Wie sehr ein größeres Projekt eine kleine Kommune finanziell binden und einschränken kann, zeigt sich gerade in Rögling. Dort hat sich im vorigen Jahr die Bürgermeister-Böswald-Straße in eine Baustelle verwandelt. Inzwischen ist zwar der Kanal im Untergrund erneuert, jedoch lässt das Vorhaben heuer keine anderen Investitionen zu. Es müsse gestreckt und geschoben werden, so Bürgermeister Isidor Auernhammer zum Haushalt für 2026, den der Gemeinderat nun einstimmig beschlossen hat.
Seit gut einer Woche sind laut Auernhammer die Kanal-Bauarbeiten in der Bürgermeister-Böswald-Straße abgeschlossen. Auf dieses Jahr entfällt ein Kostenanteil von 715.000 Euro, insgesamt verschlingt der erneuerte Abschnitt der Kanalisation etwa 1,2 Millionen Euro. Nun müssten noch Strom- und Telekommunikationsleitungen im Boden verlegt werden. Gleiches gelte für Leerrohre, in die in naher Zukunft Glasfaserkabel für schnelles Internet eingezogen werden sollen. Für die Erneuerung der Fahrbahn ist der Landkreis Donau-Ries zuständig, da es sich bei der Ortsdurchfahrt um eine Kreisstraße handelt. Der Gehsteig wird gepflastert. Hier hat die Gemeinde einen Anteil von 40.000 Euro zu bezahlen. Die Straße bleibt bis auf Weiteres gesperrt. Der Landkreis plane, sie noch in diesem Jahr zu asphaltieren, teilt Auernhammer mit.
Gemeinde Rögling verschiebt die Sanierung der Perlenspitzstraße
Wegen der schwierigen Finanzlage habe der Gemeinderat die eigentlich für 2026 geplante Komplettsanierung (Kanal, Fahrbahn) der Perlenspitzstraße auf 2027/28 verschoben, berichtet der Bürgermeister gegenüber unserer Redaktion. Die Planungen seien bereits fertig. Im Wohngebiet „Westerwiesen III“ seien alle vier Bauplätze, welche die Kommune vermarkten konnte, mittlerweile verkauft. Für die Erschließung des Gebiets fallen heuer noch Kosten in Höhe von gut 100.000 Euro an.
Weitgehend unverändert bleiben in diesem Jahr die Einnahmen und Ausgaben der Gemeinde. Sie rechnet mit einem Einkommenssteuer-Anteil von 483.000 Euro, mit einer Schlüsselzuweisung des Freistaats von 316.000 Euro und einer Gewerbesteuer von 115.000 Euro. Andererseits muss an den Landkreis eine Umlage von 398.000 Euro überwiesen werden. Die Personalkosten liegen bei knapp 200.000 Euro und für den Betrieb der Verwaltungsgemeinschaft Monheim muss Rögling 118.000 Euro beisteuern.
Kommt alles so wie im Etat geplant, nimmt die Gemeinde heuer keine neuen Schulden auf, sondern verringert diese durch Tilgung von 821.000 auf 797.000 Euro.
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