Harburg 120 Millionen Dollar für ein Kunstwerk. Edvard Munchs kürzlich versteigertes Gemälde „Der Schrei“ erzielte diese Rekordsumme. Ja, Kunst ist gefragt und das nicht nur bei Sotheby’s in New York. Auch in Harburg flanierten am Muttertagssonntag zahlreiche Kunstfreunde durch den Märker Park.
Den Kunstliebhabern bot sich alles, was das Auge erfreut. Schickes zum Schmücken, Schönes für Heim und Garten – und Schmankerln zum Schnabulieren.
Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit
„Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit“, bemerkte einst Karl Valentin. Und Arbeit haben die Aussteller und Organisatoren nicht gescheut.
Hannelore Heyes etwa war extra aus dem 90 Kilometer entfernten Bad Überkingen angereist, um ihre handgefertigten Tonkreationen auszustellen. Alles Unikate, gebrannt mit der Raku-Technik nach japanischem Vorbild. Raku bedeutet Leichtigkeit, Wohlbehagen und Freude. Es kann sogar mit Glückseligkeit übersetzt werden. Die einfachen naturnahen Schalen symbolisieren einen Gegenpol zum vorherrschenden Perfektionismus in der westlichen Welt. Hier werden Fehler in der Glasur als Besonderheit geschätzt, als etwas Einzigartiges, das nicht wiederholbar ist.
Etwas Besonderes hat sich auch Erich Burgetsmaier einfallen lassen. Der Holzschnitzer aus dem Tapfheimer Ortsteil Rettingen hat kurzerhand eine Werkstatt eingerichtet, um zu demonstrieren, wie seine Figuren entstehen. Mit Liebe zum Detail wird jeder Finger einer Hand, jede Falte an der Kleidung bearbeitet.
45 Arbeitsstunden für eine Figur
Da können schon mal 45 Arbeitsstunden für die Herstellung einer Krippenfigur, vom Holzklotz zum fertig bemalten Exponat, anfallen. Für ihn, wie für den Großteil der in Harburg anwesenden Künstler, steht nicht das Geldverdienen im Mittelpunkt. Die Freude am Tun ist viel wichtiger. Leidenschaft und Enthusiasmus sind deshalb auch bei jedem Kreativen spürbar und tragen zum unvergleichlichen Flair von „Kunst im Park“ bei.
Die Buntheit und Einzigartigkeit der Kunst vermitteln hier ein Stück Lebensqualität, das viele gerne genießen – sowohl Aussteller als auch Besucher. Und wer weiß, vielleicht landet das eine oder andere Kunstwerk eines Tages doch noch bei Sotheby’s in New York.