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Empfindliche Fortpflanzung: Warum die Bachmuschel eine Baustelle in Donauwörth beeinflusst

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Empfindliche Fortpflanzung: Warum die Bachmuschel eine Baustelle in Donauwörth beeinflusst

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    Einige Bachmuscheln wurden Anfang 2025 aus der Wörnitz geborgen – eine ähnliche Aktion steht nun wieder an.
    Einige Bachmuscheln wurden Anfang 2025 aus der Wörnitz geborgen – eine ähnliche Aktion steht nun wieder an. Foto: Bill Titze (Archivbild)

    Tiere und Bauvorhaben, das ist so eine Sache. Selten gehen die Wünsche von Planern und nichtmenschlichen Lebewesen zusammen. Tatsächlich sind es in diesen Tagen auch in Donauwörth mal wieder tierische Bedürfnisse, die Einfluss auf menschliche Anliegen haben. Konkret geht es – wieder einmal – um die Bachmuschel. Denn bevor wichtige weitere Arbeiten an der Donaupromenade stattfinden können, müssen diese umgesiedelt werden (wir berichteten). Warum das nur vor Ende Juli möglich ist.

    Bereits Anfang des vergangenen Jahres gab es nur wenige Meter entfernt eine Aktion, bei der rund zwei Dutzend Bachmuscheln umgesiedelt wurden. Wie viele an der nun virulenten Stelle in der Wörnitz beheimatet sind, sei aber nicht bekannt. Doch klar ist: Die Bachmuschel ist vom Aussterben bedroht. „Sie ist in ganz Europa – die Art kommt auch nur in Europa vor – stark gefährdet und da einige bedeutende Bestände in Bayern liegen, kommt dem Freistaat Bayern eine besondere Verantwortung für den Erhalt dieser Art zu“, teilt das Landratsamt mit. Die Population in der Wörnitz gehöre zu den bedeutendsten Vorkommen in Bayern, wobei auch an Eger und Ussel Bachmuschelvorkommen seien. Die Muschel sei streng geschützt.

    Erfolgschancen einer Bachmuschel-Bergung aus der Wörnitz sinken nach Juli

    Deshalb benötigt die Stadt einen Bescheid des Landratsamts, um tätig werden zu dürfen. Der liegt zwar vor, ist aber bis 31. Juli befristet. „Die Befristung hängt mit dem Lebenszyklus der Bachmuschel zusammen“, heißt es von Seiten des Landratsamts. Die heimische Bachmuschel habe eine empfindliche Fortpflanzungsphase im Frühjahr und Frühsommer. Ihre Larven seien auf Wirtsfische angewiesen. „Ab etwa Spätsommer beginnt eine besonders sensible Phase für Jungmuscheln und Wirtsfische. Eingriffe im Gewässer würden dann die Fortpflanzung gefährden oder frisch entwickelte Jungtiere schädigen.“ Deshalb werde die Bergung auf ein enges Zeitfenster beschränkt.

    Vor allem Niedrigwasser sowie hohe Temperaturen führten zu zusätzlichem Stress bei den Muscheln und sie graben sich tiefer ein. „Das hat zur Folge, dass die Tiere schlecht auffindbar sind und dadurch eine Umsiedelung erschwert wird und dann das Tötungsrisiko bei Umsetzung von Vorhaben erhöht ist“, erklärt die Behörde, wieso eine Bergung nach Juli nicht mehr möglich ist. Das Fazit: „Die Erfolgschancen einer Umsiedlung sinken deutlich außerhalb des festgelegten Zeitfensters.“ Und wie geht es den Bachmuscheln, die Anfang 2025 „evakuiert“ wurden? „Der abschließende Bericht liegt derzeit noch nicht vor“, so das Landratsamt. Es sei aber bekannt, dass einige Muscheln umgesetzt werden konnten.

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