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Vatikan gegen „Charity World Squad“: Dillingen wird zum Treffpunkt der Bundesliga-Legenden

Die Traditionsmannschaft „Charity World Squad“ (schwarz) erzielte gegen den Vatikan (gelb) im Donaustadion sieben Tore. Doch ums Gewinnen ging es an diesem Abend ohnehin nicht.
Foto: Karl Aumiller
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Viele Tore und Emotionen: „Alte Bundesliga-Herren“ lassen Vatikan-Team in Dillingen alt aussehen

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    Es gibt Tage, da wird Sport zur Nebensache, obwohl er gleichzeitig der strahlende Mittelpunkt ist. Ein solcher Tag war am Freitag, als das Dillinger Donaustadion Schauplatz einer Begegnung wurde, die man so wohl nur selten erlebt. Unter dem weiß-blauen Himmel des Landkreises trafen Welten aufeinander: Die „Charity World Squad“, gespickt mit Bundesliga-Legenden, forderte die inoffizielle Nationalmannschaft des Vatikans heraus. Ein Ereignis, das Dillingen für wenige Stunden zum Nabel der Fußballwelt machte. Wer nicht im Stadion war, hat definitiv etwas versäumt. Die Stimmung war herzlich, familiär und dennoch von einem gesunden sportlichen Ehrgeiz geprägt. Das Sport-Event zum Nachlesen.

    Schon lange vor dem Anpfiff lag eine besondere Spannung in der Luft. Dass Dillingen als das „schwäbische Rom“ bezeichnet wird, ist bekannt – doch an diesem Tag war der Name Programm. Eine Fußball-Delegation aus dem „echten“ Vatikan war angereist, um gegen eine Auswahl zu kicken, die normalerweise nur in den Geschichtsbüchern des deutschen Fußballs zu finden ist.

    Fußballfest der Extraklasse in Dillingen: Die besten Bilder der Bundesliga-Altstars gegen den Vatikan

    Traditionsmannschaft Charity World Squad (schwarz)  gegen Vatikan (gelb) im Donaustadion Benefizspiel v.li. Vatikan Kapitän Perinelli,  Simon Sponer, Felix Brych,  Tobias Heuberger EX- Profi Kapitän Tim Wiese
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    66 Bilder
    Am Freitag verwandelte sich das Stadion der SSV Dillingen in den Schauplatz eines emotionalen Fußballevents. Alt-Stars kickten für den guten Zweck gegen ein Team des Vatikan.

    Vatikan gegen alte Haudegen in Dillingen: Der bischöfliche Anstoß und die Anfänge in Rom

    Den zeremoniellen Auftakt machte ein Mann, der die Brücke zwischen beiden Welten verkörpert: Bischof Bertram Meier. Mit sichtlicher Freude vollzog er den Anstoß. Der Bischof erinnerte sich dabei schmunzelnd an seine eigene „aktive“ Zeit. In Rom, ganz am Anfang seiner Karriere, stand er selbst auf dem Fußballplatz – und zwar als Verteidiger. „Eine hervorragende Idee, Sport, Gesellschaft und Kirche zu verbinden, denn all diese Bereiche sind Eckpfeiler unserer Heimat“, lobte Landrat Markus Müller auf der Zuschauertribüne die Benefiz-Veranstaltung sowie die Organisation durch Christoph Nowak, den Ersten Vorsitzenden der SSV Dillingen. Durch den Lufthansastreik etwa war noch bis kurz vor Schluss jede Menge zu tun, um etwa Tim Wiese und Ailton doch noch pünktlich zum Anpfiff vom hohen Norden nach Bayern zu bringen.

    Ein „Full-Circle-Moment“ für die Halbig-Brüder

    Einer von vielen emotionalen Momenten des Abends gehörte einem Lokalmatadoren: Jo Halbig, Sänger der Band „Killerpilze“. Gemeinsam mit seinem Bruder Fabian stand er auf dem Platz – ein Moment, den er so schnell nicht vergessen wird. „Mega, dass wir auf unsere alten Tage jetzt doch noch auf Profiniveau Fußball spielen dürfen“, freute er sich nach dem Spiel. „Als die Anfrage kam, war das wegen des Benefizzwecks eh keine Frage. Aber als wir hörten, wer alles mitspielt, war es doppelt klar. Es ist ein totaler Full-Circle-Moment: In der Jugend haben wir hier auf den Nebenplätzen trainiert, heute stehen wir mit Legenden auf dem Platz.“

    Vatikan-Mannschaft spielt in Dillingen: Wiedersehen der Legenden

    Auf dem Rasen wurde schnell klar: Die „alten Herren“ haben nichts verlernt. Doch viel wichtiger als die Technik war die sichtliche Freude der Profis über das Wiedersehen. Viele der Spieler, darunter Sascha Mölders, Halil Altintop und Ailton, kennen sich. Es wurde geflachst, gelacht und die alte Verbundenheit zelebriert. Diese Herzlichkeit übertrug sich sofort auf die Zuschauer.

    Auch Tim Wiese (Mitte) gab sich die Ehre, in Dillingen aufzulaufen.
    Auch Tim Wiese (Mitte) gab sich die Ehre, in Dillingen aufzulaufen. Foto: Karl Aumiller

    Besonders für Sascha Mölders war es ein emotionaler Tag. Trotz seines 18. Hochzeitstages stand er auf dem Platz – unterstützt von Frau Ivonne und Sohn Lio. Mit zwei Treffern bewies er, dass er immer noch weiß, wo das Tor steht. Das freute auch einige Fans, die extra wegen ihm gekommen waren. Der Star des Tages war jedoch Ailton. Mit seinem unverwechselbaren Stil erzielte er drei Tore und sorgte für Jubelstürme. Am Ende stand ein 7:1 für die Profis, wobei Christof Weber, ehemaliger VfB-Keeper, den Gästen aus Rom den Ehrentreffer gegen sich sichtlich gönnte: „Gastfreundschaft geht vor, die Jungs sollen nicht mit einer Null heimfahren.“

    Benefizspiel in Dillingen war ein Fest für die ganze Region

    Nicht nur die Stars standen im Fokus. Die zehnjährige Nina Schäferling aus Diemantstein, selbst aktive Verteidigerin in Bissingen, verfolgte jede Bewegung mit Adleraugen. Zusammen mit ihrer Schwester Olivia und Mama Mona genoss sie das Spektakel. Ob es die lockeren Sprüche von „Coach“ Armin Veh waren oder die Souveränität von Weltschiedsrichter Felix Brych – Dillingen hat gezeigt, dass es ein erstklassiger Gastgeber ist.

    Autogramme und Selfies: Ailton beim Bad in der Menge.
    Autogramme und Selfies: Ailton beim Bad in der Menge. Foto: Karl Aumiller

    Der Vatikan mag das Spiel verloren haben, aber die Herzen der Dillinger haben die Römer im Sturm erobert. Ein Abend, der bewies, dass Fußball Menschen verbindet – über Grenzen, Berufe und sogar Kirchtürme hinweg. Einen großen Dank sprach Oberbürgermeister Frank Kunz dann beim gemeinsamen bayrisch-italienischen Abendessen in der Stadtgalerie den Helfern aus, die diesen unvergesslichen Abend möglich gemacht haben.

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