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Schwenningen: Bürgermeister in Schwenningen: Schlussstrich nach sechs bewegten Jahren

Schwenningen

Bürgermeister in Schwenningen: Schlussstrich nach sechs bewegten Jahren

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    Johannes Ebermayer war von 2020 bis 2026 Bürgermeister der Gemeinde Schwenningen.
    Johannes Ebermayer war von 2020 bis 2026 Bürgermeister der Gemeinde Schwenningen. Foto: Simone Fritzmeier

    Es war eine Sensation vor sechs Jahren. Mit 59,7 Prozent hat sich Johannes Ebermayer im ersten Wahldurchgang direkt gegen zwei Mitkonkurrenten durchgesetzt und hat im Mai 2020 den langjährigen Bürgermeister Reinhold Schilling abgelöst. Von insgesamt 920 gültigen Stimmen sind 2020 bei den Kommunalwahlen 544 Stimmen auf Johannes Ebermayer, 300 auf Kandidatin Bettina Kapfer und 76 auf Kandidat Stephan Reitschuster entfallen. Ebermayer hat von da an die Geschicke der Gemeinde Schwenningen gelenkt – voller Herzblut und mit großem Engagement. Der politischen Karriere stand nichts im Wege. Doch es kam ganz anders, vor allem anders, als es sich Johannes Ebermayer selbst ausgemalt hatte.

    Vor einem Jahr zog der Rathauschef die Notbremse und kündigte frühzeitig an, dass er bei der Kommunalwahl nicht mehr antreten wird. Er werde sein Amt als Erster Bürgermeister in seiner Heimatgemeinde nach einer Periode niederlegen. Aus gesundheitlichen Gründen. In wenigen Tagen ist seine Amtszeit nun offiziell vorbei. „Es war mir eine Ehre, meinen Beitrag als Bürgermeister für die Gemeinschaft zu leisten“, sagt Ebermayer und ein wenig Wehmut schwingt dabei mit. Denn: „Ich wollte es aus voller Überzeugung machen.“

    Ebermayer sitzt an diesem Vormittag in seinem Büro im Schwenninger Rathaus. Ordner und Unterlagen stapeln sich auf dem Schreibtisch, das Handy klingelt. Ebermayer ist noch mittendrin, bis zum letzten Tag. Auch, um die Amtsgeschäfte ordentlich zu übergeben, wie er betont. Mit seinem Nachfolger Georg Merz ist er im ständigen Austausch, „wenn er mich braucht, bin ich da“, so Ebermayer weiter. Und trotzdem, so der 49-Jährige, sei er froh, wenn es denn jetzt offiziell vorbei ist. „Nicht mehr zu müssen. Darauf freue ich mich.“ Deshalb sei er konsequenterweise auch nicht mehr für den Kreistag angetreten. Er wolle zur Ruhe kommen, mehr auf die Familie achten. „Auch mal ein Buch lesen oder wegfahren“, sagt er.

    Auszeit im Herbst 2024 aufgrund gesundheitlicher Umstände

    Im Herbst 2024 musste Johannes Ebermayer sich eine Auszeit nehmen. Von Dezember bis Februar hat sein Stellvertreter die Amtsgeschäfte übernommen. „Ich habe viele Menschen kennengelernt, auch in den letzten sechs Jahren. Ich dachte, ich kenne schon viele. Harmoniebedürftig, eher hinderlich, bin ich doch nicht der richtige Typ für diesen Job“, erklärt Ebermayer seine Entscheidung und ergänzt: „Die Nächte waren schlaflos.“

    Der Start mit Corona, die Lockdown-Phasen, das wachsende Misstrauen in die Politik, die Energiekostenexplosion aufgrund des Ukrainekrieges, die Flüchtlingsproblematik, das Juni-Hochwasser inklusive der Entschädigungsverhandlungen, die Diskussionen um eine B16-Umfahrung für Schwenningen, die Flutpolder-Thematik ... Ebermayer bezeichnet es als „eine Legislatur der Krisen“, wie sie auch andere, erfahrene Kollegen durchmachen würden. Und: „Vieles dauert einfach, manchmal auch sehr lange, und dafür wird oft der Bürgermeister verantwortlich gemacht. Was läuft, ist selbstverständlich, doch das System ist sehr komplex.“

    Dennoch: Er sei auch gerne Bürgermeister gewesen, er hadere nicht. Er freue sich unter anderem, dass er in seiner Amtszeit „einen wunderschönen, modernen und zweckmäßigen neuen Kindergarten“ einweihen durfte. Auch stehe die Gemeinde finanziell bodenständig da, Grundstücke und Gebäude für die Innenortsentwicklung wurden erworben, Baugebiete erschlossen und aktuell werden die Friedhöfe in Schwenningen und Gremheim modernisiert. Baumurnengräber und kleine Urnengräber werden installiert, auch der Spielplatz in Gremheim wird neu ausgestattet.

    Ebermayer ist selbstständig in der Automobilbranche

    Johannes Ebermayer zählt noch ein paar mehr Beispiele auf. Er erinnert sich gerne, vor allem an viele Begegnungen mit Menschen. Aber jetzt soll erst mal Ruhe einkehren, „und dann konzentriere ich mich wieder auf meine Kernkompetenzen. Da wird es auch nicht langweilig“, sagt der 49-Jährige lachend. Ebermayer ist schon viele Jahre selbstständig in der Automobilbranche. Das Amt des Bürgermeisters in Schwenningen ist nicht hauptberuflich. Eine Tatsache, „die auch zu überdenken ist. Ganz generell“, so Ebermayer. Seinem Nachfolger wünscht er viel Glück, ein gutes Händchen, Gottes Segen und vor allem Resilienz. Und er hat einen Wunsch: „Überdenken wir doch mal manche Sichtweisen. Ist alles schlecht, was schlechtgeredet wird? Oder geht es uns doch ganz gut und schauen wir lieber wieder mehr auf unser Miteinander. Wichtig ist: gesund bleiben.“

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