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Sternsinger: Als König von Tür zu Tür

Sternsinger

Als König von Tür zu Tür

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    Die Veitriedhausener Sternsinger bei der Anprobe in der Kirche St. Vitus (von links): Christian, Kristina, Sabrina, Philipp und Isabelle.
    Die Veitriedhausener Sternsinger bei der Anprobe in der Kirche St. Vitus (von links): Christian, Kristina, Sabrina, Philipp und Isabelle. Foto: Foto: Salvamoser

    Veitriedhausen Isabelle kann sich noch genau an den Besuch der Sternsinger erinnern, als sie klein war. Denn einer von ihnen – der, der den Kaspar darstellte – räucherte das Haus so ein, dass der Rauchmelder Alarm schlug. Heuer ist die 15-Jährige selbst Sternsingerin und läuft am Heilig-Drei-Königstag mit vier anderen Ministranten durch Veitriedhausen.

    Denn immer die ältesten der momentan 16 Ministranten dürfen am 6. Januar von Haus zu Haus ziehen, ihr Lied vortragen, auf den Türrahmen 20 C+M+B 12 schreiben und Geld- sowie Süßigkeitenspenden entgegennehmen.

    „Bei uns im Dorf ist das einfach so“, erklärt Isabelle die Tradition. Kristina mimt heuer den Mohr Melchior. Beliebt ist diese Rolle nicht sehr. Aber nicht wegen der schwarzen Farbe im Gesicht, die nicht so einfach wieder abgeht. „Sondern wegen des Solos“, sagt die 16-Jährige. Denn eine der sieben Strophen des Liedes singt Melchior alleine.

    Während Kristina schon einmal Sternsingerin war, sind Sabrina und Christian in diesem Jahr zum ersten Mal dabei. Das Lied aber können sie längst auswendig. Schließlich lerne man das schnell von den älteren Ministranten, wenn diese üben, oder von Geschwistern. „Mein Papa kann es heute noch“, erzählt der zwölfjährige Christian sichtlich erstaunt. Schließlich lief sein Vater vor über 20 Jahren schon als Sternsinger durch den Ortsteil Lauingens.

    Und dort ist die Sternsingertradition besonders alt. Schon 1951 zogen drei Frauen in Unterröcken und Tischtüchern durch den Ort, um für die Kirche Spenden zu sammeln. Den Brauch hatten sie aus ihrer früheren Heimat, dem heutigen Tschechien, mitgebracht, aus der sie vertrieben wurden. Die Aktion kam an. So schlüpften schon bald Ministranten in die Rolle der Könige aus dem Morgenland, die, einem leuchtenden Stern folgend, dem neugeborenen Jesus Weihrauch, Myrrhe und Gold brachten.

    Mäntel aus dickem Wollstoff und Tee zum Aufwärmen

    Leonhard Bertenbreiter war neben Harald Fischer und Otto Petermann einer von ihnen. Seine Frau Dora, die Mesnerin, kümmert sich seit Jahren um die Kleider. Schneiderte sie zunächst aus alten Brokatvorhängen aus dem Kloster Obermedlingen Umhänge und Mäntel, fertigte sie vor rund 30 Jahren neue Gewänder aus dickem Wollstoff. Aber so richtig kalt wird es den jungen Veitriedhausenern nicht. Werden sie doch immer wieder zu heißem Tee in die Häuser eingeladen.

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