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Unglück in Heroldingen: „Alles, was wir hatten, ist weg“

Unglück in Heroldingen

„Alles, was wir hatten, ist weg“

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    Lichterloh brannte in der Nacht auf Donnerstag ein Gebäude in Heroldingen, das als Stall und Lager genutzt wird. Insgesamt waren rund 220 Feuerwehrleute deshalb im Einsatz. Dieses Bild entstand gegen 3.30 Uhr.
    Lichterloh brannte in der Nacht auf Donnerstag ein Gebäude in Heroldingen, das als Stall und Lager genutzt wird. Insgesamt waren rund 220 Feuerwehrleute deshalb im Einsatz. Dieses Bild entstand gegen 3.30 Uhr. Foto: Manuel Wenzel

    Fassungslos stehen Michaela Hutter und ihr Lebensgefährte Sascha Bader vor ihrem Grundstück im Harburger Ortsteil Heroldingen. Es ist Donnerstagmittag, kurz vor zwölf. Rund neun Stunden zuvor, also etwa gegen drei Uhr in der Nacht, hat sich auf dem Anwesen ein verheerender Brand ausgebreitet. Brand auf Anwesen in Heroldingen Das Ausmaß der Zerstörung wird aber erst am Tag sichtbar: Ein Gebäude, das als Stall und Lager genutzt wird, fiel komplett den Flammen zum Opfer. Die auf dem Dach montierte Photovoltaikanlage, sie ist ebenfalls völlig kaputt. Ein Häuschen, das später einmal ausgebaut werden sollte, wurde auch arg in Mitleidenschaft gezogen. Die Polizei schätzt den Schaden auf mehrere Hunderttausend Euro.

    Die Bewohner blieben unverletzt. Sie schliefen in einem weiteren Haus, auf das das Feuer dank des beherzten Einsatzes der Feuerwehren nicht übergriff. „Es hat sich angehört wie stark prasselnder Regen. Deshalb bin ich aufgewacht“, berichtet Bader. Er bemerkte den Brand und weckte seine Partnerin. Sie wollten die Feuerwehr alarmieren, „aber das Telefon hat nicht funktioniert“. Während Bader zu den Nachbarn lief, die allerdings die Rettungskräfte schon verständigt hatten, galt die erste Sorge seiner Lebensgefährtin den Tieren. „Wir betreiben hier eine Art privaten Gnadenhof mit Tieren, die keiner mehr will“, sagt Hutter. Einige davon konnte sie noch retten, der Großteil aber verbrannte. „Die Tiere sind mehr als nur ein Hobby, sie sind unser Leben“, sagt die sichtlich mitgenommene 51-Jährige.

    Bereits wenige Minuten nach der Alarmierung war die Feuerwehr aus Heroldingen vor Ort, kurz darauf trafen zahlreiche Kollegen aus umliegenden Ortschaften ein. Rund 220 Feuerwehrleute waren vor Ort. Die Löscharbeiten dauerten bis etwa halb acht Uhr am Morgen. „Man kann hier sicher vor einem Großbrand sprechen“, sagte Kreisbrandrat Bernhard Meyr aus Wemding. Wegen der dichten Bebauung in der Nachbarschaft sei die Situation nicht ganz ungefährlich gewesen. „Das in der Scheune gelagerte Gut, unter anderem Möbel und Kleider, hat gebrannt wie Zunder“, berichtet Meyr.

    Das Paar baute auf seinem Anwesen gerade um, deshalb war vieles in dem Lager untergebracht. Nach ersten Angaben der Polizei und Feuerwehr war der Brand wohl dort ausgebrochen. „Eigentlich war unser kompletter Hausstand da drin, weil die anderen Gebäuden innen Baustellen sind“, so Hutter. Abgestellt waren dort auch sieben ältere Autos, die Bader in den vergangenen Jahren angeschafft hatte. Einige davon wären bald in die Kategorie Oldtimer gefallen. Auch sie wurden von den Flammen vernichtet.

    Seit drei Jahren wohnt der 38-Jährige mit seiner Partnerin in dem Harburger Stadtteil, zuvor lebten sie in Dillingen. Noch in der Nacht des Brands und auch am gestrigen Tag boten viele Heroldinger ihre Hilfe an. „Dafür möchte ich mich jetzt schon bedanken. Vor allem, weil wir ja keine Einheimischen sind“, sagt Hutter. Auch Bürgermeister Wolfgang Kilian machte sich am Donnerstag ein Bild von der Unglücksstelle. „Das ist schon brutal“, so seine erste Reaktion. Um die Brandursache herauszufinden, hat die Kriminalpolizei Dillingen die Ermittlungen aufgenommen.

    Trotz dieses Schicksalsschlags wollen sich Michaela Hutter und Sascha Bader nicht unterkriegen lassen. „Alles, was wir im Leben hatten, ist jetzt zwar weg“, sagt Hutter. „Auch wenn ich nicht weiß, wie es weitergehen soll: Aufgeben werden wir sicher nicht.“

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