Die Freiwilligen Feuerwehren werden der öffentlichen Hand, vornehmlich den Kommunen, auch in Zukunft lieb und teuer sein müssen. Denn die Herausforderungen werden in Zeiten von Naturkatastrophen, Unglücken und möglichen Angriffen von Saboteuren auf die Energieversorgung nicht geringer werden. Dafür wollen die Wehren gewappnet sein: mit ständiger Ausbildung für die Aktiven, aber in erster Linie auch mit einem modernen Equipment. „Da ist Unterstützung wichtiger denn je“, brachte es Heinz Mayr auf den Punkt.
Mayr ist Kreisbrandrat des Landkreises Donau-Ries. Er schwörte die Kommandanten und deren Stellvertreter bei der diesjährigen Dienstversammlung in der Tapfheimer Mehrzweckhalle darauf ein, dass das Aufgabenfeld weiter wachsen werde. Längst, so der Tenor, sei das Spektrum der Einsätze gewachsen: Im vergangenen Jahr verzeichneten die Landkreis-Wehren 597 Hilferufe zur Brandbekämpfung, aber beispielsweise auch 1090 Einsätze zur technischen Hilfeleistung. Die Bilanz der Einsatzstatistik stellte das breite Engagement mit Nachdruck unter Beweis. „Die Feuerwehr rückt immer mehr in den Mittelpunkt der Gesellschaft und das nicht nur bei Brandeinsätzen oder Unglücken“, meinte Mayr. Sehr oft würden die Kräfte zu Reanimationen oder häuslichen Unfällen zur Unterstützung des Rettungsdienstes mitalarmiert. Das sei „massiv auffällig“.
Über 7000 aktive Feuerwehrleute im Landkreis Donau-Ries
7224 aktive Mitglieder gibt es aktuell. Mayr verwies zudem mit Stolz auf die Jugendarbeit verwies. Summa summarum zählt der Verband 14597 Mitglieder, die sich aktiv wie passiv einbringen. 2216-mal sind die Feuerwehren im Vorjahr zur Hilfe angefordert worden - weniger Einsätze als 2024, „aber das ist der damaligen Hochwasser-Situation geschuldet“. Die Zahl der Fehlalarme ist derweil gestiegen: von 161 in 2024 auf zuletzt 275.
Wegen der immer umfangreicheren Einsätze würden steigende Anforderungen an die Wehren in den 44 Kommunen des Landkreises gestellt. Das erfordere zum Teil teure Anschaffungen für eine sach- und zeitgerechte Ausrüstung. Als Gastgeber berichtete Tapfheims Bürgermeister Marcus Späth von den Bemühungen in seiner Kommune mit sechs Ortsteilen, die Sicherheit der Wehren zu verbessern. Über eine Million Euro habe man dafür zuletzt in die fünf Wehren investiert.
Kreisbrandrat Mayr: Kommunen im Kreis Donau-Ries müssen Notstromaggregate anschaffen
Eindringlich rief Mayr dazu auf, die Feuerwehrgerätehäuser für eine Notstromeinspeisung auszustatten. Auch im privaten Bereich, so der Kreisbrandrat, sei es empfehlenswert für Notsituationen vorzusorgen. Er, so Mayr, begrüße es, dass die Gewalt gegen Einsatzkräfte von einem Großteil der Menschen wie auch in der Politik kritisch gesehen werde „und stärker bestraft werden soll“. Schließlich richtete er seinen Dank an alle 167 Feuerwehren im Landkreis, an die Polizei sowie an alle Hilfsorganisationen für deren Engagement für die Allgemeinheit.
„Die Wunschliste ist vollständig abgearbeitet“, verkündete Landrat Stefan Rößle im Hinblick auf den noch zu verabschiedenden, aber grundsätzlich feststehenden Haushalt des Landkreises. Die Beschaffung eines Notstromaggregates mit Kosten in Höhe einer viertel Million Euro sei fest eingeplant, der sehnlichst erwartete ABC-Erkundungswagen (erforderlich zur Messung der Schadstoffkonzentration nach einem Unfall) sowie der Gerätewagen Atem- und Strahlenschutz für die Feuerwehr in Nördlingen würden ausgeliefert.
