Ein entscheidender Schlag gegen die Drogenszene ist in der vergangenen Woche der Polizei in Nordschwaben gelungen. Staatsanwalt Matthias Nickolai bestätigte gegenüber unserer Redaktion, dass es im Landkreis Dillingen sowie im Landkreis Donau-Ries eine groß angelegte Aktion von Hausdurchsuchungen gegeben hat, weil die Verdächtigen teils im großen Stil mit Betäubungsmitteln gehandelt haben sollen. Dabei wurden an zwei Tagen 22 Objekte durchsucht. Nun laufe ein Verfahren gegen 22 Beschuldigte.
Wie Staatsanwalt Matthias Nickolai erklärte, soll es sich um ein Konstrukt mit mehreren Hierarchien gehandelt haben, über das überwiegend Marihuana vertrieben worden sein soll. Einer der Haupttäter stehe im Verdacht, mit acht Kilo Marihuana gehandelt zu haben. Gegen ihn und einen weiteren Mann, beide aus dem Kreis Dillingen, wurde zwischenzeitlich ein Haftbefehl erlassen.
Im Einsatz waren an den beiden Tagen etwa 140 Polizisten, darunter Einsatzkräfte des Sondereinsatzkommandos. Sie waren auch an einer Durchsuchung in Wittislingen beteiligt, bei der die Polizei nach Abwägung der Sicherheitslage entschieden hatte, die Tür des Hauses am frühen Morgen zu sprengen, um sich möglichst schnell und gefahrlos Zugang zu verschaffen. Dabei kam laut Peter Timko, Leiter der Kriminalpolizei Dillingen, der Hund des Verdächtigen ums Leben. Er starb vermutlich vor Schreck an Herzversagen. Unter den Einsatzkräften, darunter auch sechs Polizeihunde, gab es bei den Durchsuchungen keine Verletzungen.