Nach anderthalb Jahren Vorbereitung konnte die Freiwillige Feuerwehr Gansheim am Wochenende endlich ihr 150-jähriges Jubiläum feiern. Am Freitagabend wurde das Fest mit dem Bieranstich von Bürgermeister Alois Schiegg eröffnet und der Abend von der Blasmusik-Band „Original D’Lechtaler Musikanten“ begleitet. „Wir waren sehr positiv überrascht, da, obwohl nur acht Vereine angemeldet waren, das Zelt zu drei Vierteln gefüllt war“, meinte Festleiter Manfred Rödl dazu. Geschätzt feierten allein am ersten Abend 1000 Menschen in Gansheim. Wie sich der Ort vorbereitet hat.
Dass ein kleines Dorf wie Gansheim, das ungefähr 400 Einwohner hat, ein Fest in dieser Größe ausrichtet, war am Anfang der Planung noch nicht ganz klar. Für Festleiter Rödl stand fest, dass es groß werden soll. Denn auch bei einem kleineren Ausmaß wären, laut ihm, dieselben Organisationsschritte nötig gewesen. Nach einer knappen Abstimmung von zwei zu drei in der Vorstandschaft war die Entscheidung dann auch besiegelt: In Gansheim wird groß gefeiert.
Planen, organisieren, strukturieren – Gansheimer Festausschuss hatte viel um die Ohren
Das hieß im ersten Schritt viel Planung und Organisation. Vor zwei Jahren bildete sich der Festausschuss mit neun Mitgliedern, darunter auch „Veteranen“ des Jubiläums im Jahr 2001, die ihre Expertise einbringen konnten. Insgesamt 25 offizielle Sitzungen gab es innerhalb des Planungsteams. Darüber hinaus fanden auch andere Besprechungen zu unterschiedlichen Themen, unter anderem mit dem Patenverein der Freiwilligen Feuerwehr Burgmannshofen/Übersfeld, statt. Wichtige Aufgabenbereiche verteilte man untereinander, es wurden dabei jeweils auch Unterstützer außerhalb des Teams herangezogen.
Doch um so eine enorme Veranstaltung zu stemmen, braucht es mehr als nur einen Verein. Alle Feuerwehren aus der Gemeinde Marxheim griffen dem Jubiläumsverein unter die Arme und übernahmen die Parkplatzeinweisung. Auch andere Vereine brachten sich mit ein. Das Schützenheim stand als Abstellraum zur Verfügung und die Räumlichkeiten der ehemaligen Raiffeisenbank bildeten das Festbüro. Selbst aus der Nachbargemeinde Daiting kam Unterstützung aus der Landjugend für den Barbetrieb.
Selbst bei der Fest-Unterhaltung sind Gansheimer beteiligt
Doch nicht nur in Organisation und Aufbau waren die Gansheimer verwickelt. Auch in anderen Festbereichen waren Gansheimer Gesichter zu sehen. Eine der Sängerinnen der Party-Band „Jolly Sound“, die am Samstagabend für Stimmung sorgte, ist die Frau des Festleiters und auch „DJ Usselflow“, der in der Bar für die Afterparty verantwortlich war, stammt aus dem Ort.
Oft kam die Hilfe der Bewohner auch ganz von selbst. Beispielsweise ergab sich die Kuchenausgabe aus einer Selbstläufer-Gruppe. Auch der Festaufbau, der am vergangenen Samstag begann, wurde täglich von grob 40 Helferinnen und Helfern getragen. „Es ist ein Hand-in-Hand. Da merkt man schon, dass ein kleiner Ort mit 400 Einwohnern, zusammen mit dem Patenverein und allen Helfern drumherum, ineinanderfließt. Und das macht auch Spaß“, meint Festleiter Rödl.
Erst die Arbeit, dann das Vergnügen zum Feuerwehrfest in Gansheim
Nach der Feier und dem Abbau geht es nach zwei Wochen Arbeit für Rödl erst einmal in den Familienurlaub. Denn für diese blieb in den letzten Wochen nicht allzu viel Zeit. Diese Phase war kräftezehrend für den Gansheimer, klar. Doch er sagt: „Ich bin sehr dankbar und stolz, und es erfüllt mich, Gansheimer zu sein. Das ist eine enorme Leistung von allen, die geholfen haben. Dafür spreche ich ein ganz großes Dankeschön aus.“
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