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Bäumenheim

06.06.2017

Marktplatz erhält ein neues Gesicht

Die Gebäude auf der Nordseite des Marktplatzes in Bäumenheim werden abgebrochen.
Foto: Helmut Bissinger

Ein Investor will in Bäumeheim die Nordseite mit einem Wohn- und Geschäftshaus neu bebauen. Für den Gebäudekomplex hat auch die Gemeinde Pläne.

Vielleicht spricht man später einmal vom „Geist von Rain“. Das könnte durchaus sein, denn in einem Hotel der Lechstadt haben die Mitglieder des Bäumenheimer Gemeinderats die Weichen für die nächsten Jahre gestellt. Bei einer Klausurtagung haben sie festgelegt, welche Projekte zunächst Priorität haben sollen.

„Das waren gute Diskussionen“, fasst Werner Dehm, der Projektplaner vom Büro Opla in Augsburg zusammen. Er moderierte die mehrstündige Besprechung, deren Beschlüsse jenen einer Sitzung des Gemeinderats gleichkommen. Wie Bürgermeister Martin Paninka gegenüber unserer Zeitung erklärte, habe man die ganze Bandbreite der vielfältigen Aufgaben in der Industriegemeinde angesprochen.

Was passiert mit der Bank?

Als eine der ersten Maßnahmen will man die Bebauung des nördlichen Abschlusses des Marktplatzes angehen. Im Moment stehen dort zwei Wohnhäuser, die möglicherweise vom Investor zum Abbruch freigegeben werden. Was mit dem dritten Gebäude geschehen soll, ist offensichtlich noch nicht geklärt. Dort ist die Geschäftsstelle der Sparkasse untergebracht. Wie Dehm und Paninka bestätigten, sei im Gespräch, die Bank-Filiale möglicherweise in den Gebäude-Komplex zu integrieren. Das sei aber eine Angelegenheit zwischen dem Geldinstitut und dem Investor.

„Wir wissen nun, wo wir ansetzen müssen“, freute sich Paninka. Er will in den nächsten Tagen in einen intensiven Dialog mit dem Geldgeber und Bauherren Ulrich Reitenberger aus dem Laugnaer Ortsteil Asbach einsteigen, der am Marktplatz das Ensemble erstellen soll. Die mittelständische Investorfamilie möchte Wohn- und Geschäftsparzellen anbieten. Nun gelte es, so Dehm, eine komplette Planung vorzulegen.

In dem Gebäude soll es nach den Vorstellungen des Gemeinderats einen 150 Quadratmeter großen Raum geben, der Platz für rund 100 Menschen bieten soll. Dort könnte man dann Veranstaltungen abhalten. Ungeklärt ist, ob die Kommune sich an den Baukosten beteiligt oder den Raum anmietet. In Eigenregie verpachten soll der Investor dagegen eine Gaststätte in dem Gebäude mit direktem Zugang zum Marktplatz.

Aus Mitteln der Städtebauförderung könnte die Kommune, wie Bürgermeister Paninka vorrechnet, Zuschüsse erhalten, wenn – so ein weiterer Gedanke – die Bücherei aus dem Rathaus in den Neubau verlegt werden könnte. Das würde dem Gemeindeoberhaupt entgegenkommen, haben Experten doch einen größeren Raumbedarf für die Verwaltung errechnet. Wenn ein Gesamtkonzept vorliegt, soll der Gemeinderat darüber noch einmal gesondert beraten.

Entstehen soll in dem Gebäudekomplex eine öffentliche, aber nur bei Marktplatz-Veranstaltungen geöffnete Toilettenanlage, ebenso wie ein Versorgungsraum für Utensilien, die für Freiluft-Events immer wieder einmal benötigt würden. „Mit Nachruck“ will der Bürgermeister an der Verwirklichung und Umsetzung der Ideen arbeiten. Spätestens bis 2020, so sein Wunsch, sollte das Vorhaben aber umgesetzt sein.

Hauptstraße als weiteres Thema

Schneller, wenn auch langsamer als es die Bürger wohl erhofft haben, soll die Hauptstraße weiter ausgebaut werden. In zwei Bauabschnitten soll sie bis zum Rathaus ein neues Bild und möglicherweise einen abgeänderten Verlauf erhalten. Dort wollen die Planer auch dem Parkplatz und dem weiteren Umfeld ein neues Gesicht geben. Schließlich wartet der Vorplatz der Schmutterhalle auf eine Modernisierung und Verschönerung.

All dies wird aber nicht vor Herbst 2018 geschehen, weil im Bereich der Hauptstraße das leer stehende Gebäude eines Supermarktes seinen Platz hat. Dies soll nun aber als Ausweichquartier dem Edeka-Markt dienen, während an dessen angestammtem Platz am Josef-Dunau-Ring ein Neubau entsteht. Auch ein Wohnhaus muss an der Hauptstraße einem mehrgeschossigen Komplex weichen. Erst wenn der Edeka-Markt wieder an seinem ursprünglichen Platz ist und der Neubau verwirklicht ist, werde man mit den Bauarbeiten für die Fortführung der Ortskernsanierung beginnen können, verdeutlicht der Bürgermeister. Nichtsdestotrotz will er dem Gemeinderat noch vor der diesjährigen Sommerpause eine Detailplanung zur Abstimmung vorlegen.

Er bestätigt außerdem eine Entscheidung des Gemeinderats, vom Vorkaufsrecht für die ehemalige Gaststätte „Sonne“, die heute als Bistro genutzt wird, Gebrauch zu machen. Man sei gedanklich daran, ein Konzept für das Gebäude zu entwickeln, saget der Bürgermeister. Was einmal mit der Schmutterhalle geschieht, deren Sanierung dringend erforderlich ist (wie eine Planerin unlängst dem Gemeinderat darlegte), bleibt indes ungewiss. Die CSU-Fraktion hat ins Gespräch gebracht, das Foyer der Halle vorübergehend gastronomisch zu nutzen, wenn Ende des Jahres mit dem Unterwirt die letzte Gaststätte in der Industriegemeinde dicht macht.

Durchaus charmant finden offenbar die meisten Ratsmitglieder in Bäumenheim den Gedanken, ein Veranstaltungszentrum zu schaffen. Wo dies sein soll, ist ebenso unklar wie eine mögliche Finanzierung.

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