Im Urlaub auf der faulen Haut liegen und Cocktails schlürfen – das ist nichts für Daniela Unger. Die Triathletin tourt zwar gerade mit ihrer Familie in Schweden, verbindet die Nordland-Reise aber gleich mit zwei Starts im sportlichen Dreikampf aus Schwimmen, Radfahren und Laufen. Vergangenes Wochenende hat sie beim Ironman Kalmar mitgemacht – und wurde in ihrer Altersklasse starke Siebte.
Diese Platzierung reichte als „Quali-Slot“ für die nächste Ironman-Weltmeisterschaft Mitte Oktober dieses Jahres auf Hawaii. „Da starteten diesmal ja nur Frauen. Deshalb wurden nicht nur, wie früher, einer oder zwei Slots vergeben“, erklärt die Gundelfingerin. Von Kalmar reiste die Unger-Family weiter nach Stockholm, um die Fähre in die Hauptstadt von Finnland nach Helsinki zu besteigen. Am heutigen Samstag, 26. August, steht für die Athletin des TV Lauingen der Start beim Frauenrennen der „Ironman 70.3 WM“ auf dem sportlichen Urlaubsprogramm. Unser zwar in einem Ort, der sonst eher für hochklassigen Wintersport bekannt ist: Lahti.
Doppelstart war nicht geplant
Für diese Veranstaltung hatte sich Daniela Unger im Mai qualifiziert. „Als ich mich bereits im Dezember 2022 für Kalmar angemeldet habe, war nicht geplant, jetzt zwei solche Hammerwettkämpfe direkt nacheinander zu machen. Aber ich denke, es wird gehen.“
Doch zurück nach Kalmar: Nach langer Anreise präsentierte sich der Renntag extrem stürmisch und neblig, wenn auch ohne Regen. „Die 3,8 Kilometer Schwimmen waren in 18 Grad kaltem Wasser doch wärmer als vorhergesagt, trotzdem entschied ich mich zum ersten Mal für Neoprenhaube und Füßlinge“, sagt Daniela Unger zu den äußeren Umständen.
Nach 1:08 Stunden Tanz mit Wellen und Quallen ging es dann auf die extrem stürmische Radstrecke. Unger: „Ich hab mich am Ende noch sehr geärgert, denn immer wieder wurde ich von Gruppen windschattenfahrender Männer überholt. Als mal wieder eine Gruppe an mir vorbei war, und ich mich nicht gleich zurückfallen ließ, kam direkt ein Kampfrichter und brummte mir fünf Minuten Windschattenstrafe auf, ließ aber die Gruppe ungestraft weiter knapp aneinander fahren.“ Vor lauter Ärger übersah die Gundelfingerin dann auch noch das Penaltyzelt und musste – an der Wechselzone schon abgestiegen – nochmals ein Stück zurückfahren und ihre Strafe absitzen. „Das kostete natürlich viel Zeit und Nerven – und mich mit einer Radzeit von 5:56 Stunden meinen zweiten Platz, den ich bis Kilometer 147 in meiner Altersklasse hatte“, so Daniela Unger.
Im Ziel wartet die Familie schon
Der finale Marathon war hart. Angetrieben von den Zuschauern und der Megastimmung kam Unger nach weiteren 4:07 Stunden ins Ziel. Wo sie nach gesamt 11:20 Stunden Triathlon von ihrer Familie schon erwartet wurde.