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Rain: Mercedes-Fahrer wegen rüpelhafter Fahrweise vor Gericht

Rain

Mercedes-Fahrer wegen rüpelhafter Fahrweise vor Gericht

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    Mercedes-Fahrer wegen rüpelhafter Fahrweise vor Gericht
    Mercedes-Fahrer wegen rüpelhafter Fahrweise vor Gericht Foto: Alexander Kaya

    Zwei Männer sitzen vor dem Amtsgericht Nördlingen auf der Anklagebank. Doch nur einer von ihnen ist angeklagt. Wer es ist, das wissen die Zeugen, die vor der Tür des Gerichtssaals warten, nicht. Strafverteidiger Roland Aigner hat mit einem Antrag gleich zu Beginn des Prozesses dafür gesorgt, dass auch der Bruder des Angeklagten auf der Bank Platz nimmt. Beide sehen sich in groben Zügen ähnlich: Dunkle, kurze Haare, markante Nase, nur der Bartwuchs ist unterschiedlich.

    Einem von ihnen wird vorgeworfen, im Juni 2018 mit einem PS-starken Mercedes den Fahrer eines Toyota aus Tapfheim im so genannten Hubschrauberkreisel in Donauwörth-Riedlingen bedrängt zu haben. So sehr, dass es fast zum Zusammenstoß gekommen sein soll. Deswegen ist der mutmaßliche Fahrer des Mercedes AMG aus Donauwörth wegen Nötigung angeklagt. Darin, wie der Mercedes-Fahrer den Geschädigten genau abgedrängt haben soll, unterscheiden sich die Schilderungen vor Gericht. Ganz dicht sei er ihm im zweispurigen Kreisverkehr aufgefahren, berichtet der Fahrer des Toyota. Er vermutet, dass er ihn habe abdrängen wollen. Mit ihm im Auto saßen seine damalige Ehefrau auf der Rücksitzbank und ein Geschäftskollege auf dem Beifahrersitz.

    Rüpelhaftes Verhalten und Gehupe

    Alle drei und ein weiterer Zeuge, der auf Höhe des Mediamarkts stand, berichten von dem rüpelhaften Verhalten des Mercedes-Fahrers und seinem Hupen. „Es ging ihm wohl einfach nicht schnell genug“, vermutet der Beifahrer. Als der Fahrer des Toyota schließlich an der Ausfahrt beim Mediamarkt abfährt, soll der Mercedes von hinten angeschossen sein und an einer durchgezogenen Linie überholt haben.

    Beim folgenden Kreisverkehr soll er schließlich gehalten haben. „Ich dachte, der steigt aus und es kommt zu Handgreiflichkeiten“, erinnert sich der Beifahrer. Schließlich streckte der Mercedes-Fahrer seine Hand aus dem Fenster und winkte zwei Frauen, die am Straßenrand stehen, über die Straße. So berichten es die Zeugen übereinstimmend. Erst dann soll er weitergefahren sein. Der Fahrer des Toyota fasste das als Provokation auf. Auch darin, wie lange der Mercedes vor dem Toyota gehalten hat, unterscheiden sich die Schilderungen. Die meisten Zeugen sprechen von etwa einer Minute, die damalige Lebensgefährtin von drei bis fünf Minuten.

    Die ganze Familie nutzt den Wagen

    Wer der Mercedes-Fahrer gewesen sein soll, kann während des Prozesses aber nicht geklärt werden. Zwar sei er der Fahrzeughalter, die ganze Familie nutze aber den Wagen. Deswegen sitzen an diesem Dienstag auch zwei Personen auf der Anklagebank. Denn der Angeklagte bestreitet, dass er der Fahrer gewesen sein soll. Die Zeugen sollen erkennen, ob es sich bei seinem Bruder oder ihm um den Angeklagten handelt. Als der Fahrer des Toyota gefragt wird, wer der Fahrer des Mercedes gewesen sein soll, sagt dieser nach langem Überlegen, es sei der auf der linken Seite gewesen. Der Bruder des Angeklagten. Da nicht festgestellt werden kann, wer der Fahrer ist, plädieren Verteidigung und Staatsanwaltschaft auf Freispruch. Richterin Wegele spricht den Angeklagten frei.

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