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Pferdesport
16.06.2022

Ursula Kurtz lebt ihre Träume

Ursula Kurtz sitzt fest im Westernsattel.
Foto: K3foto

Pferdesport: Nach einem Reitunfall kehrt bei der Finningerin mit der „Liebe ihres Lebens“ auch die Liebe zur Reiterei zurück. Die bayerische Western-Meisterin hat noch viele sportliche Ziele.

Die bayerische Meisterin im Westernreiten heißt Ursula Kurtz und kommt aus Finningen. Mit ihrem Quarter-Horse-Wallach „KB Shiny Lil Wimp“ ritt sie bei den bayerischen Paint-Meisterschaften in Thierhaupten in den Disziplinen „Reining“ und „Ranch Riding“ ganz vorne mit – den Meistertitel gab es jedoch in der Disziplin „Ranch Rail Pleasure“.

Dabei hatte die gebürtige Dillingerin noch vor einigen Jahren mit dem Reitsport komplett abgeschlossen. „Nach einem bösen Reitunfall mit meinem Warmblut hängte ich die Reiterei komplett an den Nagel und konzentrierte mich auf meine Arbeit und meine Kinder“, erzählt Kurtz. Das änderte sich erst, als sie „die Liebe ihres Lebens“, Ulli Kurtz, kennenlernte. Auch er hatte die Reiterei schon vor mehreren Jahren aufgegeben, schwärmte aber immer noch von seinem letzten Pferd, einem Quarter Horse. Bei ihrer Hochzeit im Mai 2014 in Texas erfüllten sich die beiden einen gemeinsamen Traum und brachten als Hochzeitsgeschenke zwei Quarter Horse Stuten aus den USA mit nach Hause. „Wir träumten davon, gemeinsam in den Sonnenuntergang zu reiten“, erinnert sich Ursula Kurtz.

Kurtz musste erst Western-Erfahrung sammeln

Da sie als Englisch-Reiterin keine Erfahrung mit dem Westernreiten hatte, belegte sie immer mehr Westernreitkurse. Die Begeisterung für den Sport wuchs – und damit auch der Ehrgeiz. „Die Sicherheit, die einem ein gut ausgebildetes Westernreitpferd vermittelt, hat mir den Spaß an der Reiterei zurückgegeben“, berichtet sie. Nach ersten kleinen Turnierstarts im Jahr 2016 entwickelte die hauptberufliche Gerichtsvollzieherin ihre besondere Leidenschaft für den „Freestyle“ – einer Kür mit vorgeschriebenen Lektionen zu Musik. „Hier kann ich meine Leidenschaft für Tanz, Musik und Reiten miteinander verbinden“, schwärmt Ursula Kurtz. Bereits 2019 begeisterte sie das Publikum mit einer Freestyle-Kür zu rassigen Flamenco-Tönen samt mitgebrachter Tänzerin.

Ganz anders dagegen das „Ranch Rail Pleasure“, in dem sie nun den bayerischen Meistertitel erringen konnte. Ähnlich einer Abteilung in einer klassischen Dressur-Prüfung haben die Teilnehmer spontane Kommandos der Wertungsrichter möglichst korrekt und ohne sichtbare Hilfen für das Pferd auszuführen. Das gelang ihr mit ihrem Wallach so gut, dass sie eine Richterin zu sich heranrief und für ihren so harmonischen Ritt lobte. Ein richtiger Gänsehautmoment für die Reiterin und ihren vierbeinigen Partner.

Die Amazone aus Finningen will zur "Deutschen"

Doch nach der Meisterschaft ist vor der Meisterschaft, und so laufen für Kurtz und ihren „Jojo“ bereits die Vorbereitungen für die Deutschen Paint-Meisterschaften in Kreuth vom 14. bis 17. Juli. Während „Jojo“ noch nichts von seinem großen Auftritt ahnt und fünfmal die Woche vormittags trainiert wird, zeigt seine Reiterin schon leichtes Lampenfieber. „Kreuth ist einfach noch einmal eine ganz andere Dimension, da ist alles riesig, von der Halle bis zur Tribüne“, erklärt sie und vergleicht ihre Situation mit der eines lokalen Fußballvereines, der plötzlich in der Allianz-Arena spielen dürfe.

Und dann gibt es da ja noch den großen Traum vom Start bei der „Americana“ in Augsburg im nächsten Jahr. Vergangenes Jahr habe sie sich noch nicht getraut, aber 2023, da ist sie sich sicher, wird sie im „Freestyle“ an den Start gehen. Mit dabei sein wird wie immer ihr Ehemann Ulli. Den gemeinsamen Ritt in den Sonnenuntergang haben die beiden erst vor zwei Tagen unternommen – so ist das eben manchmal mit den Träumen.

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