Harmonie ist seit vielen Jahren im Marktgemeinderat Kaisheim grundsätzlich möglich, in einer gewissen Regelmäßigkeit aber nicht vorhanden. Dazu gehört, dass manche Mitglieder immer wieder alte Geschichten aufwärmen, manches zerredet wird, der Umgangston zu wünschen übrig lässt oder - so der Vorwurf - nicht ausreichend informiert wird. Der neue Bürgermeister Andreas Strobel hat sich zur Aufgabe gemacht, das Gremium in ruhigeres Fahrwasser zu führen. Bei der konstituierenden Sitzung sollte der festliche Rahmen in Schloss Leitheim dem mehrmals zitierten Neuanfang eine besondere Note verleihen. Jedoch mussten Strobel und die zahlreichen Zuhörer schnell feststellen, dass offenbar nicht alles von einem Tag auf den anderen im Lot ist.
Auf Dauer eine schlechte Basis
Herbert Bauer, dienstältestes Ratsmitglied, forderte zwar gegenseitigen Respekt ein, verteilte in seinen Einführungsworten aber gleich indirekt einige Spitzen, als er sagte, er hoffe auf „mehr Offenheit“ und „mehr Ehrlichkeit“. Bei den Wahlen des Zweiten und Dritten Bürgermeisters zeigte sich, dass im Vorfeld anscheinend (zu) wenig kommuniziert worden war. Sogleich war (wieder) eine Blockbildung zu erkennen. CSU und PWG auf der einen Seite, Freie Bürgerstimme und Grüne auf der anderen. Auf Dauer ist das eine schlechte Basis für die konstruktive Gemeindepolitik.
Alle Beteiligten sind gefordert
Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Uneinigkeit bei der Besetzung der beiden Bürgermeister-Ämter eine einmalige Situation war oder damit die Saat für weiteren Unfrieden gelegt wurde. Alle Beteiligten sind aufgerufen, sich Gedanken darüber zu machen, wie ein konstruktives Miteinander funktionieren kann.
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