Im Oktober gab es einen Run auf Ihren Vortrag beim Katholischen Akademikerkreis in Dillingen. Sie setzten spontan einen zweiten Vortragsabend an, der ebenfalls gleich ausverkauft war. Was erwarten denn die Menschen von Ihnen?
PFARRER RAINER MARIA SCHIESSLER: Klare Worte, die nicht aufhetzen; eine Sprache, die man versteht; positive Einstellungen auch in schwierigen Fragen – vielleicht kann ich Ihre Frage mit diesem Dreischritt am besten beantworten, zumindest ist das mein ganz persönlicher Anspruch, mit dem ich zu meinen Veranstaltungen anreise. Nichts anderes möchte ich den Menschen bringen.
In unserer Zeitung war eine Glosse zu lesen, dass Sie sich für längere Zeit ein Zimmer in Dillingen nehmen sollten, um alle Vortragswünsche abzuarbeiten. Der Artikel ging online viral. Sind Sie ein Heilsbringer?
SCHIESSLER: „Heilsbringer“ ist ein sehr heikler Begriff. Donald Trump hat sich als ein solcher im US-Kongress selbst hingestellt, und die vernünftige Welt ist erschrocken darüber. Niemals würde ich auch nur eine Spur von dem, was das wirklich bedeutet, mit mir und meiner Person in Verbindung bringen wollen. Niemals! Ich bin ein Priester aus Leidenschaft, und mir liegt allein die Verkündigung des Evangeliums Christi am Herzen. „Priester Jesu Christi“ steht auf meinem Primizbild aus dem Jahre 1987 unter meinem Namen, mehr nicht, kein Datum, kein Werdegang, nichts, sondern nur aus dem 1. Johannesbrief exakt das, was ich vorhabe: „Was wir von Gott gehört und erfahren haben, das verkünden wir euch; Gott ist Licht und keine Finsternis ist in ihm.“
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