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Drei Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters in der Gemeinde Tagmersheim

Tagmersheim

Überraschung in der Gemeinde Tagmersheim: Dritter Kandidat für Amt des Bürgermeisters

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    Sie alle wollen Bürgermeistser in Tagmersheim werden: Lothar Behringer (von links), Manfred Öhler und Petra Riedelsheimer.
    Sie alle wollen Bürgermeistser in Tagmersheim werden: Lothar Behringer (von links), Manfred Öhler und Petra Riedelsheimer. Foto: Wolfgang Widemann

    Das gab es in der neueren Geschichte der Gemeinde Tagmersheim noch nie: Gleich drei Personen wollen bei den Kommunalwahlen am 8. März Bürgermeister werden. Die derzeitige Amtsinhaberin Petra Riedelsheimer und Herausforderer Lothar Behringer hatten bereits im vorigen Jahr ihre Kandidaturen offiziell gemacht. Anfang Januar ließ sich überraschend und von der breiten Öffentlichkeit unbemerkt ein dritter Bewerber aufstellen: Manfred Öhler. Wir haben uns mit allen drei Kandidaten unterhalten und zu ihrer Motivation und zu ihren Zielen befragt.

    Petra Riedelsheimer (CSU) übernahm 2020 ihr Amt. Zuvor war die gelernte Bürokauffrau beruflich 15 Jahre lang im Regionalmanagement der Lokalen Aktionsgruppe Monheimer Alb-Altmühl/Jura des EU-Förderprogramms Leader tätig. Diesen Job gab sie auf. „Ich wollte mit voller Kraft für das Amt zur Verfügung stehen“, begründet die 57-Jährige diesen Schritt. Sich voll auf die Bürgermeister-Pflichten zu konzentrieren, sei auch notwendig: Der eigentlich ehrenamtliche Posten in der 1100-Einwohner-Kommune sei ein Vollzeitjob.

    Was in der Gemeinde Tagmersheim zuletzt geschehen ist

    Petra Riedelsheimer (CSU) kandidiert wieder für den Bürgermeister-Posten in der Gemeinde Tagmersheim. Die 57-Jährige ist seit 2020 im Amt.
    Petra Riedelsheimer (CSU) kandidiert wieder für den Bürgermeister-Posten in der Gemeinde Tagmersheim. Die 57-Jährige ist seit 2020 im Amt. Foto: Wolfgang Widemann

    Riedelsheimer erklärt, sie habe kürzlich eine Liste erstellt, welche größeren Projekte in der noch laufenden Legislaturperiode anstanden. Ein ganzes DIN-A4-Blatt sei vollgeworden. Im Ortsteil Blossenau sei viel geschehen: neues Abwassersystem, Dorferneuerung, Wärmenetz und neue Staatsstraßen-Ortsdurchfahrt. In Tagmersheim habe in drei Straßen eine sogenannte „kleine Dorferneuerung“ stattgefunden. Für die Feuerwehren in Tagmersheim und Blossenau habe die Gemeinde neue Fahrzeuge angeschafft. Bei der Abwasser-Abrechnung kam es bekanntlich zu großen Diskussionen, die den Gemeindefrieden belasteten.

    Die Bürgermeisterin will weiter der Kommune voranstehen, denn: „Das Amt ist so vielfältig.“ Man bekomme auch viele positive Rückmeldungen. „Es macht schon Spaß, seinen Heimatort mitzugestalten“, so die verheiratete Mutter zweier erwachsener Kinder. In den kommenden Jahren stünden weitere Projekte an, beispielsweise die Sanierung von Ortsverbindungsstraßen. Für die Ölheizungen in Schule und Feuerwehrhaus seien in Tagmersheim Lösungen zu finden. Die Herausforderungen müssten bewältigt werden, auch wenn die Gemeinde finanziell kaum Spielraum habe. Der Schuldenstand liege bei rund vier Millionen Euro und die Steuereinnahmen seien überschaubar. Wichtig sei die Kinderbetreuung. Mit der Einrichtung eines Horts vor vier Jahren habe man auch dazu beigetragen, den Schulstandort zu sichern.

    Zwei Gruppierungen haben Lothar Behringer als Bürgermeisterkandidat aufgestellt

    Sowohl von der Bürgervereinigung Blossenau (BVB) als auch von der neuen Liste Gemeinsames Miteinander Tagmersheim (GMT) nominiert ist Lothar Behringer. Er ist seit der Gebietsreform der erste Bürgermeisterkandidat aus Blossenau. Dafür nennt der 48-Jährige drei Gründe: Zum einen sollten die Bürger eine echte Wahl haben, zum anderen wolle er „notwendige Maßnahmen im Bereich der Infrastruktur angehen, die zwangsläufig auf uns zukommen“. Als Beispiele nennt der verheiratete Familienvater (zwei Kinder) den Kanal- und Straßenbau, den Erhalt des Freibads und die Schaffung von Wohnraum. Dies stärke zum einen die Schule, zum anderen müsse etwas getan werden, damit auch ältere, gebrechliche Menschen in der Kommune bleiben können.

