Die Fotos, die im Gerichtssaal 136 des Justizzentrums Augsburg auf einem Bildschirm über dem Richtertisch gezeigt werden, sind erschreckend. Es ist das Gesicht eines Mannes zu sehen, das durch zahlreiche Schnitte entstellt ist. Ebenso ein blutverschmiertes Waschbecken in einer Zelle der Justizvollzugsanstalt (JVA) Kaisheim. Dort geht es bisweilen rau und gewalttätig zu, doch ein solcher Fall ist dem Vernehmen nach außergewöhnlich. Am Vormittag des 21. September 2025 attackierte ein Häftling offenbar unvermittelt mit einer Rasierklinge einen anderen Gefangenen. Auch sonst verhielt sich der Mann, der wegen versuchten Mordes seit 2019 eine sechseinhalbjährige Haftstrafe absaß, immer wieder aggressiv. Deshalb steht er vor dem Schöffengericht und muss sich wegen gefährlicher Körperverletzung, Beleidigung, Bedrohung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte verantworten.
Kaisheim/Augsburg
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