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Schwimmbad-Neubau: Bürgermeisterin liebäugelt mit neuem Freibad im Bachtal

Syrgenstein/Bachhagel

Der Traum vom Freibad im Dorf: Bürgermeisterin hat große Pläne

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    Zur Veranschaulichung hat die Verwaltung mittels KI Ansichten eines möglichen Schwimmbades generieren lassen. Das Bad könnte hinter der Bachtalhalle realisiert werden.
    Zur Veranschaulichung hat die Verwaltung mittels KI Ansichten eines möglichen Schwimmbades generieren lassen. Das Bad könnte hinter der Bachtalhalle realisiert werden. Foto: Illustration: Verwaltung

    Im Bachtal wird fleißig an der Zukunft getüftelt. Aktuell reift hier offenbar die Idee, ein eigenes Schwimmbad zu bauen. Syrgensteins Bürgermeisterin Mirjam Steiner denkt mal mehr und mal weniger öffentlich darüber nach – wohl gab es diesbezüglich auch bereits Gespräche unter Bürgermeisterkollegen. Ein Schwimmbadbau wäre ein großer Wurf für die Gemeinde und die Region. Wie weit sind die Pläne, wie realistisch ist ein Neubau – und wann und wo könnte gebaut werden?

    Wie weit sind die Pläne gediehen?

    Öffentlich wurde das Projekt noch nicht vorgestellt oder diskutiert. Auch der Gemeinderat hat sich noch nicht mit der Sache beschäftigt, wie Syrgensteins Bürgermeisterin Mirjam Steiner auf Nachfrage mitteilt. Auch gebe es noch kein Konzept und keine konkreten Pläne. Aktuell sammelt die Bürgermeisterin vielmehr Informationen und steht im Austausch mit erfahrenen Kommunen und Akteuren, wie sie sagt. Zur Veranschaulichung liegen erste Skizzen eines möglichen Schwimmbades vor, „lediglich um zu sehen, wie das aussehen könnte“, so Mirjam Steiner. Das Thema soll nun in der Klausurtagung des Gemeinderates erörtert werden. Steiner verdeutlicht: „Es ist ein Traum, mit dem sich aktuell etwas mehr beschäftigt wird.“

    Warum will Mirjam Steiner bauen?

    Die Bürgermeisterin hat Argumente für einen Neubau: „Ein Schwimmbad ist ein extrem hohes Gut für die Lebensqualität vor Ort und eine wichtige Basis für die Kinder“, sagt sie. Und auch wenn die Unterhaltung eines Bades eine „Riesenbelastung“ sei, sei es nach wie vor „nicht unmöglich“, eines zu unterhalten, führt sie aus. Steiner denkt da etwa an den Schwimmunterricht für Schülerinnen und Schüler sowie an Angebote für Seniorinnen und Senioren – hier würde sie gerne „unabhängiger werden“, wie sie sagt. Mirjam Steiner: „Ich bin dankbar, dass wir noch bei anderen Kommunen unterkommen. Wie lange das noch so ist, weiß niemand.“ Für sie geht es auch darum, Verantwortung zu übernehmen: „Dass sich jeder wegduckt in dieser Sache“, halte sie für schwierig.

    Wie könnte das Bad realisiert werden?

    Für Steiner steht fest: „Der Unterhalt darf nichts kosten“ und den kommunalen Haushalt nicht „von vornherein auffressen“. So müsse das Bad entsprechend energetisch aufgestellt werden. Daher will sie das Thema „klug angehen“, wie sie sagt. „Wir müssen das auf solide Beine stellen, dann ist das machbar“, so Steiner. Sie schiebt hinterher: „Nur weil wir ländlich sind, müssen wir nicht verzichten. Aber wir müssen uns vielleicht noch mehr anstrengen.“

    Wie könnte das Bad aussehen?

    Mirjam Steiner stellt sich eine Kombination aus Hallen- und Freibad vor. Als Vorbild nennt sie das „Aquariohm“ in Mücke (Hessen). Realisiert werden könnte das Bad im Bereich hinter der Bachtalhalle in Syrgenstein. Zur Diskussion steht offenbar ein Freizeit- und Erlebnisbad mit mehreren Schwimmbahnen. Weiter könnte es einen Sauna- und Wellnessbereich geben, ein Kinderbecken sowie eine Gastronomie. Mirjam Steiner kann sich gut vorstellen, in dieser Sache mit anderen Kommunen zusammenzuarbeiten oder Kooperationen zu schließen. Sie sagt: „Das ist sicher nicht das Verkehrteste.“ Dabei richtet sie ihren Blick auch in den benachbarten Landkreis Heidenheim: „Für uns existiert die Landesgrenze ohnehin nicht“, so Steiner.

    Alte Zeiten: In Bachhagel gab es früher bereits ein Bad.
    Alte Zeiten: In Bachhagel gab es früher bereits ein Bad. Foto: Archiv

    Welchen Zeithorizont gibt es?

    Fakt ist, dass ein Badneubau die Gemeinde lange beschäftigen würde. Auf einer Realisierung oder einem konkreten Zeithorizont liegt aktuell kein Augenmerk. Mirjam Steiner sagt: „In den nächsten sechs Jahren ist sicher nicht an eine Realisierung zu denken. Wir haben mit Feuerwehrneubau und dem Neubau des Verwaltungsgebäudes einiges zu tun und danach müssen wir erst mal unsere Finanzen wieder in Ordnung bringen“, sagt sie. Dennoch möchte sie „irgendwann so weit sein, dass wir es uns leisten können“.

    Neubauten, Sanierungen, Schließungen

    Die Städte Aalen und Nördlingen etwa haben jüngst neue Schwimmbäder gebaut. Das neue Hirschbachbad in Aalen wurde Ende November 2025 eröffnet. Mit rund 65,7 Millionen Euro ist es das größte kommunale Bauprojekt in der Geschichte der Stadt Aalen. Auch die Stadt Nördlingen hat ein neues Hallenbad gebaut: Das Kraterbad wurde im Februar eröffnet. Der Neubau kostete rund 32 Millionen Euro. Beide Städte agieren damit gegen den Trend, denn landesweit ächzen viele Kommunen unter den hohen Kosten. Nicht selten kommt es zu Schließungen. Auch die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) schlägt Alarm und setzt sich gegen das „Bädersterben“ ein. Laut DLRG sind seit dem Jahr 2000 im Durchschnitt jedes Jahr 80 Bäder in Deutschland geschlossen worden.

    Auch im Landkreis Heidenheim zeigen sich Auswirkungen: 2011 wurde das Niederstotzinger Freizeitbad Lonido aufgrund baulicher Mängel und hoher Kosten geschlossen. In Nattheim ringt man um eine Sanierung des Ramensteinbades. Die kalkulierten Kosten waren in den vergangenen Jahren immens angestiegen.

    Ein Blick in die Geschichtsbücher zeigt: Im Bachtal gab es früher bereits ein Freibad. Als man im Jahr 1937 ein altes Dieselkraftwerk zur NS-Schulungsstätte umbaute, entstand auch das Freibad in Bachhagel mit betoniertem Schwimmbecken, Sprungbrett, Umkleidekabinen und Liegewiese. Das Bad war einzigartig im weiten Umkreis, wie es in Auszügen heißt. Nicht einmal die umliegenden Städte konnten mit Derartigem auftrumpfen, so die Ausführungen weiter. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges war für den Erhalt oder die Modernisierung kein Geld mehr da. Das Freibad befand sich zwischen dem evangelischen Gemeindehaus und dem Therapiezentrum Grosser an der Badstraße. Wohl rührt der Straßenname auch daher.

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