Die Gemeinde Mertingen will keine Ausdehnung des Gewerbegebiets im Donauwörther Stadtteil Riedlingen. Entsprechend hat der Gemeinderat jüngst mehrheitlich votiert, als es um „Riedlingen West III – Bauabschnitt II“ ging (wir berichteten). Je mehr Gewerbe in der großen Kreisstadt - so die Befürchtung -, desto mehr werde der Hochwasserschutz dort aufgebaut werden und desto mehr Gefahren entstünden für die Südlieger Rettingen, Zusum, Auchsesheim und Heißesheim. Denen werde dann - so eine Argumentation - ein HQ-100-Hochwasser zugeleitet.
Im Internet bewegt dieser Beschluss die Gemüter unserer Leser. Je nach Sichtweise und Betroffenheit loben sie auf Facebook den Gemeinderatsbeschluss mit Meinungen wie diesen: „Spannend! Danke Mertingen!“ oder „Recht so, wir sind die Leidtragenden bei Hochwasser, damit Donauwörth trocken bleibt. Die Anlieger dürfen absaufen und Donauwörth hat dafür ein neues Gewerbegebiet.“ Es gibt aber auch diese Meinung: „Endlich aufgewacht oder doch nur Wahlkampf, liebe Gemeinderäte von Mertingen?“
Fakten bleiben alle schuldig
Die Donauwörther Stadträtin Brigitte Kundinger-Schmidt (SPD) klinkt sich ebenfalls in die Diskussion ein und versucht, bei einem Befürworter der Mertinger Haltung Sachkriterien zu erfragen: „Kennen Sie sich mit dem Thema so gut aus, beziehungsweise kennen Sie die Folgen dieser Ablehnung?“
Ein weiterer Leser hakt nach und will von der Kommunalpolitikerin wissen: „Was hat es denn für Folgen wenn dort keine Gewerbegebiets-Erweiterung stattfinden kann? Hat Donauwörth nicht genug Gewerbe mit Airbus und seinen unzähligen Zulieferern?!“ Doch tatsächliche Fakten bleiben alle schuldig.
Warum nicht ein neues Gewerbegebiet direkt an der B2?
Im Zusammenhang mit einem größeren Gewerbegebiet wird auch eine Diskussion über das Verkehrsaufkommen in Gang gesetzt: „Meiner Meinung nach ist das Verkehrsaufkommen in Donauwörth schon sehr hoch und deshalb sollte man in der näheren Donauwörther Umgebung kein weiteres Gewerbe ansiedeln“, argumentiert ein Leser. Ein anderer widerspricht: „Kein weiteres Gewerbe bedeutet aber Stillstand und kein Wachstum.“ Und ein dritter vertritt diesen Standpunkt: „Wäre mehr Gewerbe nicht sinnvoller und dafür die Verkehrsinfrastruktur ausbauen?“
Einen Alternativstandort schlägt schließlich ein weiterer Leser vor: „Man soll Airbus mit seinem Flugbetrieb nicht komplett einkapseln. Das wird irgendwann mal ein Unfall geben! Warum nicht ein neues Gewerbegebiet direkt an der B2 neben Bäumenheim? Ist doch auch für den Verkehr viel besser?“ (AZ)
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren