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02.11.2018

Donauwörths Alt-OB Alfred Böswald ist gestorben

Alfred Böswald ist gestern Nachmittag 86-jährig gestorben.

Alfred Böswald ist tot. Der frühere Donauwörther Oberbürgermeister war ein Politiker mit Leidenschaft für seine Heimat, tief verwurzelt in der Geschichte

Der früherer Donauwörther Oberbürgermeister Dr. Alfred Böswald ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Er war zuletzt gesundheitlich angegriffen und musste sich in ärztliche Behandlung begeben, hatte sich dann allerdings zwischendurch wieder erholt. Am Freitagnachmittag starb er in der Donau-Ries-Klinik.

Der gebürtige Röglinger Böswald hatte die Geschicke Donauwörths als Stadtchef über 30 Jahre lang vom Rathaus aus gelenkt, ehe er 2002 in den Ruhestand gegangen war und sich danach viele Jahre lang als zumeist ausgebuchter Reiseleiter betätigte. Der sprachbegabte und belesene kultur– und kunstgeschichtlich versierte Mann führte Gruppen unter anderem an den Golf von Neapel, nach Sizilien, in die Toskana, nach Umbrien, Venetien und viele, viele Male nach Rom und begeisterte auf diesen Exkursionen mit seinem Fachwissen. Nicht ohne Grund wurde er gerne und respektvoll als „La guida turistica tedesca di Roma“ – der deutsche Fremdenführer von Rom bezeichnet.

Ein Politiker mit Ecken und Kanten

In seiner politischen Karriere galt der CSU-Mann Alfred Böswald in der Stadt und im Landkreis, für den er von 1966 bis 1996 auch im Kreistag saß, oft als Mensch mit Ecken und Kanten. Neben Stadtrat und Kreistag gehörte er auch 28 Jahre lang dem Bezirkstag an vorderster Stelle an und war Sprecher der schwäbischen Städte im Städtetag.

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Vor der Politik stand für ihn immer die Geschichte. Böswald studierte sie und promovierte. Und die Historie war fortwährend seine Leidenschaft – untrennbar mit der Politik verbunden. Politik ohne Bezug zur Geschichte das ging für Böswald nie.

Böswald war einer, der für Donauwörth lebte aus seinen Kindheitserfahrungen im Krieg heraus und aus ganzem Herzen. Seit ihn sein Vater an die Hand genommen und durch die von Trümmern übersäte Reichsstraße geführt hatte, seit er ihm gesagt hatte „Bub, diese Stadt wird es nicht wieder geben“, seitdem hatte Alfred Böswald darin einen Auftrag gesehen.

Zu den markantesten Ereignissen seiner Zeit als Rathauschef gehören die Hochwasserfreilegung, der Bau von Brunnen, Museen und Parkhäusern, die Ausweisung von Wohn- und Gewerbegebieten und die Verleihung eines Kulturprofils, indem er die Kulturtage einführte, den Schwäbischwerder Kindertag und den Kunstpreis. Außerdem schaffte er es, dass Donauwörth 1998 den Status „Große Kreisstadt“ und den Oberbürgermeistertitel zurückerhielt.

Böswald wurde ob seiner Verdienste vielfach ausgezeichnet: mit dem Bundesverdienstkreuz, dem Bayerischer Verdienstorden, dem Ehrenbürgertitel der Stadt Jerusalem, der niederösterreichischen Partnergemeinde Perchtoldsdorf (1998) und der Stadt Donauwörth. Zudem war er Träger des Werner-Egk-Preises.

Knapp 60 Jahre war Ehefrau Ria an Alfred Böswalds Seite. Er hinterlässt sie und seine drei erwachsenen Kinder wie auch zahlreiche Enkel. (dz/wüb)

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