Donauwörth An solchen Tagen fällt die Arbeit schwer. Locker 33 Grad zeigten die Thermometer gestern in der Region. Jeder, der konnte, erfrischte sich im Freibad oder gönnte sich ein Eis.
Leider aber haben nicht alle Urlaub oder hitzefrei, sondern müssen schwitzend ihren Aufgaben nachgehen. Eine kleine Aufmunterung war sicherlich, wenn der Arbeitgeber ein Eis spendiert – die Mitarbeiter der Donauwörther Zeitung beispielsweise durften sich über eine süße Erfrischung freuen. Auch viele andere Firmen geben an heißen Tagen ein Eis aus, wissen Bruno und Ulrike Santin von der gleichnamigen Eisdiele bei der Donauwörther Stadtpfarrkirche. „Viele Firmen holen die Tage große Portionen für ihre Mitarbeiter“, freut sich Ulrike Santin. Viel los ist auch in der Eiswelt in Rain – eine Firma, die große Mengen an Eiswürfeln herstellt und Kunden beliefert. „Wir arbeiten gerade sieben Tage die Woche und 24 Stunden am Tag“, sagt Inhaber Harald Harprecht. Seine Firma verdiene ihr Geld, wenn es heiß ist – hitzefrei sei daher leider unmöglich.
Arbeiten an Sonnenfassaden werden vermieden
Norbert Schröttle, Baufacharbeiter bei Strobel Bau aus Auchsesheim, weiß: Eine Baustelle in der Donauwörther Sonnenstraße ruft, Hitze hin oder her. Auch sein Chef Armin Strobel ist im Einsatz. „Wir haben heute früh angesichts der zu erwartenden Temperaturen die Mitarbeiter sensibilisiert, ausreichend zu trinken und den Kopf zu bedecken“, sagt Strobel. Außerdem habe man die Arbeiten an Sonnenseiten-Fassaden kurzzeitig ausgesetzt, um zu starke Sonnenbelastung zu vermeiden.
Ganz vermeiden lassen sich Arbeiten an der Sonne aber eben auch nicht – vor allem, wenn man wie Robert Brunninger vom städtischen Bauhof Dachrinnen repariert. „Das ist schweißtreibend“, sagt er. Deshalb suche er immer wieder den Schatten und trinke jede Menge Wasser. An der Wasserquelle sitzt Susanne Schnell vom Getränkemarkt König in Donauwörth. Sie freut sich derzeit über viele Kunden. „Die Leute kaufen viel Radler, Wasser und Eistee“, erzählt sie. Sie selbst komme mit der Hitze zurecht, weil sie einen Ventilator habe. „Aber 32 Grad gehen nicht an einem vorbei“, sagt die 31-Jährige.
Viele müssen in Hallen oder auf Dächern arbeiten
An wem die 32 Grad auch nicht spurlos vorbeigehen, das sind die Arbeiter, die in Hallen oder auf Dächern arbeiten. Ein Leser der DZ beobachtete Arbeiter, die bei Südzucker in Rain auf den neuen Silos arbeiten. „In so einer Höhe und in der prallen Sonne arbeiten, das könnte ich nicht“, sagt er. Die Arbeiter verdienten deshalb seinen höchsten Respekt. Ihn würde interessieren, wie es denen „da oben“ so gehe. Die Firma Südzucker wollte sich allerdings auf Nachfrage der DZ nicht äußern, wie die Mitarbeiter mit den hohen Temperaturen umgehen. Auch die Molkerei Zott in Mertingen hat nach mehrfachem Nachfragen keine Auskunft über die Arbeitsbedingungen in den Hallen gegeben.
Hitzefrei kann auch Erwin Rudolph, Geschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuzes Donauwörth, nicht geben. Seine Mitarbeiter müssen darauf achten, dass die Menschen unbeschadet solche Hundstage überstehen. „In unserem Altenheim passen wir gerade besonders auf. Wir schauen darauf, dass die Senioren genug trinken.“ Seine Mitarbeiter hätten auch ein Auge darauf, dass die Aktivitäten heruntergefahren würden.
Bei der Feuerwehr warnt man besonders vor Grill-Unfällen. „Den Grill nachher keinesfalls mit hinein nehmen“, sagt Brandinspektor Oskar Köhnlein. Auch solle man nicht mit Spiritus nachfeuern.