Daiting Auf die Freiwillige Feuerwehr ist immer Verlass. Sie ist schnell da, wenn es brennt, sie pumpt bei Hochwasser die Keller leer, sie räumt bei Unwetter die Straßen auf, sie rettet Menschen aus verunglückten Fahrzeugen. Und sie kann auch große Feste auf die Beine stellen – wie jetzt in Daiting.
Dort feierte die kleine Wehr am vergangenen Wochenende ganz groß und „ein bisschen außergewöhnlich“, wie es Landrat Stefan Rößle formulierte. Drei Tage drehte sich alles um die Wehrmänner und -frauen. Das 125. Jubiläum der Florianstruppe wurde zu einem Dorffest, war möglicherweise das größte Vereinsfest, das an der Ussel je gefeiert wurde. Da muss es einen nicht wundern, dass die Verantwortlichen strahlten: allen voran Schirmherr Helmut Treffer. Der Ehrenvorsitzende, Altbürgermeister und Ehrenbürger ließ sich als Garant für regenfreie Tage feiern. Vorsitzender Georg Färber und Kommandant Jürgen Süss hatten gemeinsam mit dem Festausschussvorsitzenden Josef Lohmüller alle Hände voll zu tun, um die Gäste zu begrüßen.
Glückwünsche von vielen Vereinen
Die wichtigsten kamen aus Natterholz, war doch die dortige Wehr der Patenverein. „Wir freuen uns mit den Daitingern“, bekannte denn auch Kommandant Herbert Luderschmid. Glückwünsche gab es aber auch noch von mehr als 60 anderen Gastvereinen.
Die lange Tradition, selbst auferlegte Pflichterfüllung und die Mitgestaltung des gesellschaftlichen sowie kulturellen Lebens in der Gemeinde sprach Bürgermeister Johann Roßkopf an. Daiting dürfe auf seine Feuerwehr stolz sein. „Ihr seid eine starke Truppe“, meinte Roßkopf anerkennend. Zu den Gratulanten zählten zahlreiche Bürgermeister aus den umliegenden Kommunen, aber auch Bundestagsabgeordneter Ulrich Lange und Vize-Landrat Franz Oppel.
„Die Feuerwehr ist das Mädchen für alles“, merkte Kreisbrandrat Bernhard Meyr an. Kaum mehr etwas sei bei den Wehren wie bei deren Gründung vor 125 Jahren. Von einer reinen Brandschutztruppe hätten sich die Feuerwehren zu einer Hilfsorganisation entwickelt. „Unsere Leistung ist durch nichts und niemanden zu ersetzen“, rief Meyr der Jubelwehr zu.
Zu einem eindrucksvollen Bekenntnis christlichen Glaubens wurde ein Gottesdienst im Zelt, der von der Musikkapelle Usseltal Daiting unter Leitung von Hans Löffler würdig umrahmt wurde, gefeiert. Pfarrer Dr. Paul Schwitalla betonte, dass die Feuerwehr wichtig für den dörflichen Zusammenhalt sei, begründet auf den Werten der Kirche. Während der Messfeier wurden Fahnenbänder geweiht sowie der Toten gedacht.
So erlebten die Daitinger ein Wir-Gefühl, demonstrierten ein intaktes Dorfleben und zeigten, dass es im Dorf kaum eine Familie gibt, die nicht in irgendeiner Weise mit der Feuerwehr verbunden ist. Es musste also niemand wundern, dass sich der ganze Ort schmuck herausgeputzt präsentierte.
Vor Einbruch der Nacht
Augenfällig wurde dies vor allem beim Festumzug, der – ein Novum im Landkreis – vor Einbruch der Dämmerung Jung und Alt auf die Beine brachte. „Diese Parade unserer Feuerwehrfreunde ist der Höhepunkt“, freute sich Kommandant Färber. Zwölf Festdamen sorgten für eine charmante Note im zwei Kilometer langen Zug. Abordnungen der Wehren und Musikkapellen der Region waren mit dabei.