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Kiwanis

02.12.2011

Historienspektakel auf der Harburg ist nun Geschichte

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Sie waren farbenprächtig wie spektakulär: die acht Harburger Burgfeste, die der Kiwanis Club zwischen 1996 und 2010 organisierte.
Bild: Fotos(3):DZ-Archiv

Event findet nicht mehr statt. Aufwand und finanzielles Risiko zu groß

Donauwörth Es war ein Event der ganz besonderen Art, zu dem der Kiwanis Club Donauwörth alle zwei Jahre auf die Feste über der Wörnitzstadt einlud – und große Begeisterung bei den Besuchern wie Akteuren auslöste. Es war der unter Kanonendonner und Kriegsgeschrei erfolgte „Sturm auf die Harburg“, verbunden mit Landsknechtlager, Marktständen, Sängern, Spielleuten, Gauklern und ritterlichen Stuntmen. Schlicht: ein Historienspektakel. Doch nach langen Überlegungen wurde nun eine „Vernunftsentscheidung“ getroffen, wie Lambert Kunz im Gespräch mit unserer Redaktion erläuterte: „Wir werden es nicht mehr machen.“

Seit 1996 wurde achtmal am dritten Juli-Wochenende dieses „Harburger Burgfest“ von den Kiwanis unter Federführung von Kunz organisiert. „Der Planungsaufwand für einen 25 Mitglieder zählenden Verein ist enorm hoch und es ging teilweise an die Leistungsgrenze, denn wir sind ja alle ehrenamtlich dabei.“

Aber es gebe eine Vielzahl von Gründen, warum man diesen Schlussstrich gezogen habe. „Da wären die zunehmenden Auflagen seitens der Genehmigungsbehörden zu nennen und der damit verbundene Aufwand bei der Umsetzung.“ Und ein großes Problem stellte das „Wetterrisiko“ dar, „obwohl wir mit Ausnahme von 2010 eigentlich immer Glück hatten“.

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Nicht zu unterschätzen sei ebenso der finanzielle Einsatz gewesen. Lambert Kunz: „Als gemeinnütziger Verein dürfen wir ja keine Rücklagen ansammeln, sodass die Ausgaben immer von den Eintrittspreisen und Standgebühren gedeckt werden mussten.“ Alle Erlöse darüber hinaus seien dann für karitative Zwecke verwendet worden. Diese Absicht stand ja auch bei der Idee „Burgfest“ einst Pate.

Als weiteren Aspekt führte Kunz die steigenden Werbeaktivitäten an. „Die Konkurrenz solcher ‚mittelalterlichen Festivals‘ ist ganz unglaublich groß geworden und es ist keine Trendwende abzusehen.“ Dennoch habe man es immer geschafft, im Durchschnitt für die Veranstaltung – sie dauerte stets von Freitag bis Sonntag – im Durchschnitt zwischen 15000 und 20000 Besucher zu bekommen, die bis bon weit hinter der Landkreisgrenze kamen. „Gut war, dass es ein Event immer für die ganze Familie war.“

Für die „familiäre Atmosphäre“ gab’s seitens der Akteure – in der Regel waren dies etwa 500 Frauen und Männer – jede Menge Lob. „Die haben daher ihr Bedauern geäußert, als wir mitteilten, dass es 2012 kein Burgfest mehr geben werde.“ Kunz hob in dem Gespräch ausdrücklich die Zusammenarbeit mit dem fürstlichen Haus Oettingen-Wallerstein und der Stadt Harburg als positiv hervor.

Alternativprojekt

Kiwanis-Präsidentin Gertraud Appel-Helmer sagte, dass die ganze Organisation hinter dem Beschluss stehe. „Gleichwohl hat es natürlich gedauert, bis es sich gefestigt habe.“ Im Übrigen biete man ja mit dem „Oktoberfest“ in Donauwörth ein Alternativprojekt. Weiterhin Bestand habe natürlich, so Appel-Helmer und Kunz unisono, „unser Engagement beim Reichsstraßenfest“. Diese Einnahmen seien einfach notwendig, um weiterhin karitativ wirken zu können.

„Es ist sehr schade“, meinte Harburgs Bürgermeister Wolfgang Kilian auf Nachfrage. „Wir bedauern es sehr. Auch deshalb, weil das Fest ein guter Werbeträger für uns war.“ Es sei ja schon eine Art Institution gewesen, gleichwohl könne er die Argumente, die das Ende begründeten, „voll nachvollziehen“.

Thema im Stiftungsrat

Hausherr für den Event sei die Fürst Wallersteinsche Kulturstiftung, dort sei er vertreten, sagte Kilian. „Wir werden uns mit dem Thema beschäftigen und darüber reden, was für die Zukunft zu machen ist.“ Heute aber sage er den Kiwanis Dank für das, was sie auf der Harburg angeboten haben.

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