Landrat Rößle: Zivilschutz über Jahrzehnte in Deutschland vernachlässigt
Der Landkreis-Chef hob die Gemeinschaft bei den Feuerwehren hervor, kritisierte aber auch, dass der Zivilschutz über Jahrzehnte „sträflich vernachlässigt“ worden sei. Die Landratsämter müssten den Bereich nun wieder durch zahlreiche Maßnahmen und unter einer zeitlichen Anspannung neu aufbauen. Im Hinblick auf das Ende seiner Amtszeit beschrieb Rößle die Herausforderungen, die Behörde und Feuerwehren zu meistern gehabt hätten: „Es war nicht immer einfach, aber immer erfolgreich.“
Der CSU-Bundestagsabgeordnete Ulrich Lange unterstrich die von Kreisbrandrat Mayr ausgegebene Losung, wonach die Feuerwehr als Institution immer unverzichtbar in der Mitte der Gesellschaft zu finden sei. Wichtiger denn je seien die Feuerwehren, gerade im Hinblick auf hybride Bedrohungen, meinte Lange. Er sprach anstehende Millionen-Investitionen für die Technischen Hilfswerke (THW) in Donauwörth und Nördlingen durch den Bund an, ebenso wie Unterstützungs-Leistungen aus dem Sondervermögen der Bundesregierung für die Feuerwehr und Hilfsorganisationen. Der bayerische Landtag (so Lange im Namen des anwesenden MdL Wolfgang Fackler) arbeite daran, bestmögliche Rahmenbedingungen für die Einsatzbereitschaft der Feuerwehren zu schaffen.
Info: Ehrungen
Bisher hatte die Kreisbrandinspektion Donau-Ries nur einen Ehrenbrandmeister. Nun ist ein zweiter dazugekommen. „Diese Ehrung wird äußerst selten verliehen“, sagte Kreisbrandrat Heinz Mayr, als er dem scheidenden Landrat Stefan Rößle diesen Titel bei der Dienstversammlung der Feuerwehr-Kommandanten und deren Stellvertreter in Tapfheim verlieh. „Diese Auszeichnung soll unseren Dank für die großartige Unterstützung und die vertrauensvolle Zusammenarbeit während Rößles Amtszeit zum Ausdruck bringen“, erklärte Mayr.
Der Ehrentitel berechtige weiterhin zur Teilnahme an den Dienstversammlungen. Rößle, sichtlich überrascht, erhielt eine entsprechende Ehrenurkunde.
Breiten Raum der Versammlung nahmen zahlreiche Ehrungen verdienter Wehrmänner ein. Die Auszeichnungen, vorgenommen unter anderem vom neu gewählten stellvertretenden Vorsitzenden des Landesfeuerwehrverbandes Bayern Kreisbrandrat Markus Barnsteiner, im einzelnen:
Auszeichnung des Freistaates Bayern für 25 Jahre aktiven Dienst in Silber: Kreisbrandmeister Markus Meyr (Wemding), Kommandant Klaus Röthinger (Auhausen).
Auszeichnung des Freistaates Bayern für 40 Jahre aktiven Dienst in Gold: Kommandant Armin Meyr (Daiting), Vize-Kommandant Stefan Sturm (Sulzdorf), Thomas Stecker, Alexander Zobel (beide Donauwörth).
Ehrennadel der Feuerwehr im Landkreis Donau-Ries: Thomas Dürr (Zwerchstraß), Hans-Peter Schenk (Hagau), Philipp Greipel (Marxheim), Sebastian Mayinger (Gansheim), Heiko Schröppel (Wörnitzostheim), Albert Märtl (Sallach), Thomas Ulrich (Herkheim), Thomas Bachmann (Pfäfflingen), Thomas Roßkopf (Burgmannshofen).
Ehrenkreuz des Kreisfeuerwehrverbandes Donau-Ries in Silber: Benjamin Dannemann, Andreas Schröter, Stefan Urband, Walter Ziegelmeier.
Ehrenkreuz des Bezirksfeuerwehrverbandes Schwaben in Silber: Alexander Bock.
Ehrenkreuz des Landesfeuerwehrverbandes Bayern in Silber: Kreisbrandmeister Reiner Häfele, Kreisbrandinspektor Marco Härtle.
Ehrennadel der Deutschen Jugendfeuerwehr in Silber Gold: Andreas Bauer (Marxheim).
Ehrenkreuz des Deutschen Feuerwehrverbandes in Bronze: Kreisbrandmeister Klaus Schwager (Wallerstein)
Ehrenkreuz des Deutschen Feuerwehrverbandes in Gold: Kreisbrandinspektor Jürgen Scheerer (Bäumenheim)
Steckkreuz des Freistaates Bayern: Kreisbrandmeister Anton Meyr.
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