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Beratung

09.12.2019

Glücksspiel – der Weg in die Schuldenfalle

Zu Weihnachten locken oft zahlreiche Gewinnspiele. Da ist Verschuldung oft nicht mehr weit. Die Caritas hilft

In der Zeit um Weihnachten ist die Bereitschaft der Menschen generell zum Kaufen höher als sonst. Wir denken an unsere Liebsten und öffnen den Geldbeutel, um ganz besondere Geschenke fürs Fest zu besorgen. Dieser lockere Umgang mit dem Budget führt auch schnell zu Ebbe in der Kasse. Es besteht sogar die Gefahr der Verschuldung durch die hohen Ausgaben.

Viele Glücksspielsüchtige und Angehörigen wissen dann nicht, an wen sie sich mit ihrem Problem wenden können. Dabei gibt es in vielen Regionen Suchtberatungsstellen, die sich genau auf dieses Thema spezialisiert haben. So ist es auch in Donauwörth. Die Suchtfachambulanz der Caritas in Donauwörth bietet Beratung und Behandlung für Betroffene und Angehörige der Landkreise Dillingen und Donau-Ries an und kooperiert bei Bedarf mit anderen geeigneten Hilfeeinrichtungen.

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa berichtet, dass etwa 10,4 Millionen Deutsche ihre Weihnachtsausgaben teilweise oder vollständig mit einem Dispokredit decken müssen. Diese Tatsache kommt vielen Glücksspielanbietern sehr gelegen. Und so erscheint die Werbung dafür im Fernsehen und Internet in dieser Zeit natürlich nicht zufällig. Glücksspielanbieter haben im Jahr 2018/2019 laut Marktforschungsinstitut research tools aus Esslingen 401 Millionen Euro in Werbung investiert. Ein großer Teil dieses Betrages entfällt für die Werbung für Online-Casinos. Dies stellt eine Verdreifachung innerhalb der vergangenen fünf Jahre dar.

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Die Teilnahme an Glücksspielen stellt eine scheinbar einfache und unkomplizierte Möglichkeit dar, um aus wenig Geld in sehr kurzer Zeit wesentlich mehr Geld zu machen. Eine sehr verlockende Vorstellung für die meisten von uns. Leider wird aus dem erwarteten Gewinn meist das Gegenteil, nämlich der herbe Verlust. Und der fortdauernde, wiederholte Versuch, das verlorene Geld wieder zurückzugewinnen, führt nicht selten in die Sucht, wie die Erfahrungen zeigen.

In Deutschland geht man aktuell von rund 500000 problematischen oder süchtigen Glücksspielern aus, wie die neuesten Statistiken des Drogen- und Suchtberichts der Bundesregierung zeigen. Vor allem das in Deutschland größtenteils verbotene Internetspiel findet immer mehr Zulauf. Wie Pilze schießen die Anbieter von Glücksspielen, zum Beispiel Casinospielen oder Sportwetten, aus dem Boden.

Deutsche Regulierungsmöglichkeiten greifen häufig nicht, da die Anbieter meist im Ausland sitzen und von dort aus den Markt steuern. Was scheinbar als legal und verantwortungsbewusst dargestellt wird, stellt sich bald als unseriös und unrentabel heraus. Am Ende gewinnt oft nur der Anbieter, das zeigen die Erfahrungen. Und die Nutzer haben das Nachsehen, was sich durch hohe Geldverluste sowie durch berufliche, soziale und psychische Folgeerscheinungen zeigt.

Die Betroffenen schaffen es meist erst sehr spät, sich professionelle Hilfe zu suchen. Oft geschieht dies erst durch die finanzielle Belastung oder den Druck der Angehörigen. (dz)

Wer betroffen ist und Hilfe benötigt, kann sich an die Caritas Suchtfachambulanz Donauwörth (Zehenthof 2, Donauwörth, 0906/70011315 oder 0906/705956-70) wenden. Mehr Informationen zum Thema Glücksspielsucht gibt es auch im Internet auf der Homepage der „Landesstelle Glücksspielsucht Bayern“ unter dem Link „www.lsgbayern.de“.

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