Trickbetrüger haben am Freitag das Stadtgebiet Harburg mit sogenannten Schockanrufen überzogen. In einem Fall waren die Täter erfolgreich. Sie erbeuteten bei einem Rentner in Ebermergen einen fünfstelligen Euro-Betrag. Die Polizei hat aber möglicherweise einen guten Ansatz, den Beteiligten auf die Spur zu kommen.
Opfer ist den Gesetzeshütern zufolge ein 65-Jähriger. Er erhielt einen Anruf von einem vermeintlichen Polizisten, angeblich aus Donauwörth. Im weiteren Verlauf schaltete sich auch eine „Staatsanwältin“ ein. Die befragte den Rentner nach Wertgegenständen, die er in seinem Haus aufbewahrt. Es sei in der Nachbarschaft eingebrochen worden und man habe zwei Verdächtige festnehmen können. Diese hätten einen Zettel mit den persönlichen Daten des Geschädigten mitgeführt.
Frau mit schwarzem BMW taucht am Freitag bei dem Opfer auf
Die Frau telefonierte über einen längeren Zeitraum mit dem Rentner und brachte diesen anhand der erfundenen Geschichte und mit raffinierter Vorgehensweise dazu, eine größere Bargeld-Summe (im niedrigeren fünfstelligen Bereich) auf seinem Anwesen in einer Plastiktüte zu deponieren. Die Tüte holte gegen 15.45 Uhr ein weibliches Mitglied der Bande ab. Der Mann beobachte, dass die Frau mit einem schwarzen BMW mit NÖ-Kennzeichen unterwegs war. Während diese Person in Ebermergen auftauchte, behielt die vermeintliche Staatsanwältin das Opfer am Telefon und verbot ihm unter einem Vorwand, mit der Abholerin Kontakt aufzunehmen.
Erst in einem Gespräch mit Angehörigen am Samstag wurde dem Mann bewusst, dass er Opfer eines Betruges geworden war. Bei der Suche nach den Tätern konzentriert sich die Polizei nun auf die Frau, die das Geld abholte. Zeugen, die am Freitag zwischen 15.30 und 16 Uhr in Ebermergen im Bereich des Dorfplatzes, der Pfarrgasse und der Badgasse verdächtige Beobachtungen gemacht haben - insbesondere hinsichtlich des genannten schwarzen BMW und der Fahrerin -, werden gebeten, sich bei der Polizeiinspektion Donauwörth zu melden. Telefon: 0906/706670.
Mehrere Schockanruf-Betroffene aus dem Raum Harburg rufen bei der Polizei an
Bei der Dienststelle meldeten sich bereits am Freitag mehrere Personen aus dem Harburger Stadtgebiet, die ebenfalls solche Anrufe erhalten, aber sofort die betrügerische Absicht erkannt hatten. Die Polizei weist erneut auf Folgendes hin: „Polizisten oder Staatsanwälte werden Sie niemals am Telefon nach Wertgegenständen im Haus befragen. Lassen Sie Sich niemals am Telefon unter Druck setzen - auch nicht von angeblichen Polizeibeamten oder anderen Amtsträgern.“ Niemals sollten Wertgegenstände an Unbekannte übergeben werden. „Gesundes Misstrauen ist keine Unhöflichkeit“, so die Polizei. Die rät: „Im Zweifel beenden Sie das Gespräch und wählen die Notrufnummer 110.“ (AZ)
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