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CSU fordert Kurswechsel: Weber spricht in Riedlingen über Neuausrichtung

Riedlingen

Manfred Weber fordert mutigen CSU-Kurs zwischen Tradition und Wandel

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    Festdamen geleiteten den politischen Gast zu seiner Rede durch das Festzelt in Riedlingen.
    Festdamen geleiteten den politischen Gast zu seiner Rede durch das Festzelt in Riedlingen. Foto: Helmut Bissinger

    Manfred Weber ist derzeit in aller Munde. Der CSU-Partei-Vize hatte erst vor wenigen Tagen für kräftig Wirbel gesorgt. Er will einen Kurswechsel seiner Partei, drängt auf eine Neuausrichtung. Direkt hat der mächtige Europapolitiker darauf nicht reagiert, als er beim Jubiläum der Hubertus-Schützen in Riedlingen zu Gast war. Aber „zwischen den Zeilen“ wurde deutlich, was er fordert, als er sagt: „Wir müssen als CSU nicht dem Zeitgeist folgen, sondern unseren Überzeugungen.“

    Als der Landtagsabgeordnete Wolfgang Fackler seinen Parteikollegen eingeladen hatte, einen „politischen Abend“ beim Schützenfest in Riedlingen zu gestalten, war nicht daran zu denken, welche Brisanz der Besuch bringen könnte. Fackler begrüßt den Partei- und Fraktionsvorsitzenden der EVP im europäischen Parlament als „Mann mit offenem Visier, der eine eigene Meinung hat.“

    Dann legt er los, der politische Redner

    Der Niederbayer, von den CSU-Granden im Landkreis und den Festdamen des Jubelvereins zur Bühne geleitet, findet freundliche Worte für Ex-Landrat Stefan Rößle bei dessen erstem öffentlichen Auftritt im politischen Ruhestand und den einstigen CSU-Kollegen im bayerischen Landtag, Georg Schmid. Dann aber legt er los, verfolgt in seinen Ausführungen einen roten Faden: Es sind die „fundamentalen Veränderungen, die wir alle spüren“. Das Umfeld fordere die Menschen und die Politik heraus.

    Donauwörths Oberbürgermeister Jürgen Sorré (links) bat den Ehrengast Manfred Weber um einen Eintrag ins Goldene Buch. Mit im Bild (von rechts): Parlamentarischer Staatssekretär Ulrich Lange und Landtagsabgeordneter Wolfgang Fackler.
    Donauwörths Oberbürgermeister Jürgen Sorré (links) bat den Ehrengast Manfred Weber um einen Eintrag ins Goldene Buch. Mit im Bild (von rechts): Parlamentarischer Staatssekretär Ulrich Lange und Landtagsabgeordneter Wolfgang Fackler. Foto: Helmut Bissinger

    Überhaupt: Politik sei ein „schwieriges Geschäft“, räumt Weber ein, aber bei der Erfülllung ihrer Wahlversprechen komme die CSU voran. Ziel müsse es sein, Wohlstand und Demokratie zu sichern. 60 Prozent des bayerischen Wohlstands seien auf Exporte zurückzuführen. Aber gerade hier gelte es, „das Modell“ zu erneuern. Vertrauen und Ehrlichkeit seien gefragt. Niemand solle sich der Illusion hingeben, das alles wieder so werden würde, wie vor dem Ukraine- und dem Iran-Krieg.

    Den Höhenflug der AfD beenden

    Um den Höhenflug der AfD zu beenden, reiche nicht allein gutes Regieren. „Wenn es uns nicht gelingt, eine Perspektive für morgen aufzubauen, werden wir Schwierigkeiten haben, den Populismus zu stoppen.“ Ausdrücklich sprach Weber jene ausländischen Mitbürger an, die in der Pflege, in Krankenhäusern oder am Bau tätig seien. „Sie sind hier, um uns zu nutzen.“

    Besonders in Schwung kommt der Parlamentarier, als er an Strauß oder Adenauer erinnert. Sie hätten schon in ihren Epochen eine starke europäische Verteidigung als Ziel ausgegeben. Das sei aktueller denn je. Auf die USA werde man sich in dieser Hinsicht nicht mehr verlassen können. „Wir werden in Zukunft als Europäer auf uns selbst gestellt sein.“

    Seine Thesen untermauert Weber mit Persönlichem. Er berichtet von einem Abendessen mit dem griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis in Athen, von einem gemeinsamen Flug mit Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko nach Valencia und von Begegnungen bei einem Besuch in Indien. Das mit dem asiatischen Land geschlossene Handelsabkommen sichere die europäische Zukunft, ebenso wie Vereinbarungen mit Mexiko und Japan.

    Die beste Zeit der CSU war, als sie ihrer Überzeugung folgte

    Das was Weber in seinem „Pfingst-Brief“ zu einem Kurswechsel in seiner Partei geäußert hat, lässt sich aus seinen Ausführungen heraushören. „Wir brauchen den Mut, nicht nach Umfragewerten zu Handeln.“ Weber, immer wieder vom Applaus der Bierzeltbesucher unterbrochen, kommt zu dem Schluss: „Es waren die besten Jahre der CSU, als wir nicht dem Zeitgeist gefolgt sind, sondern unseren Überzeugungen.“ Als Vorbild nennt er die Euro-Entscheidungen zur Zeit von Theo Waigel.

    Donauwörths Oberbürgermeister Jürgen Sorré, der Schirmherr des Jubiläumsfestes war, bat den Gast am Schluss schließlich noch, sich ins Goldene Buch der Großen Kreisstadt einzutragen. Von den Verantwortlichen der Schützen erhielt der Niederbayer Erinnerungsgeschenke.

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