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Donauwörth: Delp-Quartier: Wird Energieversorgung neu bewertet?

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Delp-Quartier: Wird Energieversorgung neu bewertet?

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    Josef Kraus sieht seinen Biogas-Betrieb in Zirgesheim diskreditiert. Das Votum für Erdgas im neuen Quartier hält er für wenig nachhaltig.
    Josef Kraus sieht seinen Biogas-Betrieb in Zirgesheim diskreditiert. Das Votum für Erdgas im neuen Quartier hält er für wenig nachhaltig. Foto: Fabian Kapfer

    Die Frage, ob das Donauwörther Kasernen-Areal (Alfred-Delp-Quartier) auch künftig von der Zirgesheimer Biogas-Anlage mit Wärme versorgt wird, oder aber mit Erdgas, zieht weitere Kreise. Die SPD/BfD-Fraktion im Donauwörther Stadtrat hat nun einen Antrag bei Oberbürgermeister Armin Neudert eingereicht, der erreichen will, dass jener Beschluss, der sich aufgrund eines inzwischen umstrittenen Gutachtens für Erdgas ausspricht, zurückgestellt wird.

    Bis zu 2500 Menschen können sich ansiedeln

    Thomas Straulino und Heiner Kopriwa von der SPD/BfD-Fraktion im Stadtrat machen keinen Hehl daraus, warum die Entscheidung neu verhandelt werden soll in den Gremien des Rathauses: „Die Bebauung des Alfred-Delp-Quartiers ist aus energiepolitischer Sicht eines der größten und bedeutendsten Vorhaben für die Stadt.“ Das scheint unzweifelhaft so zu sein, allein was die Zahlen angeht. Bis zu 2500 Neubürger sollen sich schließlich auf dem vormaligen Militärareal in Neubauten ansiedeln. Aus Sicht der Sozialdemokraten, die gegen Erdgas stimmten, und des ÖDP-Stadtrates Gustav Dinger sowie inzwischen auch von Albert Riedelsheimer (Grüne) sei das Votum gegen die Biogasanlage in Kombination mit einer Hackschnitzelanlage die nachhaltigere Option. Straulino sagt: „Wir haben einen riesigen Stadtwald, der Holz liefert, es gibt eine laufende Biogas-Anlage – und wir werfen Putin das Geld nach.“ Ihn verärgere auch, dass der Klimaschutz- beziehungsweise Energiebeirat der Stadt, nicht in die Entscheidung eingebunden war.

    Berater „entsetzt“ über Votum für Erdgas

    Straulino berichtet auch, dass man im Energie- und Umweltzentrum Allgäu (eza), das die Stadt in Energiefragen berate, „entsetzt“ gewesen sei über das Votum pro Erdgas. „Die Klimaziele der Stadt Donauwörth (European Energy Award in Gold) rücken mit dieser Entscheidung in weite Ferne“, heißt es denn auch in dem Antrag von SPD und BfD: „Wie kann es sein, ein Neubaugebiet für die nächsten 30 Jahre mit fossilen Brennstoffen zu versorgen, wo wir bereits 2035 weitgehende CO2-Neutralität erreichen müssen?“ Zudem habe man im Gremium die zukünftigen CO2-Bepreisungen, die ab 2027 zu „massiven Preissteigerungen für fossile Brennstoffe führen dürften ( …), nicht angemessen berücksichtigt“.

    Insgesamt habe sich durch Beschlüsse der Bundesregierung zur künftigen CO2-Besteuerung vom 20. September nun „eine neue Faktenlage ergeben“. Die SPD/BfD-Fraktion fordert jetzt, dass der Beschluss zugunsten des Erdgases für das Delp-Quartier zurückgestellt wird, bis die Empfehlung des Klimaschutzbeirates der Stadt vorliegt und das Thema gegebenenfalls neu beraten und beschlossen wird.

    Im Weiteren müsse dann ein neues Gutachten erstellt werden, bei dem die „veränderten Rahmenbedingungen hinsichtlich des erwarteten Energieverbrauchs und steigender CO2-Preise“ mit eingerechnet werden.

    Landwirt: Gutachten ist einseitig

    Der Landwirt Josef Kraus, der die Biogas-Anlage in Zirgesheim betreibt, sah sich durch das seiner Meinung nach zu einseitige und nur wenig auf Nachhaltigkeit bedachte bisherige Gutachten diskreditiert und falsch dargestellt (wir berichteten). Mit jener Entscheidung der Stadt für die Option Erdgas laufe die Energiewende in Donauwörth „rückwärts“. Im Rathaus begründet man diesen Beschluss auch mit in Aussicht gestellten Fördergeldern von fast zwei Millionen Euro. Kraus indes sagt, dass auch eine ökologisch nachhaltigere Wärmeleitung (Biogas in Kombination mit Hackschnitzel aus dem Stadtwald) „hoch bezuschusst“ würde.

    In der kommenden Woche steht das Thema nun auf der Agenda des städtischen Klimaschutzbeirates. Getagt wird allerdings nicht öffentlich.

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