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„Es tut weh“: So geht es den Zusumern zwei Jahre nach der Hochwasser-Katastrophe

Zusum

„Es tut weh“: So geht es den Zusumern zwei Jahre nach der Hochwasser-Katastrophe

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    Die Zusumer ließen zur Erinnerung an das Hochwasser vor zwei Jahren blaue Luftballons steigen.
    Die Zusumer ließen zur Erinnerung an das Hochwasser vor zwei Jahren blaue Luftballons steigen. Foto: Helmut Bissinger

    Zwei Jahre nach der Flut kämpfen die Menschen im kleinsten Donauwörther Stadtteil Zusum weiter mit den Folgen. Die Hochwasser-Katastrophe von 2024 hat die Ansiedlung schwer getroffen. Viele Häuser sind bis heute nicht vollständig saniert, einige Bewohner mussten ihre Heimat sogar verlassen. Betroffene und der Verein „Deichwächter Zusam-Donau“ kritisieren mangelnde Fortschritte beim Hochwasserschutz und fühlen sich von der Politik zu wenig beachtet. Ein Zeichen der Unzufriedenheit setzten sie nun bei einer Deichwanderung.

    Brigitte Geist, heute 71 Jahre alt, hatte sich mit ihrem Mann in Zusum ein schmuckes Eigenheim geschaffen. Die Flut zerstörte nicht nur den Keller mit der Heizung, sondern auch das Obergeschoss. Eine Woche stand das Wasser im Haus. „Es tut weh, jeden Tag zu sehen, wie die Möbel und das schöne Esszimmer zerstört und Lebenserinnerungen ausgelöscht wurden“, sagt Geist. Sie hofft immer noch auf die seinerzeit zugesagte „unbürokratische Hilfe“. Aus eigenen Mitteln kann sie die Verwüstungen nicht beseitigen lassen, ein neues Heim schaffen. „Und wenn, es wäre nichts mehr wie früher“, sagt sie. Weit mehr als ein Jahr war sie bei Freunden im Nachbardorf Auchsesheim untergekommen. Nun ist sie zurückgezogen, wohnt jetzt wieder in Zusum in ihrem Haus im Dachgeschoss – ohne Heizung. „Im Winter werde ich es mir wohl mit Holz warm machen müssen.“

    Zusumer sind von der Politik enttäuscht

    Zita Frey, die Vorsitzende der Deichwächter, wundert sich über die Argumente des Wasserwirtschaftsamts in Donauwörth. „Einmal heißt es, die Deiche seien bestens gepflegt worden“, dann aber vertrete die Behörde seit 2025 die Überzeugung, dass die Deiche keine Schutzfunktion mehr hätten. Ganz deutlich werde gesagt, dass eine Unterstützung für Zusum am geringen Schadenspotenzial scheitere. Mehr als hundert Menschen, unter ihnen Mertingens Bürgermeister Stephan Kreuzer und Tapfheims Vize-Bürgermeister Dieter Keller wie auch die Donauwörther Stadträtin Bärbel Stahl, trafen sich am Feuerwehrhaus in Zusum, um gemeinsam zum Zusam-Damm zu wandern. Dort ließen sie symbolisch blaue Luftballons in den Himmel.

    Bei einer Deichwanderung kamen auch Forderungen an die Politik und das Wasserwirtschaftsamt auf den Tisch.
    Bei einer Deichwanderung kamen auch Forderungen an die Politik und das Wasserwirtschaftsamt auf den Tisch. Foto: Helmut Bissinger

    Die Betroffenen zeigen sich von der Politik enttäuscht und berichten von Ängsten, wenn, wie erst kürzlich, ein Gewitterregen mit Hagelkörnern niederprasselt. „Das steckt in einem drin“, sagt Gertrud Gerstmeier. Sie ist eine der Bewohnerinnen. Die Angst sei ständig vorhanden. Vor dem Hochwasser waren es 60 Menschen, die hier ihr Zuhause hatten. „Aber es sind weniger geworden“, sagt ein Deichwanderer. Ursprünglich wollten die Deichwächter den Jahrestag des Hochwassers an der Heißesheimer Brücke erinnern. Doch kurzfristig waren sie der Bitte des Naturschutzes nachgekommen, der darauf hingewiesen hatte, dass bei der Brücke in der Nähe des Naturschutzgebietes „Höll“ derzeit zwei Brachvogel-Paare nisten. „Da wollten wir nicht stören.“

    Deichwächter wollen die Deiche in Zusum erhalten

    „Jeder steht mit seinem Schaden allein da“, sagt Timo Bablok, der Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Zusum/Rettingen. Er ärgert sich, „dass man uns das Wasser schickt, um größere Kommunen davor zu schützen“. In Zusum ist man sich sicher, dass der Auslöser für das Hochwasser die Ausleitung des Wassers aus der Donau in den Riedstrom gewesen sei. Was aber wollen die Deichwächter nun erreichen? „Wir wollen die Deiche erhalten, um die Gefahren bei einem weiteren möglichen Katastrophenfall zu minimieren“, sagt Zita Frey. An einer Stelle an der Zusam hat sie mit ihren Vorstandskollegen eine Markierung angebracht. Sie soll zeigen, wie seit der Vermessung 1898 der Deich von 402,14 Meter über dem Meeresspiegel aufgrund mangelnder Instandhaltung um 32 Zentimeter abgesunken sei.

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