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Landkreis Donau-Ries

01.03.2020

Beim Empfang der SPD geht es um die Kluft zwischen Arm und Reich

Das Bild zeigt einen Teil der ausgezeichneten Genossen. Mit im Bild sind auch der finanzpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Lothar Binding (hintere Reihe, Zweiter von rechts), Landrats-Kandidat Peter Moll (hinten, Dritter von rechts) und Unterbezirksvorsitzender Christoph Schmid (hinten rechts).
Bild: Bernd Schied

Plus Die Genossen im Unterbezirk Donau-Ries haben Lothar Binding zu Gast, den finanzpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion. Er gilt als der "Mann mit dem Zollstock". Warum das so ist und für wen es noch rote Rosen gab.

Er ist der Mann mit dem Zollstock : Bereits seit Jahren versucht der finanzpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Lothar Binding , bei vielen seiner Auftritte mit einem „Meterstab“ komplexe finanzpolitische Sachverhalte den Zuhörern anschaulich zu machen. So auch am Wochenende in Wemding beim „Ehrungsempfang“ des SPD-Unterbezirkes Donau-Ries im Gasthaus Weißer Hahn. Anhand seines Zollstocks zeigte Binding etwa, wie eklatant die Unterschiede innerhalb eines deutschen Unternehmens seien. Wenn in einem Betrieb die Beschäftigten im Durchschnitt etwa vier Zentimeter (vom Zollstock ) verdienten, also die Putzfrau vielleicht nur zwei und der Ingenieur acht, dann entfielen auf den Manager 50 mal so viel, nämlich zwei Meter. Was er damit ausdrücken wolle:

In Deutschland seien die Unterschiede zwischen Arm und Reich eklatant. „Das durchschnittliche Jahreseinkommen bei uns liegt in etwa bei 30000 Euro pro Jahr. Es gibt aber auch viele Menschen, die verdienen 50000 Euro am Tag“.

Abschaffung des Soli

Auch bei der Abschaffung des Solidaritätszuschlages muss der Zollstock herhalten. Er zeigt, welchem Klientel CDU / CSU und FDP im Kampf für die komplette Soli-Abschaffung ihre besondere Aufmerksamkeit widmen würden: Dem oberen Zehntel, den Reichsten in der Republik.

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Der Finanzexperte aus Heidelberg , inzwischen 69 Jahre alt, verteidigt vor den Genossen das viel kritisierte Klimapaket der Bundesregierung. „Ja, klar. Erst 2038 ganz aus der Kohle auszusteigen ist noch eine lange Zeit“, räumt er ein, wirbt aber gleichzeitig um Verständnis für die „Langsamkeit“. Diese sei geboten, um die Menschen bei derartig gravierenden Strukturveränderungen mitzunehmen. Im Übrigen: „Die Unionsparteien wollten gar kein Enddatum.“ Nachdrücklich plädiert Binding für ein „Raus“ aus allen fossilen Brennstoffen. Viel Verständnis bringe er für die Fridays-for-Future-Bewegung auf, wenngleich er sich wünschen würde, dass die jungen Demonstranten sich in Parteien engagierten, um politische Mehrheiten für ihre Anliegen zu organisieren.

Ehrung für Mitglieder

Die Genossen mit ihrem Vorsitzenden Christoph Schmid an der Spitze hatten zuvor die Veranstaltung genutzt, um einer ganzen Reihe Mitglieder für ihre Parteizugehörigkeit (zehn bis 60 Jahre) und deren Engagement in verschiedenen Funktionen zu danken. Statt Urkunden und Ehrennadeln gab es rote Rosen.

Ganz besonders würdigte Schmid drei Genossen für deren 60-jährige Mitgliedschaft: Axel Wernitz ( Nördlingen ), Gerhard Beier ( Wemding ) und Walter Hönle ( Wemding ). Gerade Wernitz habe die nordschwäbische SPD als Bundestagsabgeordneter in verantwortungsvollen Positionen viele Jahre in Bonn vertreten, nicht zuletzt als Vorsitzender des Innenausschusses in der schwierigen Zeit der Terroranschläge Ende der 1970-er Jahre. Für 50 Jahre wurden Wilhelm Meier ( Donauwörth ), Hans Günther Knie ( Donauwörth ) und Reiner Hurle (Asbach-Bäumenheim) geehrt.

Die Sozialdemokraten sind die Mitte der Gesellschaft

Landratskandidat Peter Moll , gleichzeitig einer der stellvertretenden Unterbezirksvorsitzenden, blickte auf die anstehende Kommunalwahlen und zeigte sich überzeugt davon, dass die SPD gut abschneiden werde. Die Sozialdemokraten seien es, die die Mitte der Gesellschaft repräsentierten, betonte Moll. Ein Grußwort sprach auch der Spitzenkandidat der Wemdinger SPD für die Stadtratswahl, Hans Roßkopf. Er sagte, die jüngsten Ereignisse im Thüringer Landtag müssten für alle eine Mahnung sein, sich deutlich gegen Rechtspopulisten zu positionieren.

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