    Bewirbt sich in der Gemeinde Tagmersheim um das Amt des Bürgermeisters: Lothar Behringer. Er wurde von der Bürgervereinigung Blossenau und der Liste Gemeinsames Miteinander Tagmersheim nominiert.
    Bewirbt sich in der Gemeinde Tagmersheim um das Amt des Bürgermeisters: Lothar Behringer. Er wurde von der Bürgervereinigung Blossenau und der Liste Gemeinsames Miteinander Tagmersheim nominiert. Foto: Wolfgang Widemann

    Ein weiterer Punkt, der zur Kandidatur geführt habe, sei dieser: „Ich bin unglücklich über die aktuelle Kommunalpolitik bei uns.“ Es fehle an Transparenz, wichtige Themen vor allem in Tagmersheim würden nicht angegangen. Behringer kündigt an, er würde als Bürgermeister auch die wirtschaftliche Weiterentwicklung forcieren wollen. Der Blossenauer gehört seit sechs Jahren dem Gemeinderat an, hat Energiemanagement studiert, war bis zum Sommer 2025 stellvertretender Leiter der Stadtwerke Neuburg und ist jetzt selbstständig.

    Bürgermeisterkandidat Manfred Öhler ist Betriebsratsvorsitzender bei Hama

    Der dritte Bürgermeisterkandidat ist Manfred Öhler. Er ist von der Freien Wählergruppe Tagmersheim (FWG) nominiert. Der 55-Jährige lebt seit 2001 in Tagmersheim. Das Dorf kennt der Oberbayer - er wuchs im Ehekirchener Ortsteil Holzkirchen im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen auf - schon seit seiner Kindheit (“meine Tante wohnt dort“). Ebenfalls seit 2001 ist der Wirtschaftsinformatiker bei der Firma Hama in Monheim beschäftigt. Seit 2022 ist er dort freigestellter Betriebsrat und Vorsitzender des Gremiums. Diese Tätigkeit habe viele Ähnlichkeiten mit einem Bürgermeister-Posten, glaubt der 55-Jährige: Er stehe einem 17-köpfigen Betriebsrat in einer Firma mit 1600 Beschäftigten vor.

    Manfred Öhler will Bürgermeister der Gemeinde Tagmersheim werden. Der 55-Jährige tritt für die Freie Wählergruppe Tagmersheim an.
    Manfred Öhler will Bürgermeister der Gemeinde Tagmersheim werden. Der 55-Jährige tritt für die Freie Wählergruppe Tagmersheim an. Foto: Wolfgang Widemann

    Bürgermeister zu sein sei, sei schon ein Kindheitswunsch von ihm gewesen, sagt Öhler. Der konkrete Gedanke, in die Kommunalpolitik einzusteigen, bestehe seit rund vier Jahren. Da habe er mitgekriegt, dass es um das Miteinander in der Gemeinde Tagmersheim nicht zum Besten stehe. Vor drei Monaten sei er dann mit der FWG ins Gespräch gekommen und habe die Absicht geäußert, Bürgermeister werden zu wollen. In dieser Funktion würde er alles daran setzen, die Anfeindungen und Streitereien in der Kommune zu beenden. Stattdessen würde er „absolute Transparenz und offene Kommunikation“ pflegen. Würde er gewählt, würde er zunächst einmal eine Bestandsaufnahme machen, um zu sehen, „wo es hakt“, so der Vater von vier Kindern.

    180 Interessierte kommen zu Info-Veranstaltung von zwei Kandidaten in Blossenau

    Die Frage, wer in den kommenden sechs Jahren die Geschicke der Gemeinde Tagmersheim lenkt, bewegt die Bevölkerung offensichtlich stark. Am Mittwoch stellten sich Lothar Behringer und Manfred Öhler in einer Info-Veranstaltung im B+-Zentrum in Blossenau vor. Der Saal war mit 180 Interessierten proppenvoll. Am Sonntag, 22. Februar, ist an gleicher Stelle eine „Vorstellungs- und Fragerunde“ mit allen drei Bewerbern geplant. Beginn: 18.30 Uhr. Zu der Veranstaltung laden die FWG, die BVB und die Liste GMT ein. Die Moderation übernimmt Isabel von Morgenstern, die für die CSU dem Gemeinderat angehört.

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