darum, die Verletzung chirurgisch zu behandeln. Danach werden sich die Experten und Expertinnen der anderen medizinischen Disziplinen um den älteren Menschen kümmern: Internisten und Geriater, Pflegedienst, Therapeuten und auch Psychologen. Hier kommen dann die Bezirkskliniken ins Spiel. Zudem werden die Seelsorge und Angehörige eingebunden.

    Die Kreiskliniken Dillingen-Wertingen haben mit den Bezirkskliniken einen Kooperationsvertrag zur Behandlung der Patienten in der Geriatrie in Wertingen geschlossen: (von rechts)  Matthias W. Riepe, Stefan Brunhuber, Martina Brielmaier, Markus Müller,  Johann Popp und Sonja Greschner.
    Die Kreiskliniken Dillingen-Wertingen haben mit den Bezirkskliniken einen Kooperationsvertrag zur Behandlung der Patienten in der Geriatrie in Wertingen geschlossen: (von rechts) Matthias W. Riepe, Stefan Brunhuber, Martina Brielmaier, Markus Müller, Johann Popp und Sonja Greschner. Foto: Kreiskliniken

    Die Kreiskliniken Dillingen-Wertingen haben die Bezirkskliniken Schwaben beauftragt, die stationären Patientinnen und Patienten der neuen Hauptabteilung Akutgeriatrie unter Leitung von Chefärztin Dr. Martina Brielmaier, die seit dem 15. Juli auch Chefärztin der Hauptabteilung Innere Medizin ist, psychologisch beziehungsweise neuropsychologisch zu versorgen. Um eine Hauptabteilung Akutgeriatrie zu beantragen, schreibt das Fachprogramm Akutgeriatrie als eine Grundvoraussetzung vor, dass zwingend ein Psychologe oder eine Psychologin dem interdisziplinären Team zur Verfügung zu stellen ist. Landrat und Kreiskliniken-Aufsichtsratsvorsitzender Markus Müller betont, wie wertvoll die geriatrische Fachabteilung künftig für die Region sein werde: „Wir setzen ein Zeichen, indem wir langfristig ein Zentrum für Altersmedizin schaffen, das in seiner Vielfalt seinesgleichen sucht." Patientinnen und Patienten werde eine hochmoderne medizinische Versorgung geboten, den Mitarbeitenden ein attraktiver Arbeitsplatz mit viel Gestaltungsspielraum. Bezirksrat Johann Popp, gleichzeitig stellvertretender Verwaltungsratsvorsitzender der Bezirkskliniken, freut sich ebenfalls über die stärkere Vernetzung der verschiedenen Institutionen, die an der Behandlung älterer Patienten beteiligt sind. "Das Wertinger Haus bietet dafür ideale Voraussetzungen und erhält mit den Bezirkskliniken einen starken Partner“, betont Popp. Der Wertinger hatte sich zuvor für die künftige Kooperation der Kreiskliniken mit den Bezirkskliniken und dem damit verbundenen erweiterten Angebot am Standort im Zusamtal eingesetzt.

    "Gerade ältere Menschen schätzen lokale Gesundheitsangebote, da die Wege kurz sind"

    Professor Mattias W. Riepe, kommissarischer Direktor der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Bezirkskrankenhaus Günzburg und Chefarzt der dortigen Abteilung für Gerontopsychiatrie/Akutgeriatrie, befürwortet die neue Einrichtung in Wertingen. „Gerade ältere Menschen schätzen lokale Gesundheitsangebote, da die Wege kurz sind“, sagt er. Und der Bedarf sei ohnehin da, das beweise schon die Bevölkerungspyramide, wonach in Deutschland mehr Menschen 80 oder 90 Jahre alt werden als noch vor 20 Jahren. „Als Bezirkskrankenhaus Günzburg mit einer großen Klinik und einer etablierten gerontopsychiatrisch/geriatrischen Abteilung freuen wir uns auf die Kooperation mit den Kreiskliniken Dillingen-Wertingen zum Nutzen und Wohle der Patientinnen und Patienten“, sagt Riepe. Bei vielen älteren Menschen mit ihrer Vielzahl an metabolischen, entzündlichen oder kardiovaskulären Erkrankungen entscheidet oft erst die erfolgreiche Behandlung der ebenfalls vorliegenden Demenzerkrankung oder Depression über den Gesamtbehandlungserfolg, so Riepe. Psychologen aus Günzburg sollen in Gesprächen mit den Patienten in Wertingen feststellen, wie groß der Hilfebedarf ist.

    Bereits jetzt werden Patienten und Patientinnen in der Geriatrie der Wertinger Kreisklinik versorgt. Am 1. November sollen nun die Frührehabilitationen starten.
    Bereits jetzt werden Patienten und Patientinnen in der Geriatrie der Wertinger Kreisklinik versorgt. Am 1. November sollen nun die Frührehabilitationen starten. Foto: Berthold Veh (Archivbild)

    Chefärztin Brielmaier bezeichnet das geriatrische Gesamtkonzept in Wertingen als „super“. Es sei so umfassend, wie man es nur ganz selten finde. „Es steht und fällt aber mit den Mitarbeitenden. Mit ihnen gemeinsam können wir etwas Tolles zum Wohle der Bevölkerung aufbauen“, sagt die Chefärztin. Nach momentanem Stand sei geplant, mit den Frührehabilitationen in der Akutgeriatrie am 1. November 2022 zu beginnen, bereits jetzt werden in der Wertinger Kreisklinik geriatrische Patientinnen und Patienten versorgt. (AZ, bv)

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